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Reiseimpfungen - von Cholera über Hepatitis bis hin zu Typhus



Reiseimpfungen - von Cholera über Hepatitis bis hin zu Typhus


Einige Impfungen werden in Deutschland grundsätzlich für alle Erwachsenen empfohlen. Zu diesen so genannten Standardimpfungen gehören die Impfungen gegen Diphtherie und Tetanus, die alle 10 Jahre aufgefrischt werden müssen (bevorzugt mit Tetanus-Diphtherie-Kombinationsimpfstoffen). Darüber hinaus sollten sich alle Erwachsenen ab einem Alter von 60 Jahren einmal im Jahr gegen Grippe und alle 6 Jahre gegen Pneumokokken impfen lassen.

Neben diesen Standardimpfungen benötigen Sie unter Umständen noch weitere Impfungen für eine Reise. Daher sollten Sie sich über Pflichtimpfungen und empfohlene Impfungen für das entsprechende Reiseland bei Ihrem Internisten oder Tropeninstitut erkundigen. Freiwillige Impfungen sind solche, die für den eigenen Schutz empfohlen werden und die auf die persönliche Reise bzw. den Reisestil abgestimmt sind. Dabei macht es einen Unterschied, ob sie mit dem Rucksack durch ländliche Gebiete ferner Länder reisen oder ob Sie eine Pauschalreise mit Hotelaufenthalt gebucht haben.

Empfohlene Impfungen können sein:

  • Cholera

  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

  • Hepatitis A und B

  • Gelbfieber

  • Japanische Enzephalitis

  • Meningokokken-Meningitis

  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)

  • Tollwut

  • Typhus

Impfungen gegen Gelbfieber, Cholera und Meningokokken-Mengitis sind in manchen Ländern Pflicht. Sind diese Impfungen für eine Einreise in ein Land oder den Transit durch das Land vorgeschrieben, müssen Sie bei der Einreise den Nachweis für diese Impfung vorlegen. Nur zugelassene Ärzte bzw. Einrichtungen dürfen Gelbfieber-Impfungen vornehmen. Die Adresse der nächsten Gelbfieberimpfstelle finden Sie im Internet unter http://www.fit-for-travel.de/.

Nicht bei allen Impfungen reicht eine einzige Impfung, um einen ausreichenden Schutz sicherzustellen - bei einigen Impfungen wie z.B. der Impfung gegen Hepatitis B sind mehrere Impfungen notwendig. In diesen Fällen sind bestimmte zeitliche Abstände zwischen den verschiedenen Impfterminen einzuhalten. Einige Impfungen dürfen nicht gleichzeitig miteinander verabreicht werden, deshalb sollten Sie ca. 8 Wochen vor einer Reise gemeinsam mit Ihrem Arzt einen Impfplan aufstellen.

Die Kosten für die Standardimpfungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Reiseimpfungen müssen Sie dagegen selbst bezahlen. Privat Krankenversicherte können bei ihrer Krankenkasse anfragen, ob sie die Kosten übernimmt. Lassen Sie die Impfungen in Ihr gelbes Impfbuch eintragen und nehmen Sie dieses zusammen mit einer getrennt aufbewahrten Kopie mit auf die Reise.


Cholera


Die Cholera ist vor allem in Entwicklungsländern weit verbreitet. Aber auch beliebte Reiseziele wie Südafrika, Kenia, Indien oder China können von Ausbrüchen betroffen sein. Informationen über aktuelle Cholera-Ausbrüche finden Sie im Internet unter http://www.who.int/topics/cholera/en/.

In Europa ist ein Impfstoff in Form einer Suspension verfügbar, die gemeinsam mit einem Brausegranulat in kaltem Wasser aufgelöst und anschließend getrunken wird. Für eine Grundimmunisierung ab dem 6. Lebensjahr muss die Mischung 2-mal im Abstand von 1-6 Wochen eingenommen werden. Kinder im Alter von 2-6 Jahren erhalten 3 Dosen in diesem Abstand. Nach Abschluss der Behandlung besteht für 1-3 Jahre ein Schutz vor Erkrankung. Die Grundimmunisierung muss eine Woche vor dem Aufenthalt in einem Risikogebiet abgeschlossen sein.

Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren benötigen eine Auffrischung nach 6 Monaten. Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren erhalten eine Auffrischimpfung nach 2 Jahren.

Liegt die erste Impfung länger als 2 Jahre zurück, wird derzeit die Wiederholung der Grundimmunisierung empfohlen.


Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)


Die FSME ist eine in Europa und im asiatischen Teil von Russland verbreitete Infektionskrankheit - auch in Deutschland besteht in einzelnen Regionen ein Infektionsrisiko. Die Erkrankung wird durch Zecken übertragen.

Für eine Grundimmunisierung sind 3 Impfungen erforderlich. Die 2. Impfung wird einen Monat nach der ersten verabreicht, eine 3. Impfung folgt nach 6 Monaten. Eine Auffrischimpfung ist nach 3-5 Jahren erforderlich.

Auch eine Schnellimmunisierung mit 3 Impfungen ist möglich: Die 2. Impfung erfolgt 7 Tage nach der ersten, die dritte 21 Tage nach der ersten Impfung. Die erste Auffrischimpfung wird dann bereits nach 12-18 Monaten verabreicht, weitere Auffrischimpfungen nach 3-5 Jahren.


Hepatitis A


Hepatitis-A-Viren können durch den Genuss von verunreinigtem Wasser oder Nahrungsmitteln, insbesondere Meeresfrüchte und Schalentiere, übertragen werden. Die Hepatitis A ist weltweit verbreitet, sie ist die häufigste Infektionskrankheit auf Reisen, die durch eine Impfung vermieden werden kann. Auch in den Mittelmeerländern besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Neben Italien und Spanien zählen Ägypten, Marokko, Tunesien und die Türkei zu den betroffenen Ländern. Darüber hinaus besteht in Afrika, Mittel- und Südamerika sowie in Asien ein hohes Erkrankungsrisiko.

Für eine Grundimmunisierung mit dem Hepatitis-A-Impfstoff sind 2 Impfungen im Abstand von 6-12 Monaten erforderlich. Die voraussichtliche Schutzdauer nach erfolgreicher Impfung beträgt mindestens 10 Jahre. 95% der Geimpften haben 2 Wochen nach der ersten Impfung einen ausreichenden Impfschutz, daher sind auch kurz vor Reiseantritt Impfungen noch sinnvoll. Ob eine Auffrischung alle 10 Jahre notwendig ist oder nicht, ist noch ungeklärt. Derzeit empfehlen die meisten Experten eine Auffrischimpfung nach 10-15 Jahren bei Aufenthalten in Gebieten mit erhöhtem Risiko.

Neben dem Hepatitis A-Impfstoff ist auch ein Kombinationsimpfstoff mit einem Hepatitis B-Impfstoff und eine Kombination mit einem Impfstoff gegen Typhus erhältlich.

Hepatitis A Infektion

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Hepatitis A Krankheitsbild

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Hepatitis B


Die Hepatitis B ist weltweit verbreitet. Sie gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt und ist die zweithäufigste Reiseinfektion nach der Hepatitis A, die durch eine Impfung verhindert werden kann.

Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten (Tränenflüssigkeit, Speichel, Sperma) von Erkrankten oder chronisch Infizierten. Die meisten Ansteckungen erfolgen bei ungeschützten Sexualkontakten. Weitere Übertragungswege sind Bluttransfusionen, Behandlungen mit infizierten Kanülen, Skalpellen, Scheren (z. B. beim Friseur) oder Messern (z. B. beim Metzger), das Aufbringen von virushaltigem Material auf verletzte Hautstellen (Piercings, Tatoos). Neugeborene können sich während des Geburtsvorgangs bei ihrer infizierten Mutter anstecken.

Für eine Grundimmunisierung sind 3 Impfungen erforderlich. Die 2. Impfung erfolgt einen Monat nach der ersten Impfung, eine 3. Impfung ist im Abstand von 6 Monaten notwendig.

