Internisten im Netz

Risikofaktoren für Krebs

Virusinfektionen


 
Bild: HIV-Partikel unter dem
.
Auch wenn Viren bei der Entstehung mancher Krebsarten eine mehr oder weniger wichtige Rolle spielen können, so ist die Virusinfektion nie der alleinige Auslöser für eine Krebserkrankung. Nur ein Bruchteil der mit Viren infizierten Personen entwickelt tatsächlich einen entsprechenden Tumor und das meistens erst nach Jahrzehnten. Zu den krebsauslösenden, onkogenen Virustypen gehören:

Epstein-Barr-Virus (EBV)

Gehört zur Gruppe der Herpes-Viren und löst das infektiöse Pfeiffersches Drüsenfieber aus. Eine Infektion kann zur Entstehung von Lymphknotenkrebs (malignen Lymphomen) führen, der vorwiegend bei Menschen mit dauerhaft geschwächtem Immunsystem vor allem  in Zentral- und Ostafrika auftritt.

Humanes Herpesvirus 8 (HHV 8)

Nicht zu verwechseln mit den Herpesviren, die Lippenbläschen, Genitalherpes oder Gürtelrose auslösen. Es trägt maßgeblich zur Entstehung der so genannten Kaposi-Sarkome bei. Überwiegend betroffen sind Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie AIDS-Kranke.

Hepatitis-B-Virus (HBV)

Das Virus ist Auslöser der weltweit häufigsten Infektionskrankheit, der Leberentzündung des Typs B (Hepatitis B). Die Ansteckung erfolgt meist über Geschlechtsverkehr oder über Kontakt mit infiziertem Blut. Das Hepatitis-B-Virus ist wesentlich an der Entstehung von Leberkrebs beteiligt. Gegen das Hepatitis-B-Virus gibt es eine Schutzimpfung.

Hepatitis-C-Virus

Wird in erster Linie auf dem Blutweg übertragen und ruft eine Leberentzündung vom Typ C (Hepatitis C) hervor. HCV ist für über 70% aller weltweiten Fälle von Leberkrebs verantwortlich. Bis heute steht noch keine Schutzimpfung gegen HCV zur Verfügung.

Humane Papillomviren (HPV)
Bild: Modell eines Humanen
Papillomvirus.

Humane Papillomviren sind weltweit die häufigsten sexuell übertragbaren viralen Infektionserreger. Vor allem die beiden Virus-Typen HPV 16 und HPV 18 tragen zur Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs bei. In Deutschland stehen Impfstoffe zur Verfügung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützen sollen.

Humane Immundefizienzvirus (HIV)

Das Virus ist für die Immunschwäche AIDS verantwortlich, verursacht aber selbst keine Krebserkrankung. Dennoch tragen AIDS-Kranke vermutlich aufgrund des geschwächten Immunsystems, ein gesteigertes Risiko für bösartige Erkrankungen, wie Lymphknotenkrebs (maligne Lymphome) und Kaposi-Sarkome.

« vorherige Seite

Artikel mit Unterseiten drucken   Artikel empfehlen

Zum Thema