Jährlich erleiden in Deutschland rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Jeder 4. der betroffenen Patienten stirbt innerhalb eines Jahres. Damit ist der Schlaganfall nach dem Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Weltweit steht er mittlerweile sogar an zweiter Stelle.
Das Risiko für einen Schlaganfall steigt mit zunehmendem Alter an. Doch auch junge Menschen oder Kinder können von einem Schlaganfall betroffen sein. Als Folge eines Hirninfarkts können bleibende Schäden auftreten, die zu einer dauernden Pflegebedürftigkeit führen können.
Bei einem Schlaganfall kommt es zu einem plötzlich einsetzenden Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns. Ursache dafür ist in den meisten Fällen eine zunehmende Veränderung von Blutgefäßen (z.B. Arteriosklerose) im Gehirn. Wenn die Ausfallerscheinungen länger als einen Tag (24h) auftreten, liegt ein vollendeter Schlaganfall vor. In diesem Fall ist es bereits zu einer bleibenden Schädigung des Nervengewebes gekommen ist. Bestehen die beobachteten Ausfallerscheinungen nur vorübergehend, spricht man von einer transitorisch ischämischen Attacke (TIA).
Typisch für den Schlaganfall ist das plötzliche Auftreten von Ausfällen, wie z.B. einer Lähmung, einer Unsicherheit beim Gehen oder auch Seh- und Sprachstörungen. In solchen Fällen muss schnell gehandelt werden. Der Patient ist unverzüglich zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus zu bringen. Auf akute Schlaganfälle spezialisierte Zentren sind die so genannten „Stroke Units", die an vielen internistischen und neurologischen Kliniken eingerichtet wurden. Hier arbeiten verschiedene Facharztgruppen und speziell ausgebildete Pflegekräfte eng zusammen, um dem Schlaganfall-Patienten eine optimale medizinische Versorgung bieten zu können. Zum Ärzteteam gehören in erster Linie Neurologen und Internisten, speziell Angiologen und Kardiologen.
Etwa 80% aller Schlaganfälle werden durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht. Dabei werden ein oder mehrere Blutgefäße durch Ablagerungen an den Innenwänden der Arterien oder durch ein Blutgerinnsel eingeengt (TIA) bzw. sogar vollends verschlossen (ischämischer Infarkt). Die betroffenen Gehirnregionen werden dadurch nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und somit geschädigt. Es kommt zum Absterben von Nervenzellen. Sowohl große Hirnarterien als auch kleine Gefäße im Inneren des Gehirns können bei einem Schlaganfall verschlossen sein. Das Ausmaß der Schädigung im Gehirn wird durch Anzahl und Größe der betroffenen Arterien bestimmt sowie durch Vorhandensein und Ausmaß einer Umgehungs- oder Ersatzversorgung.
Eine Durchblutungsstörung kann auch durch einen Blutpfropf (Thrombus) entstehen. In diesem Fall hat sich der Blutpfropf zunächst beispielsweise im Herzen oder in den großen, zum Gehirn führenden Gefäßen durch das Aneinanderlagern von Blutplättchen gebildet. Diese Blutplättchen, die auch als Thrombozyten bezeichnet werden, haben die Aufgabe, Verletzungen der Blutgefäße schnell wieder zu verschließen. Löst sich ein Blutpfropf von der Gefäßwand ab und gelangt er mit dem Blutstrom ins Gehirn, bleibt er in kleineren Gefäßen regelrecht hängen und verstopft sie.
Bei ca. 15% aller Patienten sind Blutungen in das Gehirngewebe die Ursache für einen Schlaganfall. Dies kann geschehen, wenn der Blutdruck in den Arterien zu groß ist, die Gefäßwände durch eine Arteriosklerose oder anderweitig geschädigt sind bzw. eine Kombination von beidem eintritt. Das Blutgefäß platzt dann auf, weil die Gefäßwand dem Druck im Inneren nicht mehr Stand hält. Auch Gefäßmissbildungen (Aneurysmen mit geschwächten Gefäßwänden) können eine Hirnblutung verursachen. In 2 bis 5% der Schlaganfälle liegt eine so genannte Subarachnoidalblutung vor. Die Blutung erfolgt hier in den Raum zwischen Gehirn und weicher Hirnhaut (Arachnoidea). Blutungen im Gehirn verursachen den Untergang von Nervengewebe.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen Schlaganfall. Die Hälfte aller Schlaganfall-Patienten ist älter als 70 Jahre. Neben dem Alter spielt auch das Geschlecht eine Rolle: Männer sind bis Mitte 80 deutlich häufiger von einem Schlaganfall betroffen als Frauen. Weitere wichtige Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind:
Patienten, die bereits einmal oder mehrfach einen Schlaganfall erlitten haben oder bei denen durch eine Mangeldurchblutung (TIA) verursachte Ausfallerscheinungen vorübergehend aufgetreten sind, haben ein erheblich erhöhtes Schlaganfall-Risiko.
Diese Symptome treten bei bis zu 40% aller Schlaganfall-Patienten im Vorfeld eines Schlaganfalls auf. Sie beginnen immer plötzlich und können einige Minuten oder Stunden andauern, um anschließend wieder abzuklingen. Ausfallerscheinungen, die nicht länger als 24 Stunden anhalten, werden als transitorisch ischämische Attacke (TIA) bezeichnet.
