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Malaria

Was ist Malaria?


Anopheles: Überträger der MalariaMalaria ist eine der wichtigsten Infektionskrankheiten innerhalb der Subtropen und Tropen. Sie wird durch Stechmücken der Gattung Anopheles übertragen und durch einzellige Erreger der Gattung Plasmodium verursacht, die die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im menschlichen Körper befallen. Es gibt 3 unterschiedliche Formen der Malaria: die potenziell lebensgefährliche Malaria tropica und 2 mildere Formen, die Malaria tertiana und die Malaria quartana.

Die Hauptverbreitungsgebiete der Malaria sind Teile von Afrika, Süd- und Mittelamerika (insbesondere das Amazonasgebiet) sowie Süd- und Südostasien. Das Vorkommen der Anopheles-Mücke und klimatische Faktoren bestimmen die Verbreitung der Malaria. So sind warme und feuchte Gebiete wie z. B. Sümpfe, Fluss- und Seeregionen, aber auch landwirtschaftlich bewässerte Gebiete besonders gefährdet. Das Infektionsrisiko unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen und steigt während und kurz nach der Regenzeit stark an. Die Anopheles-Mücke ist in erster Linie dämmerungs- und nachtaktiv.

Weltweit leben ca. 2 Milliarden Menschen in Malariagebieten. In diesen Regionen werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr über 300 Millionen Erkrankungen erfasst. Täglich verursacht die Erkrankung 3.000 Todesfälle. Durch die zunehmende Vernetzung der Industrieländer mit den tropischen Ländern hat sich die Malaria zu der bedeutendsten importierten Tropenkrankheit in Europa entwickelt. So werden in Deutschland jährlich ca. 700 Fälle von Reisenden gemeldet, die sich in den Tropen infiziert haben. In 3 von 4 Fällen handelt es sich dabei um die lebensgefährliche Malaria tropica. 1-3% der nach Deutschland eingeschleppten Malariafälle verlaufen tödlich.

Die ersten Anzeichen der Malaria werden oft verkannt, da sie denen eines grippalen Effekts ähneln können. Die Inkubationszeit ist sehr variabel und liegt bei der Malaria tropica zwischen mindestens 6 Tagen und etwa 2 Monaten, bei Malaria tertiana und quartana gelegentlich bei mehr als einem Jahr. Daher ist jedes Fieber nach einem Tropenaufenthalt malariaverdächtig und erfordert eine sofortige ärztliche Untersuchung. Jede Malaria ist heilbar, sofern sie rechtzeitig behandelt wird. Eine Schutzimpfung gibt es noch nicht, verschiedene  Kandidaten für einen Impfstoff werden aber zur Zeit erprobt.

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