Auch eine sogenannte Schnellimmunisierung ist vor einer Reise möglich. Hierzu wird die 2. Impfung 7 Tage nach der ersten verabreicht, eine 3. folgt 21 Tage nach der ersten Impfung. Eine 4. Impfung nach 12 Monaten schließt die Grundimmunisierung ab.

Die Schutzdauer nach erfolgreiche Impfung beträgt mindestens 10 Jahre. Die Ansprechrate auf die Impfung nimmt mit dem Alter ab. Bei über 40-Jährigen sollte der Impferfolg daher im Anschluss an die abgeschlossene Grundimmunisierung überprüft werden.

Hepatitis B Infektion

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Hepatitis A und B


Risikogebiete für Hepatitis A sind häufig auch Risikogebiete für Hepatitis B. Für Reisen in entsprechende Gebiete ist eine Kombinationsimpfung sinnvoll, ebenso für Vielreisende, insbesondere bei Langzeitaufenthalten.

Das Impfschema für eine Grundimmunisierung mit einem Hepatitis-A und Hepatitis-B-Kombinationsimpfstoff entspricht demjenigen des Hepatitis-B-Impfstoffs, d.h. es sind 3 Impfungen erforderlich. Die 2. Impfung erfolgt einen Monat nach der ersten Impfung, eine 3. Impfung erfolgt im Abstand von 6 Monaten.

Eine Schnellimmunisierung ist ebenfalls möglich. Hierzu wird die 2. Impfung 7 Tage nach der ersten verabreicht, eine 3. folgt 21 Tage nach der ersten Impfung. Die 4. Impfung erfolgt dann nach 12 Monaten.

Die Schutzdauer nach erfolgreicher Impfung beträgt mindestens 10 Jahre.


Grippe


Influenza A VirusReisende können einem erhöhten Grippe-Ansteckungsrisiko ausgesetzt sein, z. B. bei längeren Bus- oder Bahnfahrten, auf Flugreisen, als Passagiere auf Kreuzschiffen oder bei Reisen mit organisierten Touristengruppen.

Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit e.V. (DTG) für folgende Risikogruppen vor Reiseantritt eine Influenza-Impfung:

  • Reisende, die älter als 60 Jahre sind
  • Reisende mit chronischen Lungen- und Herzerkrankungen
  • Reisende mit chronischen, behandlungsbedürftigen Stoffwechselkrankheiten einschließlich Diabetes mellitus
  • Reisende mit neuromuskulären Erkrankungen
  • Schwangere
  • Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 2 Jahren

Der richtige Zeitpunkt für eine Impfung ist

  • zwischen Oktober und April bei Reisen auf der nördlichen Hemisphäre.
  • zwischen April und Oktober bei Reisen auf der südlichen Hemisphäre.
  • ganzjährig bei Reisen in die Tropen (zwischen den Wendekreisen).

Eine Impfung schützt während der jeweiligen Influenza-Saison. Da sich die Erreger der Influenza ständig verändern können, ist eine Impfung pro Jahr erforderlich.

Ausführliche Informationen zur Grippe finden Sie im Internet unter http://www.grippe-info.de/


Gelbfieber


Gelbfieber tritt nur in einigen Ländern Afrikas und Lateinamerikas zwischen dem 17. nördlichen und südlichen Breitengrad auf. Die Erkrankung wird durch Stechmücken der Gattungen Aedes und Haemagogus (nur in Südamerika) übertragen. Informationen über aktuelle Verbreitungsgebiete finden Sie im Internet unter http://www.who.int/csr/don/archive/disease/yellow_fever/en/.

Eine einmalige Impfung sorgt nach 10 Tagen für einen 10 Jahre andauernden Impfschutz. Im Falle einer Wiederimpfung besteht ein sofortiger Schutz. Die Impfung darf allerdings nur in von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannten Impfstellen vorgenommen werden. Bei Durch- bzw. Einreise in ein Land mit Gelbfiebergebieten kann sie vorgeschrieben sein. Auch Gelbfieber-freie Länder (z.B. in Asien) können die Impfung bei Einreise aus Verbreitungsgebieten verlangen. 