Patienten mit solchen Warnzeichen sollten, auch wenn sie schon wieder abgeklungen sind, unverzüglich in ein Krankenhaus gebracht werden. Schnelligkeit ist hier das oberste Gebot. Die Vorstellung eines unbedeutenden, weil rasch abklingenden Geschehens (früher auch gerne als „Schlägle" verharmlost) gehört der Vergangenheit an. Eine sofortige ärztliche Behandlung kann unter Umständen einen vollständigen Schlaganfall verhindern oder zumindest seine Folgen begrenzen. Befindet sich eine „Stroke Unit" in der Nähe, sollte der Patient vorzugsweise dort ärztlich behandelt werden.
Bei dem leisesten Verdacht auf einen Schlaganfall sollte sofort der Notarzt über den Notruf 112 oder die örtliche Notrufnummer alarmiert werden! Jede Minute zählt! Der Umweg über den Hausarzt kostet wertvolle Zeit. Wichtig ist es, im Telefonat den Verdacht auf Hirninfarkt zu äußern. Patienten, die innerhalb von drei Stunden im Krankenhaus eintreffen und dort in speziellen Schlaganfall-Einrichtungen ( „Stroke Unit" ) behandelt werden, haben erheblich bessere Überlebens- und Rehabilitationschancen.
Bis zum Eintreffen des Notarztes sollten Hilfeleistende den Betroffenen beruhigen. Damit der Patient besser atmen kann, gilt es den Oberkörper hoch zu lagern und enge Kleidung wie etwa Kragen oder Krawatte zu öffnen. Im Falle eines Kreislauf-Stillstands, also wenn der Patient bewusstlos, keine Atmung zu erkennen bzw. kein Puls tastbar ist, muss sofort mit einer Herzdruckmassage und der Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen werden.
Die durch einen Schlaganfall verursachte Mangeldurchblutung im Gehirn führt in den meisten Fällen zu Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen oder Gangunsicherheit. Der Betroffene kann plötzlich hinfallen und anschließend Lähmungen auf einer Körperseite aufweisen. Je nach Stärke des Schlaganfalls können leichte Lähmungen von Gesicht oder Arm bis hin zur kompletten Lähmung einer Körperhälfte (Halbseitenlähmung) auftreten. Im Gesicht kann sich die Lähmung durch einen einseitig herunter hängenden Mundwinkel bemerkbar machen. Ist die Zunge des Patienten gekrümmt und windet sich von einer Seite zur anderen, ist dies ebenfalls ein Akutzeichen eines Hirninfarkts.
Weitere Symptome eines Schlaganfalls können Sprachstörungen, Sehstörungen, Schluckstörungen, Schwindel, Gefühlsausfälle und in schweren Fällen sogar Bewusstseinsstörungen sein. So können die Patienten bei starken Schwindelgefühlen weder sitzen noch stehen. Das plötzliche Sehen von Doppelbildern oder der Ausfall der Sehfähigkeit nach einer Seite gehören zu den typischen Sehstörungen nach einem Schlaganfall. Sprachstörungen machen sich dadurch bemerkbar, dass die Patienten Gegenstände oder Personen nicht mehr mit den passenden Begriffen oder Namen benennen können. Zusätzlich zu den genannten Symptomen kann es zu starken, stechenden Kopfschmerzen kommen, die auch mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sein können. Sie sind ein Hinweis darauf, dass eine Hirnblutung als Ursache des Schlaganfalls in Frage kommt.
Welche Ausfallerscheinungen bei den Patienten auftreten und wie stark sie sind hängt in erster Linie von den betroffenen Gehirnregionen und dem Ausmaß der Gehirnschädigung dort ab. Dauern die Symptome mindestens 24 Stunden an, liegt ein vollendeter Schlaganfall vor. Zumindest ein Teil des Hirngewebes ist dann meist dauerhaft geschädigt. Bilden sich die Ausfallerscheinungen innerhalb von Minuten oder Stunden wieder zurück, liegt eine transitorisch ischämische Attacke (TIA) vor. Ob vollendeter Schlaganfall oder TIA, jedes Ereignis ist ein Notfall und der Patient ist so schnell wie möglich in ein Krankenhaus einzuliefern. Am besten ist es, den Notarzt sofort zu verständigen und den Patienten mit Blaulicht ins Krankenhaus zu bringen. Je schneller er mit den richtigen Therapien behandelt wird, umso größer sind seine Chancen, dass sich die Symptome wieder möglichst vollständig zurückbilden.
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall gilt es, umgehend Ausfallerscheinungen aber auch versteckte Symptome, die auf einen Schlaganfall hinweisen, festzustellen und richtig einzuordnen. Zudem werden mögliche Risikofaktoren des Patienten und eventuell aufgetretene Frühwarnsymptome abgefragt. Die Diagnose Schlaganfall kann am Ende der Erstuntersuchung mit großer Sicherheit gestellt werden. Da die Therapie von der Ursache eines Schlaganfalls abhängt, müssen weitere Untersuchungen zeigen, ob ein Blutgerinnsel oder eine Hirnblutung den Schlaganfall ausgelöst haben.
