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Hepatitis A

Vorsorge & Hepatitis-A-Impfung


Die Durchseuchung mit dem Hepatitis-A-Virus in Industrienationen ist stark zurückgegangen. Nur wenige Menschen erwerben im Laufe ihres Lebens eine natürliche Immunität. Andererseits hat der Ferntourismus weiterhin Hochkonjunktur. Die sicherste Vorsorge gegen eine Hepatitis A ist ein rechtzeitiger Impfschutz.

Eine Impfung gegen Hepatitis A empfiehlt sich vor Reisen in die Mittelmeerländer, nach Südosteuropa, Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika. Auch wenn Sie auf den Genuss von Meeresfrüchten nicht verzichten möchten, sollten Sie sich impfen lassen. Nähere Informationen zu der aktuellen Situation in Ihrem Reiseland erfahren Sie über den Länder- und Reisedienst des Auswärtigen Amtes.

Darüber hinaus sollten sich beruflich gefährdete Personengruppen wie medizinisches Personal in Kliniken und Laboratorien, Erzieher und Erzieherinnen in Kinderbetreuungseinrichtungen oder Menschen, die an Abwasseranlagen arbeiten, impfen lassen. Ebenso wird Blutern und Personen mit chronischen Lebererkrankungen eine Impfung empfohlen.

 

Impfschutz

Eine Impfung schützt vor Hepatitis AErwachsene bauen einen mindestens 10-15 Jahre währenden aktiven Impfschutz durch 2 Impfungen im Abstand von 6-12 Monaten auf. Der Hepatitis-A-Schutz ist bereits 10 Tage nach der ersten Impfung vorhanden. Die Impfung ist gut verträglich und kann zusammen mit anderen Impfungen, die reisemedizinisch sinnvoll sind, vorgenommen werden.

Seit einigen Jahren steht ein Kombinationsimpfstoff zur Verfügung, der gleichzeitig gegen Hepatitis B schützt. In diesem Fall sind 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen und eine 3. Impfung 6-12 Monate später für einen 10-Jahresschutz erforderlich.

Schließlich ist auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Typhus erhältlich. Für eine Grundimmunisierung reicht eine Impfdosis, die mindestens 2 Wochen vor einer Reise in ein Gebiet mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko für Typhus und Hepatitis A verabreicht werden sollte. Um einen Langzeitschutz gegen Infektionen mit dem Hepatitis-A-Virus aufzubauen, wird eine weitere Impfung mit einem Hepatitis-A-Impfstoff zwischen dem 6. und 12. Monat nach einer Impfung mit diesem Kombinationsimpfstoff empfohlen.

Schwangeren Frauen, Patienten mit einem geschwächten Immunsystem oder chronisch Kranken sowie bei Allergien gegen einen Bestandteil des Aktivimpfstoffes können als passive Immunisierung Gammaglobuline einmalig verabreicht werden. Der Nachteil dieses passiven Impfschutzes liegt in der kurzen Dauer des Schutzes von 2-4 Monaten. Diese Impfung ist jedoch für die genannten Personengruppen mit geringeren Risiken verbunden.   

 

Weitere Vorsorgemaßnahmen

Grundsätzlich sollte man engen Kontakt zu Hepatitis-A-Patienten meiden, es sei denn man ist durch eine frühere Infektion oder durch Impfung immun. Die Übertragung des Erregers kann durch die Desinfektion der Hände mit Virus- Desinfektionsmitteln vermieden werden.

Auf Reisen in Verbreitungsgebiete der Hepatitis A sollte man

  • kein Leitungswasser trinken, ohne es vorher abzukochen
  • auf Eiswürfel in den Getränken verzichten
  • möglichst Getränke aus industriell verschlossenen Behältern (z.B. Cola-Dosen, Wasserflaschen) wählen
  • rohes Fleisch, rohen Fisch, Schalentiere, Salate, Milchprodukte sowie Speiseeis meiden

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