Japanische Enzephalitis


Das Japanische Enzephalitis-Virus wird durch Mücken auf den Menschen übertragen. Der Erreger ist in ganz Asien insbesondere in landwirtschaftlich genutzten Gebieten verbreitet. In Regionen mit gemäßigtem Klima kommt es überwiegend in den Sommermonaten, in tropischen Regionen während und nach der Regenzeit zu Erkrankungen.

Ein Impfstoff ist in Deutschland nicht zugelassen und muss bei Bedarf aus dem Ausland importiert werden.

Für eine Grundimmunisierung mit dem Impfstoff, der das abgetötete Virus erhält, sind 2 Impfungen im Abstand von einer Woche und eine 3. Impfung 1-2 Wochen nach der 2. Impfung erforderlich. Die voraussichtliche Schutzdauer beträgt 1-4 Jahre. Kinder können nach Vollendung des 1. Lebensjahres geimpft werden.


Meningokokken-Meningitis


Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für eine Entzündung der Hirnhaut (Meningitis) durch Meningokokken besteht in Afrika im so genannten Meningitis-Gürtel, der von Senegal und Gambia nach Osten bis in den Süden des Sudans verläuft und im Norden an die Sahara und im Süden an den tropischen Regenwald angrenzt. Außerdem besteht in Teilen Südamerikas ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Auch in anderen Ländern kommt es immer wieder zu Epidemien. Informationen über aktuelle Ausbruchsgebiete finden Sie im Internet.

In Deutschland sind 3 verschiedene Meningokokken-Impfstoffe erhältlich:

  • Die so genannten Konjugat-Impfstoffe gegen die Serogruppe C des Erregers sind für Säuglinge ab dem vollendeten 2. Lebensmonat, sowie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geeignet. Für eine Schutzdauer von 10-15 Jahren benötigen Säuglinge und Kleinkinder 3 Impfungen in 4-wöchigem Abstand. Kinder, Jugendliche und Erwachsene benötigen nur eine Impfdosis.
  • Impfstoffe gegen die Serogruppen A und C des Erregers sind erst ab einem Alter von 18 Lebensmonaten zugelassen. Für eine Schutzdauer von 3 Jahren reicht eine Impfung aus. Bei fortbestehendem Ansteckungsrisiko ist eine Auffrischimpfung möglich.
  • Ein Impfstoff schützt vor den Serogruppen A, C, W135 und Y (bevorzugter Impfstoff bei Reisen in den afrikanischen Meningitis-Gürtel und bei Mekka-Pilgern). Die Impfung schützt 3-5 Jahre, Kinder unter 2 Jahren nur 2 Jahre.

Reisenden wird eine Meningokokken-Impfung empfohlen

  • vor einer Pilgerreise nach Mekka in Saudi Arabien
  • vor Reisen in epidemische/hyperendemische Länder, besonders bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.
  • für Entwicklungshelfer
  • für Schüler und Studenten vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder Impfung für Schüler und Studenten.

Reisende können sich bei der WHO und in den jeweiligen Länderinformationen informieren, ob in bestimmten Regionen mit Krankheitsausbrüchen zu rechnen ist oder ob Impfempfehlungen für die einheimische Bevölkerung ausgegeben wurden.


Kinderlähmung


Während der amerikanische und der europäische Kontinent inzwischen poliofrei sind, besteht in Afrika (vor allem Ägypten, Namibia, Nigeria und Niger) und Asien (vor allem Indien, Pakistan, Afghanistan, Jemen und Indonesien) nach wie vor ein Polio-Infektionsrisiko.

Ein Wiederauftreten der Erkrankung in ursprünglich poliofreien Nachbarländern wird immer wieder beobachtet. Eine aktuelle Übersicht über die Ausbruchsgebiete bietet die Weltgesundheitsorganisation im Internet.

Die Impfung gegen Kinderlähmung gehört zu den Standardimpfungen für alle Kinder. Für eine Grundimmunisierung empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) Kombinationsimpfungen zusammen mit den Impfungen gegen

  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Hepatitis B
  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

im 3., 4., 5. und zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat. Eine Auffrischimpfung gegen Kinderlähmung erfolgt zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr.