Bildgebende Verfahren
Computertomografie
In den meisten Fällen wird nach der Erstuntersuchung zunächst eine Computertomografie (CT) des Kopfes durchgeführt. Diese Computertomografie liefert Bilder des Gehirns und seiner Blutgefäße. Sie ermöglicht, zwischen einer Durchblutungsstörung (ca. 80% der Schlaganfälle) und einer Hirnblutung (ca. 15% der Schlaganfälle) zu unterscheiden. Steht die Ursache fest, können sofort therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden.
Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie MRT)
Auch mit Hilfe der Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie MRT) können das Gehirn sowie der Verlauf und Zustand der Blutgefäße dargestellt werden. Die MRT ermöglicht dem Arzt, sich ein sehr präzises Bild über den Ort und das Ausmaß der Schädigung im Gehirn zu machen. Dies kann ihm auch bei der Beurteilung helfen, inwieweit sich der Patient von seinem Schlaganfall wieder erholen kann. Die Magnetresonanztomografie liefert genauere Ergebnisse als die Computertomografie, benötigt auf der anderen Seite dafür aber auch mehr Zeit und ist teurer. Sie wird deshalb in der Regel nicht als erstes Untersuchungsverfahren eingesetzt.
Angiografie
Mit Hilfe der Angiografie können die Blutgefäße im Gehirn dargestellt werden. Man unterscheidet vier verschiedene Verfahren: Bei der arteriellen Angiografie wird unter örtlicher Betäubung ein Katheter in die große Körperschlagader oder eventuell die Halschlagader eingeführt, dann spritzt der Arzt dem Patienten ein Kontrastmittel. Die anschließend durchgeführte Röntgenaufnahme zeigt die Hirnarterien. Bei der so genannten, ebenfalls invasiven digitalen Subtraktions-Angiografie (DSA) wird ein Bild der zu untersuchenden Körperregion vor der Injektion des Kontrastmittels aufgenommen. Besonders kontrastreiche bilder von den Gefäßen Von den später gewonnenen Aufnahmen mit Kontrastmittel lässt sich nun mit Hilfe des Computers das erste, kontrastmittelfreie Bild abziehen. Heute wird zunehmend die nichtinvasive kontrastmittelunterstützte Computertomografie-Angiografie (CTA) eingesetzt. Mit der strahlenfreien, aber kostenintensiven Magnetresonanz-Angiografie (MRA) können noch weitere Fragestellungen untersucht werden. Dabei werden die Hirnarterien durch das Spritzen eines Kontrastmittels ebenfalls besser dargestellt.
Ultraschalluntersuchungen
Mit einer Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße (Doppler- bzw. Duplex-Sonografie), zu denen auch die Halsschlagader gehört, stellt der Arzt fest, wie stark die betroffenen Blutgefäße z.B. aufgrund einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) eingeengt sind. Die Doppler-Sonografie kann auch Hinweise auf den Ablösungsort eines Blutgerinnsels (Thrombus) erbringen.
Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) erlaubt es, Veränderungen am Herzen festzustellen, durch die es zu Verwirbelungen des Blutstromes kommen kann. Dies kann letztendlich zur Bildung eines Thrombus im Bereich des Herzens führen, der sich ablöst, bis ins Gehirn wandert und dort durch Verstopfung einer mehr oder weniger großen Arterie einen Schlaganfall auslöst.
Herzrhythmusstörungen (speziell Vorhofflimmern), eine mögliche Schlaganfall-Ursache, kann der Arzt mit einem Elektrokardiogramm (EKG), speziell mit einem Langzeit-, d.h. 24-Stunden-EKG, diagnostizieren.
In seltenen Fällen wird eine Lumbalpunktion vorgenommen. Dabei entnimmt der Arzt mit einer feinen Nadel etwas Flüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal. Diese Untersuchung wird durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine Gehirn- oder Gefäßentzündung besteht und andere diagnostische Verfahren keine Klarheit gebracht haben. Ein anderes Beispiel für den Einsatz der Lumbalpunktion ist, wenn der Verdacht auf eine Blutung in den Raum zwischen Gehirnoberfläche und Hirnhaut (Subarachnoidalblutung) besteht und diese durch eine Computertomografie (CT) nicht nachgewiesen werden konnte.
Laboruntersuchungen
Jedem Schlaganfall-Patienten wird Blut abgenommen, das im Labor untersucht wird. Dabei wird die Konzentration der roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten, Lymphozyten, Granulozyten) festgestellt. Von besonderem Interesse sind auch die Blutplättchen (Thrombozyten) und andere Blutwerte, welche die Blutgerinnung beeinflussen. Bei einer krankhaften Störung des Gerinnungssystems verklumpen die Blutplättchen und bilden die gefährlichen Blutgerinnsel. Zudem werden Blutzuckerwerte, Kalium- und Natriumkonzentration sowie Leber- und Nierenwerte gemessen. Wichtig sind auch Hinweise auf ein Entzündungsgeschehen im Körper, das eine krankhafte Blutgerinnung fördern kann.
