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Aktiv leben



Aktiv leben


Bewegung ist eine unkomplizierte und kostengünstige Möglichkeit, aktive Vorsorge für die eigene Gesundheit zu betreiben. Wer körperlich aktiv ist, lebt gesünder und fühlt sich rundum wohler. Im Grunde ist das für niemanden neu. Dennoch leben immer noch viele Menschen nach Winston Churchills Maxime: „no sports". Gerade einmal 13% der Bundesbürger erreichen das empfohlene tägliche Bewegungssoll von einer halben Stunde.

Bevor Sie mit einer sportlichen Betätigung beginnen möchten, sollten Sie sich über Ihren Gesundheitszustand klar werden. Wer beispielsweise an chronischen Beschwerden leidet, Raucher ist oder durch Herzkrankheiten in der Familie erblich vorbelastet ist sollte vor Trainingsbeginn seinen Internisten aufsuchen. Dies gilt auch für Menschen mit Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Diabetes. Der Arzt kann durch eine Untersuchung prüfen, ob und welchen Sport Sie betreiben können. Bei Herzproblemen sollten Sie ein Belastungs-EKG durchführen lassen, denn so kann Ihr Arzt Unregelmäßigkeiten der Herzfunktionen feststellen und Risiken einschätzen. Eine umfassende medizinische Vorsorgeuntersuchung wird alle 2 Jahre von den meisten Krankenkassen kostenfrei übernommen.

Zusammen mit einer gesunden Ernährung ist regelmäßige Bewegung die beste Vorsorge gegen das metabolische Syndrom („Wohlstandssyndrom"), das unsere Wohlstandsgesellschaften zunehmend bedroht:

  • Übergewicht
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Diabetes
  • Bluthochdruck

Jede Form von Bewegung und Sport sowie eine altersgerechte Ernährung sind ein wirksames Vorsorgeprogramm gegen diese Erkrankungen: Sie tragen dazu bei, Übergewicht abzubauen, Herz, Kreislauf und Blutgefäße zu schützen und einen gestörten Zuckerstoffwechsel ins Lot zu bringen. Dabei müssen Sie nicht einmal unbedingt ins Fitness-Center oder auf den Hometrainer: Zügiges Gehen oder Radfahren genügen bereits. Mit mindestens 3-mal wöchentlich 30 Minuten Ausdauertraining, besser noch 5-mal die Woche 45 Minuten können Sie Ihre körperliche Verfassung deutlich verbessern.

Körperliche Bewegung hat viele positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Sie führt insbesondere zu einer Verbesserung der Herz-Kreislauf-Funktion mit besserer Durchblutung und damit verbesserter Sauerstoffversorgung sämtlicher Organe. Außerdem wird eine Senkung erhöhter Blutdruckwerte sowie eine Normalisierung des Stoffwechsels (Blutzucker, Blutfette) erreicht. Gleichzeitig schützt regelmäßige körperliche Bewegung vor Osteoporose. Die Stressresistenz wird gefördert und die Stimmung positiv beeinflusst.


Positive Auswirkungen


Schutz der Herz-Kreislauf-Funktion

Ausdauersport gehört zu den Maßnahmen, die rezeptfrei und ohne Nebenwirkungen zur Vorbeugung und Behandlung von Herzbeschwerden empfohlen werden. Forschungen ergaben, dass bereits mäßige Bewegung das Infarktrisiko um bis zu 30% senkt. Schon der tägliche zügige Spaziergang verringert die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden.

  • Bessere Durchblutung
    Bewegung regt die Durchblutung an. Dadurch erhält auch der Herzmuskel mehr Sauerstoff. Außerdem sinkt mit zunehmender Ausdauer sein Sauerstoffbedarf. Wenn Sie Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeiden, altern die Blutgefäße langsamer und eine Arteriosklerose tritt seltener und später auf.
  • Senkung der Herzleistung
    Je trainierter Ihr Körper ist, desto ökonomischer kann das Herz arbeiten. Das bessere Zusammenspiel der Muskeln nimmt ihm schlichtweg Arbeit ab: Da es weniger Sauerstoff und Blut in die Muskeln pumpen muss, um Leistung zu erreichen, kann es seine Schlagfrequenz senken. Zugleich aber steigt das Volumen des Herzschlags. Mit wachsender Kondition und Leistungskraft wird der Herzmuskel also zunehmend geschont und das Risiko für einen Störfall deutlich herabgesetzt.
  • Normalisierung des Blutdrucks
    Ausdauersport kann einen zu hohen Blutdruck senken.
  • Verringerte Thromboseneigung
    Die stärkere Durchblutung verringert das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels.
  • Flexible Herzfrequenz
    Körperliche Aktivität erhöht die Flexibilität der Herzfrequenz. Dadurch ist das Herz in der Lage, besser auf wechselnde Anforderungen des Körpers zu reagieren. Kann das Herz seine Schlagrate nicht anpassen, steigt das Risiko für einen Herzinfarkt.

