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Gallenblase & Gallenwege



Allgemeines zur Gallenblase


Die Gallenblase dient dazu, die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit zu speichern, ihr Wasser zu entziehen und sie dadurch einzudicken. Die Galle wird über den Gallengang in den Zwölffingerdarm geleitet. Dort spaltet sie die Nahrungsfette, damit sie im Darm leichter verdaut werden können. Außerdem scheidet der Körper über die Galle giftige Stoffe aus, die schlecht wasserlöslich sind und deshalb nicht über die Nieren aus dem Körper entfernt werden können.

Die Gallenblase ist kein lebenswichtiges Organ: Menschen, denen sie operativ entfernt werden musste, sollten sich jedoch gesund ernähren und Übergewicht vermeiden.


Lage der Gallenblase im Körper


Lage der Gallenblase im KörperDie Gallenblase sieht aus wie eine kleine Birne und ist etwa 4 Zentimeter breit und 6-10 Zentimeter lang. Sie befindet sich an der Unterseite der Leber etwa in Höhe der 9. Rippe. Dort tritt die Gallenblase unter dem rechten Rippenbogen hervor. Bei bestimmten Erkrankungen der Gallenblase, zum Beispiel bei Gallensteinen (Cholelithiasis) oder einer Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) kann es daher in diesem Bereich schmerzen, vor allem wenn der Arzt den Bauch abtastet.

 


Produktion der Galle


Produktion der Galle in der GallenblaseDie Galle wird in den Zellen der Leber produziert. Diese geben die Gallenflüssigkeit zunächst in winzige Gallekanälchen zwischen den Leberzellen ab. Von dort fließt sie dann durch die Lebergallengänge und den Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm. Kurz davor mündet der Gang aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in den Hauptgallengang.

Diese anatomische Begebenheit kann zu Problemen führen: Verstopft nämlich ein Gallenstein die Mündung des Gallenblasengangs in den Darm, staut sich nicht nur die Galle, sondern auch der Pankreassaft in die Bauchspeicheldrüse zurück. Dies kann dazu führen, dass sich die Bauchspeicheldrüse entzündet. Bei manchen Menschen münden Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang allerdings getrennt in den Zwölffingerdarm.

Die Wand des Gallengangs ist im Bereich der Mündung in den Zwölffingerdarm mit Muskeln ausgestattet. Wenn zwischen den Mahlzeiten keine Galle zur Verdauung von Fetten benötigt wird, ziehen sich die Muskeln zusammen, so dass sie nicht in den Zwölffingerdarm fließen kann. Sie bleibt in der Gallenblase, wo ihr Wasser entzogen wird und sie für den weiteren Bedarf gespeichert.

Die Aufnahme fetthaltiger Nahrung regt im Dünndarm die Bildung des Hormons Cholezystokinin an. Dies führt dazu, dass sich die Gallenblase zusammenzieht und die Galle in den Hauptgallengang presst. Gleichzeitig entspannen sich die Muskeln der Gallengangsmündung und die Galle kann in den Zwölffingerdarm fließen. Eine weitere wichtige Rolle bei der Entspannung der Muskeln spielt - wie bei der gesamten Verdauung - das vegetative Nervensystem. Körperlicher und psychischer Stress können auf diese Weise die Verdauung beeinträchtigen.  


Aufbau der Gallenblase


Die Gallenblasenwand ist aus mehreren Schichten aufgebaut: Innen ist die Gallenblase mit einer Schleimhaut ausgestattet, an die sich eine 2-schichtige Muskelschicht anschließt. Mit Hilfe dieser Muskeln zieht sich die Gallenblase zusammen, wenn im Darm Galle für die Aufspaltung der Fette benötigt wird. Die äußere Schicht der Gallenblasenwand besteht aus Bindegewebe.


Häufige Erkrankungen der Gallenblase


Gallengangs-Atresie

Bei einer Gallengangs-Atresie sind die Gallenwege außerhalb der Leber schon vor der Geburt nicht richtig angelegt. Die Galle kann also nicht abfließen. Unmittelbar nach der Geburt oder wenig später bekommen die Neugeborenen Gelbsucht (Ikterus). Der Gallenfluss kann nur durch operative Verbindung eines Darmabschnittes mit der Leberpforte hergestellt werden. Oft ist im Langzeitverlauf eine Lebertransplantation notwendig.

 

Gallensteine

Erkrankungen der Gallenblase - GallensteineEtwa 15% der Frauen und 7,5% der Männer haben Gallensteine. 75% der Gallensteinträger haben jedoch keine Beschwerden. Bei den übrigen Gallensteinträgern kommt es mehr oder weniger regelmäßig zu anfallsartigen Schmerzen (Koliken), Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch, Blähungen und anderen Beschwerden. Gallensteine können dazu führen, dass sich die Gallenblase entzündet, dass ein Stein in den Darm oder die Bauchhöhle durchbricht oder dass ein Stein in den Hauptgallengang „rutscht" und die Mündung des Gallenganges in den Zwölffingerdarm blockiert. Als Folge kann eine Gelbsucht entstehen, die Gallenwege oder die Bauchspeicheldrüse können sich entzünden (Cholangitis, Pankreatitis) oder in der Leber kann sich ein Abszess bilden. Beschwerden durch Gallensteine können zunächst mit Medikamenten behandelt werden. In einer Operation wird dann die Gallenblase entfernt (Cholezystektomie).

 

Entzündung der Gallenblase

Eine Entzündung der Gallenblase kann akut oder chronisch auftreten. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt, kann sich Eiter in der Gallenblase ansammeln.

Da die Gallenblase nahe am Zwölffingerdarm und am Dickdarm liegt, kann es bei einer Entzündung der Gallenblase dazu kommen, dass die Gallenblase mit der Darmwand zusammenwächst und sich eine Verbindung zwischen Gallenblase und Dickdarm bildet (Fistel).

 

Entzündung der Gallengänge

Eine Entzündung der Gallengänge kann durch Verstopfungen der Gallenwege durch Gallensteine, durch bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom) oder durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Parasiten hervorgerufen werden.

 

 


Risikofaktoren für Erkrankungen der Gallenblase


Risikofaktoren für Erkrankungen der Gallenblase - ÜbergewichtManche Menschen haben zwar genetisch bedingt eine erhöhte Neigung zur Bildung von Gallensteinen, das Risiko hängt jedoch auch von anderen Faktoren ab. So verdoppelt ein Übergewicht von 20% das Risiko für Gallensteine. Ein weiterer Risikofaktor ist die Ernährung: Wer sich cholesterinreich und mit wenig Ballaststoffen ernährt, erhöht die Gefahr, dass Gallensteine entstehen.


Vorsorge bei Erkrankungen der Gallenblase


Vorsorge bei Erkrankungen der Gallenblase - BewegungKörperliche Aktivität und gesunde Ernährung helfen Ihnen, Ihr Körpergewicht normal zu halten und Übergewicht zu vermeiden. So können sie das Risiko verringern, an Gallensteinen zu erkranken. Eine cholesterinarme und ballaststoffreiche Ernährung wirkt sich ebenfalls positiv aus. Manche Mediziner empfehlen, ein Glas Milch vor dem Schlafengehen zu trinken, damit sich die Gallenblase entleert.


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