Die Folgen eines Schlaganfalls verändern das Leben des Patienten oft einschneidend. Halbseitige Gesichtslähmungen führen zu großen Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen und Schlucken. Viele Patienten können deshalb nicht mehr selbstständig essen und müssen gefüttert werde. Bei Sprachstörungen können die Betroffenen zwar hören und Gesprochenes verstehen, aber selbst nur sehr undeutlich oder gar nicht sprechen. Die vollständige Lähmung einer Körperhälfte hat zur Folge, dass die Patienten nur noch im Bett liegen oder in einem Stuhl sitzen können bzw. einen Rollstuhl benutzen müssen. Leichtere Lähmungserscheinungen führen zu Gehstörungen, bei denen die Patienten meist das betroffene Bein halbkreisförmig nachziehen. Der gelähmte, leicht gebeugte Arm schwingt dann beim Gehen nicht mit. Bleibt eine Gesichtsfeldhälfte blind, können Gegenstände, Hindernisse oder entgegenkommende Menschen auf dieser Seite nicht mehr richtig wahrgenommen werden.
Auch die Kontrolle über den Stuhlgang und die Entleerung der Blase kann verloren gehen. Die Betroffenen müssen dann eine Windel tragen. Bei einer Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen. An Dinge, die lange zurück liegen, können sich die Patienten dagegen noch genau erinnern. Wurde der Schlaganfall durch eine Hirnblutung verursacht, besteht die erhöhte Gefahr, dass es zu weiteren Blutungen und damit auch Schädigungen im Gehirn kommt.
Die Fahrtüchtigkeit der Betroffenen ist in der Regel stark eingeschränkt und die Patienten erhalten vom Arzt, auch bei einem leichteren Schlaganfall, - zumindest vorübergehend - ein Fahrverbot.
Das Ausmaß und die Schwere der Beeinträchtigungen hängen in erster Linie davon ab, welche Gehirnregionen betroffen und wie stark sie durch den Schlaganfall geschädigt worden sind. Die meisten Patienten sind durch den erlittenen Schlaganfall in erheblichem Maße körperlich behindert. Sie sind auch seelisch verunsichert und werden oft depressiv. Die Unterstützung durch die Angehörigen ist deshalb für den Patienten besonders wichtig. Gerade in den ersten Tagen nach einem Schlaganfall sollte der Patient spüren, dass man ihn liebt und sich um ihn kümmert.
Je früher nach einem Schlaganfall die Behandlung begonnen wird, umso größer sind die Chancen des Betroffenen, dass nur wenige Schäden zurück bleiben oder die Beeinträchtigungen sich im Laufe der Zeit sogar vollständig zurück bilden. Eine optimale Behandlung mit Überwachung der wichtigen Funktionsdaten von Kreislauf, Herz und Gehirn bieten Kliniken, die über eine spezielle Schlaganfall-Abteilung ( "Stroke Unit" ) verfügen.
Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Diese Erkenntnis ergibt sich aus der Erfahrung, dass alle Maßnahmen zur Verbesserung innerhalb der ersten 3 Stunden (am besten in der ersten Stunde) ihre beste Wirkung entfalten. Um die akute lebensbedrohliche Situation des Patienten zu stabilisieren und zu verbessern, muss er, falls erforderlich auch intensivmedizinisch versorgt werden. Auch während der Behandlung müssen die Durchblutung und der Stoffwechsel des Patienten stabil bleiben. Dazu werden Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung, Blutzucker, Körpertemperatur, Hirnfunktion, Nierenfunktion, das Wasser- und Elektrolytgleichgewicht und der Säuren-Basen-Haushalt überwacht.
Hat die Untersuchung des Patienten ergeben, dass der Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel in einer Gehirnarterie verursacht wurde, muss der Blutpfropf so schnell wie möglich aufgelöst werden. Hierzu erhält der Patient Infusionen mit pfropfauflösenden Medikamenten (Thrombolytika). Diese Therapie muss innerhalb von 3 Stunden nach Auftreten der ersten Schlaganfall-Symptome beginnen. Zudem muss die Untersuchung mit einem Computertomografen sichergestellt haben, dass keine Hirnblutung vorliegt. Eine Möglichkeit, das Medikament direkt an die Verstopfung im Gehirn zu bringen, ist die intraarterielle Katheterthrombolyse. Dabei wird ein dünner Schlauch durch die Gefäße bis zur verstopften Stelle im Gehirn vorgeschoben. Über eine Sonde gelangt das Medikament dann unverdünnt zur Verschlussstelle und kann dort das Blutgerinnsel auflösen. Die einzelnen Arbeitsschritte werden mit Hilfe eines speziellen Röntgengerätes sichtbar gemacht und kontrolliert. Blutverdünnende Medikamente (Antikoagulatien) werden eingesetzt, um die Blutgerinnung zu hemmen. Sie verhindern die Vergrößerung vorhandener und die Bildung neuer Gerinnsel.
Ist eine Hirnblutung die Ursache für einen Schlaganfall, führt das zusätzliche Blutvolumen zu einer Druckerhöhung im Schädelinneren. Die Folge ist eine zusätzliche Schädigung von Nervengewebe. Der Patient muss dann unter Umständen operiert werden, um das aus dem gerissenen Gefäß ins Gehirn ausgetretene Blut zu entfernen.