Stabiles Knochengerüst

Bewegung regt den Stoffwechsel im Knochen an: Eine bessere Mineralstoffversorgung macht Knochen belastbarer und elastischer. Zusätzlich bauen regelmäßige Trainingseinheiten die Knochenmasse auf und wirken deren vorzeitigem Abbau entgegen. Damit wird auch einer Osteoporose vorgebeugt. Schon 3-mal wöchentlich eine halbe Stunde Traben und Trimmen erhöht die Knochendichte. Je früher Sie beginnen, um so besser, denn ein wirklicher Knochenaufbau findet nur bis ins junge Erwachsenenalter statt.

Aktiver Stoffwechsel

Geht der Puls schneller und strömt mehr Blut durch den Körper, drehen sich die Räderwerke des Stoffwechsels rascher. Das steigert den Grundumsatz und die Ausscheidung von Abfallprodukten des Stoffwechsels.

Bessere Blutfettwerte

Durch regelmäßiges Training können Sie die Konzentrationen der Blutfette günstig beeinflussen. Mit Walking können Sie beispielsweise die Triglyzeride in Ihrem Blut senken und HDL- und LDL-Cholesterin unter Kontrolle halten: Das „schädliche" LDL reduzieren und das „gute" HDL im Gegenzug erhöhen. Wenn Sie zusätzlich die richtigen Fette zu sich nehmen, können Sie HDL- und LDL-Cholesterin ebenfalls beeinflussen.

Stärkung der Immunabwehr

Mit Sport können Sie Ihr Immunsystem nachhaltig stärken. Regelmäßige Bewegung erhöht Zahl und Aktivität der so genannten natürlichen Killerzellen zur Bekämpfung von Viren und Tumorzellen. Außerdem steigert Sport die Aktivität der Fresszellen (Makrophagen) gegenüber Bakterien und erhöht die Produktion von körpereigenen Abwehrstoffen (Antikörpern). Zu guter Letzt sorgt körperliche Aktivität dafür, dass der Körper seine Temperatur besser regulieren kann, was ebenfalls der Immunabwehr zugute kommt. 

Bessere Stressresistenz

Regelmäßig trainiert, kann der Körper schädlichen Stressreaktionen besser gegensteuern. Die vermehrte Durchblutung des Körpers wirkt entspannend auf das vegetative Nervensystem. Das stärkt nicht nur das Nervenkostüm und lässt Sie besser schlafen, sondern wirkt sich auch positiv auf Regenerationsfähigkeit und Konzentration aus. Weiterhin unterstützt Sport den Abbau von Adrenalin sowie anderen Stresshormonen und reduziert obendrein noch deren schädliche Wirkungen auf die Zellen.

Positive Stimmung

Was den Körper stärkt, lockert die Seele: Sport stimmt optimistisch, gibt ein besseres Körperbewusstsein und steigert das Selbstwertgefühl. Körperliche Aktivität kann deshalb bei Stimmungsschwankungen und Depressionen helfen. Sie kurbelt im Gehirn die Produktion von Glückshormonen an, die Ihre Stimmung heben. Diese so genannten Endorphine sind körpereigene Luststoffe, die Ihr seelisches und körperliches Wohlbefinden in kürzester Zeit enorm steigern können.


Die Energiebilanz zählt


Ob Ihr Körper an seine Speckreserven geht, macht er einzig und allein von der Energiebilanz abhängig: Wenn Sie mehr Kalorien verbrauchen, als Sie aufnehmen, bedient sich Ihr Körper aus seinen Rücklagen für schlechte Zeiten und baut so sein Fett ab. Der Stoffwechsel hat keine innere Uhr, die den Fettabbau erst nach einer bestimmten Zeit einschaltet. Vielmehr verbrennt unser Körper zur Gewinnung seiner Energie neben Kohlenhydraten permanent auch Fett - nur das Verhältnis Kohlenhydrate/Fette ändert sich. Deshalb gibt es keinen bestimmten Zeitpunkt, an dem der Fettabbau einsetzt. Auch den viel gepriesenen idealen Puls für den maximalen Fettabbau gibt es so nicht, denn entscheidend für den Fettabbau ist die Energiebilanz!

Eine weitere Wirkung von körperlicher Aktivität ist der so genannte Nachbrenn-Effekt: Nach dem Training läuft der Energiestoffwechsel noch eine geraume Zeit auf hohen Touren. Er sorgt für vermehrte Kalorienverbrennung zur Bereitstellung neuer energiereicher Phosphate und hilft Ihnen beim Abnehmen, auch wenn Sie bereits wieder auf der Couch sitzen.

Am effektivsten ist es, wenn Sie vor dem Essen Sport treiben, denn so verbrennt Ihr Körper am meisten Fett und Sie haben währenddessen keinen vollen Magen. Sie nutzen den Nachbrenn-Effekt optimal aus, wenn Sie frühestens eine Stunde nach dem Sport essen.


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