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Übertragung


Das HI-Virus wird durch direkten Kontakt mit folgenden Körperflüssigkeiten übertragen:
  • Blut
  • Sperma
  • Vaginalsekret
  • Muttermilch

Eintrittspforten in den Körper sind frische, noch blutende Wunden in Schleimhäuten (Bindehaut, Mund-, Nasen-, Vaginal- und Analschleimhaut) und leicht verletzliche Stellen der Haut.

Der Erreger kann sich in der Samenflüssigkeit, im Hoden oder im Scheidensekret befinden. Die Ansteckungsgefahr ist daher beim vaginalen und analen Geschlechtsverkehr besonders hoch. Es wird am häufigsten beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner übertragen. Auch beim oralen Sexualkontakt besteht Ansteckungsgefahr. In Deutschland gehören Männer im Alter zwischen 20-49 Jahren zur Hauptrisikogruppe. Besonders gefährdet sind Männer, die Sex mit Männern haben (Homosexuelle, Bisexuelle), und Drogenabhängige, die verunreinigte Spritzen benutzen.

Neuinfizierte sind auch ohne Symptome infektiös

Frisch mit HIV infizierte Personen haben ein besonders hohes Ansteckungsrisiko. Bevor die ersten Anzeichen einer Ansteckung auftreten, steigt die Virusmenge bei den Betroffenen sehr stark an. Deshalb können Neuinfizierte ihre Sexual-Partner aus Unwissenheit anstecken, bevor sie selbst von ihrer Ansteckung erfahren. Insbesondere Personen mit mehreren Sexualpartnern können auf diese Weise mehrere Personen anstecken. Bereits HIV-Infizierte können ihre gesundheitliche Situation noch zusätzlich verschlimmern, wenn sie sich bei einem ebenfalls infizierten Partner mit einem anderen, unter Umständen resistenten Subtyp des HI-Virus anstecken.

Am zweithäufigsten wird HIV in Deutschland beim Missbrauch von Drogen übertragen. Betroffen sind Drogenabhängige, die ihre Spritzen oder Nadeln mit anderen teilen. In Deutschland stecken sich rund 9% aller Infizierten durch den Mehrfachgebrauch von Nadeln und Spritzen an. In Osteuropa und einigen asiatischen Ländern sind Drogensüchtige dagegen die Hauptrisikogruppe.

Einem geringen Risiko setzen sich auch Angehörige medizinischer Berufe aus, wenn sie sich an einer HIV-verunreinigten Spritze oder Skalpell verletzen. Eine Ansteckung im Rahmen beruflicher Tätigkeiten durch Verletzungen mit HIV-Kontakt  kommt jedoch sehr selten vor.

Übertragung auch während der Schwangerschaft möglich

1% aller Übertragungen des HI-Virus in Deutschland erfolgt von einer HIV-positiven Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft oder der Geburt. Werden keine Maßnahmen zum Schutz des Nachwuchses getroffen, steckt sich der Fötus in etwa 7% der Fälle bereits an, während er noch in der Gebärmutter heranwächst. Kurz vor oder während der Geburt steigt das Risiko einer Übertragung, so dass der Nachwuchs vor und während der Entbindung ein Ansteckungsrisiko von etwa 18% hat. Dieses Risiko kann durch eine gezielte Behandlung der Mutter und einen geplanten Kaiserschnitt deutlich gemindert werden (terminierte Geburt). Vorzeitige Wehen und ein Blasensprung sollten vermieden werden.

Beim Stillen erfolgt eine Übertragung des HI-Virus in etwa 15% der Fälle, deshalb sollten HIV-infizierte Mütter auf das Stillen verzichten.

Infiziertes Blut bzw. Blutprodukte können ebenfalls HI-Viren in so hoher Konzentration enthalten, dass eine Ansteckung möglich ist. Bis 1985 kam es auch in Deutschland vor, dass sich Patienten bei Bluttransfusionen mit HIV angesteckt haben. Seitdem testen Krankenhäuser und Blutbanken in Deutschland und anderen europäischen Ländern Blut und Blutprodukte auf HIV-Antikörper. Deshalb ist heute das Risiko äußerst gering, sich auf diesem Weg anzustecken: Das Restrisiko beträgt 1:5 Millionen. In weniger entwickelten Ländern besteht jedoch nach wie vor ein Ansteckungsrisiko bei Bluttransfusionen.

Weitere Informationen zur Übertragung von HIV finden Sie hier.

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