An die Akuttherapie schließt sich in der Regel eine Rehabilitation an, die bereits mit verschiedenen Trainingseinheiten in der Klinik beginnt und meist in spezialisierten Einrichtungen fortgesetzt wird. In sehr schweren Fällen, in denen eine Rehabilitation keine Besserung verspricht und wo eine dauernde Pflegebedürftigkeit vorliegt, kommen die Betroffenen nach dem Klinikaufenthalt direkt nach Hause, wo sie von Pflegediensten und Angehörigen ambulant versorgt werden oder in eine Pflegeeinrichtung.
Wie lange ein Schlaganfall-Patient im Krankenhaus bleibt, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Die anschließende Rehabilitation findet meist stationär in einer darauf spezialisierten Klinik statt. Der Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik dauert in der Regel 4 bis 6 Wochen - abhängig vom Ausmaß der Funktionsstörungen. Wenn es der medizinische Zustand des Patienten erlaubt, wird die Rehabilitation ambulant fortgesetzt, um das familiäre, häusliche und berufliche Umfeld in die Therapie einbeziehen zu können.
Nach einem Schlaganfall bleiben die betroffenen Bereiche des Gehirns häufig dauerhaft geschädigt und führen beim Patienten zu Lähmungen, Bewegungsstörungen, Sprachstörungen und anderen Beeinträchtigungen. Unter Umständen können verloren gegangene Fähigkeiten aber zumindest teilweise wiedererlangt werden. In diesem Fall übernehmen andere intakte Bereiche des Gehirns die Funktion der geschädigten Areale. Voraussetzung für eine erfolgreiche Rehabilitation ist die enge Zusammenarbeit von Fachärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten (Logopäden) und Sozialarbeitern untereinander und mit dem Patienten. Eine wichtige Aufgabe der Rehabilitation ist, dass die Betroffenen lernen, mit bleibenden Beeinträchtigungen zu leben und sich damit im Alltag zurechtzufinden. Der Motivation des Patienten kommt dabei eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Je aktiver er bei den Übungen mitwirkt, umso größer sind die Chancen, dass sich Fortschritte einstellen. Häufiger kommt es bei von einem Schlaganfall betroffenen Menschen zu einer so genannten reaktiven Depression, die medikamentös behandelt werden sollte.
Mit Laufband-Therapie wieder gehen lernen
Neue Rehabilitations-Methoden wurden entwickelt, um bei der Wiederherstellung der motorischen Fähigkeiten schnellere und bessere Ergebnisse zu erzielen. Für Patienten, die sich nach ihrem Schlaganfall nur noch mit dem Rollstuhl fortbewegen können, ist eine Laufband-Therapie sinnvoll. Die Vorrichtung ist so konstruiert, dass der Betroffene ohne die Belastung des eigenen Körpergewichts wieder gehen lernen kann. Auch mit der so genannten Forced-use-Therapie wurden sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei Patienten mit einer einseitigen Lähmung wird die gesunde Gliedmaße festgebunden. Der Patient wird dadurch gezwungen, mit dem geschädigten Körperteil aktiv Übungen durchzuführen. Aktuellen Untersuchungen zufolge verbessern sich bereits nach zwei Wochen deutlich die Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaße und die Fertigkeiten bei Alltagshandlungen.
Der Krankheitsverlauf und die Chancen auf eine Heilung hängen beim Schlaganfall in erster Linie vom Ort und der Größe der dauerhaften Hirnschädigungen ab. Einer von 5 Patienten stirbt innerhalb der ersten 4 Wochen. Jeder Zweite, der einen Schlaganfall überlebt, bleibt aufgrund der eingetretenen Schädigungen des Gehirns pflegebedürftig. Die Chancen auf eine vollständige oder zumindest teilweise Rückbildung der Folgen eines Schlaganfalls sind umso größer, je schneller der Patient im Krankenhaus behandelt wird. Optimal eingerichtet sind „Stroke Units". Bei ihnen handelt es sich um Spezialstationen, in denen die Diagnostik, Behandlung und Überwachung nach einem akuten Schlaganfall erfolgen. Hier wird auch frühzeitig mit der Rehabilitation begonnen.
Patienten, die älter als 70 Jahre sind und in der ersten Zeit nach einem Schlaganfall (Akutstadium) schwere Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates (z.B. Lähmungen) und Störungen des Auffassungsvermögens aufweisen, haben eine schlechte Prognose. Je jünger die Patienten sind und je geringer die durch den Schlaganfall verursachten Beeinträchtigungen sind, umso größer sind die Chancen, dass sich die eingetretenen Behinderungen zumindest teilweise wieder zurückbilden. Wenn sich bei den Patienten im Verlauf der Rehabilitation die abhanden gekommenen Fähigkeiten nicht verbessern, Verwirrungszustände oder Apathie andauern sowie Stuhlgang und Wasserlassen nicht mehr kontrolliert werden können, verschlechtert das die Prognose. Auch zusätzliche Komplikationen beeinträchtigen die Heilungschancen nach einem Schlaganfall.
