Systemischer Lupus erythematodes
Was ist Lupus erythematodes?
Die Erkrankung wurde bereits 1872 von dem ungarischen Hautarzt Kaposi beschrieben. Der Begriff „Lupus erythematodes" leitet sich von den lateinischen Bezeichnungen zweier Tiere ab: „Lupus" heißt Wolf. Dies bezieht sich darauf, dass das Gesicht von Lupus-Patienten nach dem Abheilen der Hautschäden durch die narbenähnlichen Furchen angeblich einem Wolfsgesicht ähnelt. „Erythematodes" bedeutet gerötet - da die typischen Hautrötungen im Gesicht dem Umriss eines Falters ähneln, entstand der volkstümlichere Name „Schmetterlingskrankheit". Systemisch steht für den Befall verschiedener Organe und Körperregionen.
Neben dem systemischen Lupus gibt es auch den reinen Haut-Lupus (diskoider Lupus erythematodes; „Diskus": scheibenförmig), der nur die Haut betrifft und dort runde, scharf abgegrenzte schuppende Flecken bildet.
Die Diagnose erfolgt im Allgemeinen durch einen Rheumatologen anhand der Vorgeschichte (Anamnese), dem klinischen Untersuchungsbefund (Hautveränderungen, Gelenksymptome, Vorgeschichte oder Symptome von Organbeteiligungen) und durch spezielle Blutuntersuchungen auf charakteristischer Antikörper. Behandelt wird die Erkrankung hauptsächlich mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, wie z.B. Kortison (Glukokortikoide).
Lupus zeigt viele unterschiedliche Verlaufsformen und kann sowohl sehr milde verlaufen als auch unbehandelt zum Tode führen. Heute liegt die Überlebensrate jedoch inzwischen bei 90%, obwohl sich die Erkrankungsrate in den letzten 40 Jahren deutlich erhöht hat. In Deutschland gibt es etwa 60.000 Lupus-Patienten. Über 80% der Erkrankten sind Frauen, die vorzugsweise zwischen Pubertät und den Wechseljahren erkranken. Aber auch Männer und Kinder erkranken in seltenen Fällen an Lupus.