Erwachsene, die bereits 4 Impfungen bekommen haben, erhalten nur eine Auffrischimpfung, wenn sie in Verbreitungsgebiete reisen möchten und die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurück liegt. Es stehen hierfür auch Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, falls gleichzeitig auch gegen Tetanus, Diphtherie und/oder Keuchhusten geimpft werden soll.  


Tollwut


Tollwut VirusDie Erkrankung wird in 70-90% der Fälle durch Hunde übertragen, aber auch durch zahlreiche andere Tiere wie Schakale, Fledermäuse (Australien, Großbritannien, Brasilien, USA und andere Länder), Füchse, Affen, Katzen, Alaskabären, Mungos oder Ratten. Die Übertragung erfolgt durch Biss- oder Kratzwunden von infizierten Tieren bzw. nach Schleimhautkontakt mit virushaltigem Speichel. Ein Tollwutrisiko besteht fast überall auf der Welt. Besonders hoch ist das Ansteckungsrisiko bei Bissen von Tieren (meist Hunde ) in Indien, aber auch in vielen anderen Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika. Verbreitungsgebiete in Europa sind Russland, Weissrussland, Ukraine, die baltischen Staaten, Türkei, Rumänien, Kroatien, Serbien und Polen.

Besonders Tierärzte, Jäger, Forstpersonal, Personen mit Umgang mit Tieren in Gebieten mit Wildtiertollwut sowie Personen mit engem Kontakt zu Fledermäusen sollten sich impfen lassen. Darüber hinaus wird eine vorbeugende Impfung Personal in Laboratorien mit Tollwutrisiko und Reisenden in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung (z.B. durch streunende Hunde) empfohlen.

Bei der Tollwut kann auch noch eine Impfschutzbehandlung nach einer Infektion (postexpositionelle Prophylaxe) vor der Erkrankung schützen. Diese sollte jedoch so rasch wie möglich nach Biss- oder Kratzwunden bzw. nach Schleimhautkontakt mit virushaltigem Speichel von tollwütigen bzw. tollwutverdächtigen Tieren erfolgen. Hierfür sind je nach Impfstoff-Präparat 5 bzw. 6 aufeinander folgende Impfungen an den Tagen 0, 3, 7, 14, 28 und zusätzlich eine Gabe von entsprechenden Antikörpern (Tollwut-Immunglobulin) bei der 1. Impfung erforderlich.

Für eine vorbeugende Impfung reichen 3 aufeinander folgende Injektionen an den Tagen 0, 7, 21 (oder 28) aus. Einmalige Auffrischimpfungen werden bei anhaltendem Risiko je nach Impfstoffpräparat alle 2-5 Jahre bzw. nach einem Jahr und danach alle 5 Jahre empfohlen.


Typhus


Typhus wird über verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser verbreitet. In Deutschland sind 2 verschiedene Impfstofftypen gegen Typhus erhältlich: ein Totimpfstoff, der die abgetöteten Erreger enthält, und ein Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Erregern. Der Totimpfstoff wird einmal in die Muskulatur injiziert, spätestens nach 3 Jahren ist eine erneute Impfung erforderlich.

Vom Lebendimpfstoff werden 3 Kapseln für eine Grundimmunisierung eingenommen: je eine an den Tagen 1, 3 und 5. Ein Schutz besteht nach der Einnahme der 3. Kapsel. Bei wiederholten Reisen in betroffene Gebiete sollten sich Reisende jährlich impfen lassen, bei ständigem Aufenthalt in Gebieten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko alle 3 Jahre.


Typhus und Hepatitis A


In Deutschland sind 2 Kombinationsimpfstoffe erhältlich, die vor einer Infektion mit Typhus und Hepatitis A schützten. Für eine Grundimmunisierung reicht eine Impfdosis, die mindestens 2 Wochen vor einer Reise in ein Gebiet mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko mit Typhus und Hepatitis A verabreicht werden sollte.

Um einen Langzeitschutz gegen Infektionen mit dem Hepatitis-A-Virus aufzubauen, wird eine weitere Impfung mit einem Hepatitis-A-Impfstoff zwischen dem 6. und 12. Monat nach einer Impfung mit dem Kombinationsimpfstoff empfohlen.


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