Die beste Schlaganfall-Vorsorge ist die Vermeidung von Risikofaktoren. So kann durch eine Senkung erhöhter Blutdruckwerte um 6-10 mmHg das Schlaganfall-Risiko innerhalb weniger Jahre um bis zu 50% gesenkt werden. Mit regelmäßiger körperlicher Betätigung und kochsalzarmen Mahlzeiten kann man hier schon viel erreichen. Empfehlenswert sind Wandern, Nordic Walking, Schwimmen und Rad fahren. Ein gutes Pensum ist, dreimal die Woche jeweils eine halbe Stunde Sport zu treiben. Um erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte zu vermeiden, sollte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet werden. Dazu gehört, weniger Nahrungsmittel mit großen Mengen an tierischen Fetten wie Wurst, Fleisch und Käse zu essen und dafür pflanzliche Fette mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Fisch zu bevorzugen. Auch der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum senken das Risiko für einen Schlaganfall. All diese Maßnahmen zielen darauf ab, einer Schädigung und zunehmenden Verkalkung der Blutgefäße vorzubeugen. Lassen sich Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinwerte durch eine gesunde Lebensführung nicht in den Normalbereich absenken, ist eine medikamentöse Behandlung möglich.
Bereits eingetretene Verengungen der Blutgefäße kann der Arzt mit einer Ultraschall-Untersuchung (Doppler-Sonografie) aufspüren. Insbesondere verengte Halsschlagadern erhöhen das Schlaganfall-Risiko. Deshalb spielt die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern bei der Schlaganfall-Vorsorge eine wichtige Rolle. Durch ihre frühe Erkennung kann der Arzt Maßnahmen einleiten, die einer weiteren Verengung entgegenwirken. Unter Umständen kann auch eine Operation zur Beseitigung der Verengung in Erwägung gezogen werden. Einengungen der Halsschlagadern deuten aber nicht nur auf ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko hin, sondern auch auf eine erhöhtes Risiko für Gefäßkrankheiten und Arterienverkalkung (Arteriosklerose) in anderen Bereichen des Körpers (Herz, Beine). Aus diesem Grund sind weitere Untersuchungen notwendig, um mögliche Erkrankungen festzustellen.
Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben oder bei denen eine zeitlich begrenzte Durchblutungsstörung im Gehirn aufgetreten ist, müssen Medikamente einnehmen, um die Bildung von neuen Blutgerinnseln zu verhindern. Gerade bei dieser Personengruppe besteht ein hohes Risiko für weitere Schlaganfälle. 7% der Personen, die eine transitorisch-ischämische Attacke (TIA) erlitten haben, bekommen ohne Behandlung innerhalb eines Jahres einen vollendeten Schlaganfall. Bei Schlaganfall-Patienten sieht es noch schlechter aus. Jeder 10. von ihnen erleidet ohne vorbeugende medikamentöse Maßnahmen innerhalb von 12 Monaten einen zweiten Schlaganfall.
Deshalb muss jeder Verdacht auf eine Hirndurchblutungsstörung durch eine ärztliche Untersuchung abgeklärt werden, auch wenn die Durchblutungsstörung nur wenige Minuten gedauert hat. Zur medikamentösen Vorsorge vor einem vollendeten bzw. erneuten Infarkt werden Wirkstoffe eingesetzt, die eine Verklumpung der Blutblättchen verhindern (Thrombozytenaggregationshemmer). Dazu zählen Azetylsalizylsäure und Clopidogrel. Je nach Ursache der Durchblutungsstörung kommen auch Medikamente zur Anwendung, welche die Blutgerinnung vermindern (Antikoagulantien). In jedem Fall ist es wichtig, die vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen.
Nach einem Schlaganfall ist die aktive Teilnahme des Patienten auch über eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme hinaus an ambulanten Maßnahmen zur Verbesserung der gestörten Funktionen von großer Bedeutung. Sie entscheidet mit darüber wie gut und wie schnell der Gesundungsprozess verläuft. Dazu gehören beispielsweise Sprechübungen und das Trainieren von Bewegungsabläufen, wenn entsprechende Behinderungen vorliegen. Der Patient sollte darauf achten, die schwächere Seite bei jeder Gelegenheit bewusst zu bewegen. Werden Verwandte und Freunde in die Übungen mit einbezogen, verstehen sie besser, welche Probleme im Alltag die Beeinträchtigungen mit sich bringen. Auch das Üben selbst ist dann nicht so langweilig.
Können die Arme oder Beine nicht kontrolliert bewegt werden, sollten Patienten wegen der erhöhten Unfallgefahr eher duschen als baden. Dabei kann auch ein Hocker zum Hinsetzen unter die Dusche hilfreich sein. Verletzungen oder Hauterkrankungen werden auf der durch den Schlaganfall beeinträchtigten Körperseite nicht so stark wahrgenommen und deshalb leichter übersehen. Patienten sollten deshalb bei ihrer Körperpflege besonders auf die mit Mitleidenschaft gezogene Körperseite achten. Bei Kau- und Schluckbeschwerden sollten nur kleine Bissen in den Mund genommen werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass keine Essensreste auf der schwächeren Seite des Mundraumes zurück bleiben. Generell sind den Patienten, die Probleme beim Kauen und Schlucken haben, weiche Speisen zu empfehlen. Kleidung und Schuhe sollten möglichst einfach an- und auszuziehen sein.
Praktische Ratschläge und nützliche Tipps für den Alltag bekommt man in den Rehabilitationszentren. Dort erfährt man auch, welche Hilfsmittel sinnvoll und woher sie zu beziehen sind.
Angehörige sind meist die wichtigsten Bezugspersonen für die Patienten. Deshalb kann ihr Verhalten dazu beitragen, dass sich insbesondere der psychische Zustand der Patienten kurz nach einem Schlaganfall stabilisiert. Bereits beim ersten Besuch im Krankenhaus sollten sie Ruhe ausstrahlen. Durch Berührung können sie dem Patient ihre Liebe, Anteilnahme, Verständnis und Fürsorge zeigen. Im Falle einer Sprachstörung können einfache Zeichen der Verständigung dienen. Fragen, die der Patient mit Kopf nicken oder schütteln beantworten kann, erleichtern ebenso die Kommunikation.
Zeit der Rehabilitation
Während der Rehabilitation können und sollen Angehörige die therapeutischen Maßnahmen aktiv unterstützen. Dies ist ein entscheidender Punkt, um Fortschritte bei dem Patienten zu erzielen und sein Selbstwertgefühl zu fördern. Im Gespräch mit den Therapeuten erfahren Angehörige, was sie im Umgang mit dem Schlaganfall-Betroffenen beachten sollten und welche Übungen sinnvoll sind, um den Rehabilitationsprozess zu beschleunigen. Weiter treffen die Angehörigen in dieser Zeit notwendige Vorbereitungen zu Hause, passen beispielsweise die Wohnungseinrichtung der neuen Situation an. Informationen, Ratschläge und nützliche Tipps geben der behandelnde Arzt, die Therapeuten, der Sozialdienst im Krankenhaus und Selbsthilfegruppen.
Hilfsmittel
Für Patienten, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln wie Rollstuhl, Rollator (Gehwagen), Gehstock, Treppenlifte, Badewannenlift, Pflegebett etc., die den Betroffenen und den Angehörigen den Alltag erleichtern. Diese sollten aber nicht länger als unbedingt notwendig benutzt werden, damit die Patienten möglichst schnell wieder ihre Unabhängigkeit erlangen. Die Klinik beantragt die notwendigen Hilfsmittel bzw. unterstützt die betroffenen Familien bei der Anschaffung.
Heimkehr
Ist der Patient wieder zu Hause, sollte die Wohnung so gestaltet sein, dass er sich möglichst selbstständig bewegen und agieren kann. Das ist natürlich auch abhängig vom Ausmaß seiner Behinderung. Zu den größten Gefahrenquellen gehören hohe Türschwellen. Über sie sollten Rampen mit rutschfesten Bodenbelegen gelegt werden. Im Bad sind Haltgriffe am Waschbecken, in der Dusche und an der Toilette wichtig. Das Toilettenpapier muss mit der gesunden Hand erreichbar sein und auf den Boden gehören rutschfeste Matten. Leidet der Patient als Folge des Schlaganfalls unter schweren Hirnleistungsstörungen, sollten möglichst viele Einrichtungsgegenstände an ihrem alten Platz stehen. Sie stellen eine Orientierungshilfe dar und machen es dem Patienten leichter, sich in der Wohnung zurechtzufinden.
Pflegebedürftige Patienten sollten alle wichtigen Dinge in ihrer unmittelbaren Nähe haben. Um das Bett herum muss ausreichend Platz sein, um ihn in den Rollstuhl zu heben. Liegt eine Halbseitenschwäche vor, ist es wichtig, die betroffene Seite zu stimulieren. Der Nachtisch und der Fernseher sollten sich deshalb vorzugsweise auf der durch die Lähmung beeinträchtigten Seite des Patienten befinden. Er wird dadurch automatisch dazu angehalten, mit der geschwächten Seite aktiv zu werden. Diese Seite sollte auch bevorzugt werden, wenn man mit ihm spricht.
Regelmäßige Medikamenten-Einnahme
Eine wichtige Aufgabe der Angehörigen ist es, auf die regelmäßige Einnahme der vom Arzt verordneten Medikamente zu achten. Hilfreich ist dabei, jeden morgen die über den Tag benötigten Medikamente in Schälchen für die Einnahme morgens, mittags und abends zu legen. Auch Blutdruck, Puls und Blutzucker sollten regelmäßig kontrolliert werden. Die Ernährung sollte fettarm und die Flüssigkeitszufuhr ausreichend sein. Empfohlen werden mindestens 2 Liter am Tag. Zigaretten sind für die Patienten tabu. Ein Schlaganfall führt bei vielen Betroffenen zu psychischer Instabilität. Deshalb sollten Angehörige bei den Patienten auf mögliche Zeichen einer Depression achten und wenn diese auftreten umgehend den behandelnden Arzt informieren.
Mahlzeiten
Beim Essen ist eine gerade Sitzhaltung wichtig. Ein Kissen oder eine Decke im Rücken kann dabei die richtige Sitzposition unterstützen und stabilisieren. Gefüttert werden sollte der Patient nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Allerdings ist sicher zu stellen, dass er genügend Nahrung und Flüssigkeit zu sich nimmt, da Austrocknung das Risiko für einen erneuten Schlaganfall erhöht. Auch hier steht das Ziel im Vordergrund, den Patienten zu fordern und damit auch seine Selbstständigkeit zu fördern.
Aktiv leben
Wenn es der körperliche Zustand des Patienten zulässt, sollten die Angehörigen ihn motivieren, sich sportlich zu betätigen. Sport führt zu einer Verbesserung des Gesamtzustandes des Patienten, indem er anregt, Selbstvertrauen schafft und die Lebensfreude steigert. Zudem hilft sportliche Aktivität dabei, die Muskulatur zu stärken und Bewegungsabläufe zu verbessern. Regelmäßig Sport treiben verringert die Risken für weitere Schlaganfälle. Wegen der in vielen Fällen vorhandenen Beeinträchtigung in der Bewegung sind für Schlaganfall-Patienten Wassergymnastik, Schwimmen und gymnastische Übungen besonders geeignet.
Auch Reisen sind für Schlaganfall-Patienten möglich. Sie sollten allerdings keinen Extremsituationen ausgesetzt werden. Länder, in denen sehr hohe oder niedrige Temperaturen herrschen, sollten gemieden werden. Vor jeder Reise sollte man sich vergewissern, ob am Urlaubsort eine gute ärztliche Versorgung gewährleistet ist. Erforderlich sind eine Auslandsreise- und eine Reiserücktransportversicherung.
Für den Lebenspartner ist es wichtig zu wissen, dass ein Schlaganfall die sexuellen Bedürfnisse und Leistungsfähigkeit des Patienten nicht beeinträchtigt. Allerdings können sich spezielle Medikamente potenzmindernd auswirken. Ist der Blutdruck des Patienten gut eingestellt, besteht keine Gefahr, durch sexuelle Aktivität einen Schlaganfall zu erleiden. Eventuelle Probleme und Schwierigkeiten sollten beide Partner offen ansprechen.
Ein Schlaganfall kommt für die meisten aus heiterem Himmel und verändert vieles. Diese schwierige Situation darf nicht verdrängt werden, weder von dem Patienten noch von den Angehörigen. Die Krankheit und ihre Folgen müssen angenommen werden und alle Beteiligten müssen sich mit ihr auseinandersetzen. Wird der Patient pflegebedürftig oder ist er im alltäglichen Leben durch eine bleibende Behinderung beeinträchtigt, müssen sich auch die Angehörigen an ein neues Leben unter veränderten Bedingungen gewöhnen. Um mit dieser neuen, schwierigen Situation zu recht zukommen, sollten sich Patienten und Angehörige nicht scheuen, die Hilfe und Unterstützung anderer in Anspruch zu nehmen. Neben dem behandelnden Arzt und den an der Rehabilitation beteiligten Therapeuten sind dies insbesondere auch die Selbsthilfegruppen. Neben Gruppen, in denen sich Schlaganfall-Betroffene und Angehörige getrennt treffen, gibt es auch solche, in die Angehörige und Patienten gemeinsam gehen. In Deutschland gibt es mehr als 350 Selbsthilfegruppen. Sie dienen dem Austausch von Erfahrungen, ermöglichen die gegenseitige Unterstützung bei Problemen und bieten häufig Angebote für die gemeinsame Freizeitgestaltung an. Eine Liste von Selbsthilfegruppen erhält man über die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe.
Stiftung Schlaganfall
Oberföhringer Straße 123
81925 München
Tel.: 089 / 951 023
Fax: 089 / 957 9158
www.stiftung-schlaganfall.de
Kompetenznetz Schlaganfall
Charité, Klinik und Poliklinik für Neurologie
Schumannstraße 20/21
10117 Berlin
Tel.: 030 / 4505 600 34
Fax: 030 / 4505 609 52
E-Mail: info@schlaganfallnetz.de
www.kompetenznetz-schlaganfall.de
Gut zusammengefasste Informationen rund um das Thema Cholesterin:
http://www.cholesterinspiegel.de
Aktiv gegen Herzinfarkt und Schlaganfall
Helmut Wollschläger, Jörg Ruch
Hirzel Verlag Stuttgart, 2001
Preis: ca. 15 Euro
ISBN: 3-77761-066-6
Risiko Schlaganfall
Brigitte Mohn, Monika Kirschner
Vgs Verlag, 2005
Preis: ca. 15 Euro
ISBN: 3-80251-696-6
Hausaufgaben für Schlaganfallpatienten
Übungen und Hilfestellungen für Betroffene und Angehörige
Günther Hellmann
Hofmann Verlag, 2004
Preis: ca. 10 Euro
ISBN: 3-77803-080-9
Der Einschlag mitten ins Leben -
Schlaganfall mit 45 und das Leben geht weiter
Ulrike Menke
Books on Demand GmbH, 2004
Preis: ca. 10 Euro
ISBN: 3-83340-922-3
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