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| Bild: Zirrhotische Leber mit Knoten und Tumor. |
Bösartige Zellen in der Leber können direkt aus der Leber stammen (primärer Leberkrebs). Ausgangspunkt sind dann entweder die Leberzellen selbst (hepatozelluläres Karzinom), die Gallengänge (cholangiozelluläres Karzinom) oder die Blutgefäße in der Leber (Angiosarkom). In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich zwar um ein hepatozelluläres Karzinom, welche Art von Leberkrebs vorliegt, kann jedoch nur ein Arzt mit Hilfe einer Gewebeprobe bestimmen.
Die häufigste Krebserkrankung der Leber sind jedoch Tochtergeschwülste (Metastasen) aus anderen Organen (sekundärer Leberkrebs). Dabei wandern Krebszellen z. B. aus dem Magen-/Darm-Trakt, der Lunge oder der Brust in die Leber ein und bilden dort Tumore. Ihre Behandlung unterscheidet sich von der des Leberkrebses. Außerdem gibt es verschiedene Formen gutartiger Lebertumore (z. B. Leberzelladenom, Hämangiom).
Leberkrebs entwickelt sich meist schleichend und während der ersten Stadien ohne äußere Symptome. Er entsteht meist als Folge einer Leberzirrhose. Alkoholmissbrauch und eine Infektion mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren sind häufige Ursachen. Die Erkrankung kann in der Regel durch eine operative Entfernung des Tumors oder der gesamten Leber und eine Lebertransplantation geheilt werden. Auch eine Chemoembolisation oder Radiofrequenzablation können erfolgreich sein. Eine Chemotherapie mit krebshemmenden Medikamenten kann ein Leberkarzinom dagegen nicht heilen.
Leberkrebs kommt in Deutschland relativ selten vor, in anderen Gebieten, z. B. Afrika und Südostasien, ist er wegen der starken Verbreitung von Hepatitis die häufigste Krebserkrankung. Etwa 1-4% der Patienten mit einer Leberzirrhose entwickeln in Deutschland pro Jahr Leberkrebs. Generell sind deutlich mehr Männer von Leberkrebs betroffen als Frauen. Die Zahl der Erkrankten in Europa nimmt immer weiter zu, in den vergangenen 15 Jahren hat sie sich fast verdoppelt. Grund hierfür könnte die gestiegene Zahl von Hepatitis-C-Infektionen sein.
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| Bild: Zirrhotische Leber mit Knoten (oben) kann zu Leberkrebs (unten) führen. |
Der Genuss von verschimmelten Nahrungsmitteln kann nachweislich zu Leberkrebs führen. Schuld daran sind die Gifte des Schimmelpilzes, so genannte Aflatoxine. In Mitteleuropa spielen Schmmelpilze als Krebsursache jedoch eine untergeordnete Rolle. In (sub)-tropischen Ländern der Welt sind Aflatoxin-verseuchte Lebensmittel dagegen ein Problem.
Des Weiteren gibt es seltene erbliche Stoffwechselstörungen, die zunächst zu einer Zirrhose und schließlich zum Leberkrebs führen: Dazu gehören die so genannte Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) und die Tyrosinämie. Durch eine rechtzeitige Behandlung der Stoffwechselstörungen können Spätschäden wie Leberkrebs verhindert werden.
Faktoren, die die Leber belasten und/oder zu einer Zirrhose führen können, erhöhen die Gefahr einer Krebserkrankung: Dazu zählt in erster Linie ein übermäßiger Alkoholgenuss. Aber auch viele Medikamente, darunter Verhütungsmittel und Anabolika, setzen der Leber zu.
Die Ansteckung mit einem Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Virus steigert das Risiko, im Laufe des Lebens Leberkrebs zu entwickeln. Da die Viren vor allem durch Sexualkontakte oder Blut übertragen werden, erhöhen ungeschützter Geschlechtsverkehr und Drogenkonsum auch das Leberkrebsrisiko. Auch sind Menschen in medizinischen Berufen, die mit Blut bereits infizierter Menschen in Kontakt kommen können, stärker gefährdet. Blutkonserven werden heutzutage sorgfältig auf Hepatitis-Viren getestet, so dass eine Übertragung durch eine Bluttransfusion ausgeschlossen werden kann.
Organische Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Insektizide etc. schaden der Leber und vergrößern das Leberkrebsrisiko für Menschen, die häufig mit diesen Substanzen in Kontakt kommen. Auch Vergiftungen mit Arsen oder dem Ausgangsstoff von PVC, dem Vinylchlorid, erhöhen die Gefahr für Leberkrebs.
Leberkrebs kann lange symptomfrei verlaufen. Wenn die ersten Krankheitszeichen auftreten, ist die Erkrankung oft bereits weit fortgeschritten. Sie kann sich anfangs mit Müdigkeit, Schwächegefühl, Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden (Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall) bemerkbar machen. Später kommen Gewichtsverlust, Druckschmerzen und eine Schwellung im rechten Oberbauch hinzu.
Wird die Erkrankung nicht zufällig, z. B. bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt, macht sich Leberkrebs oft erst relativ spät bemerkbar. Die Krankheitszeichen sind zudem nicht sehr eindeutig. Meist verbergen sich die Symptome zudem hinter denen einer Leberzirrhose, die bei etwa 90% der Patienten zusammen auftritt.
Leberkrebs-Patienten weisen im fortgeschrittenen Stadium vergleichbare Symptome auf wie Patienten mit einer Leberzirrhose: Ihre Leber und Milz sind stark vergrößert. Sie haben typische Hautveränderungen (z.B. Gefäßerweiterung im Gesicht, „schmutzige" Gesichtsfarbe, Xanthome), die mit Verschlechterung des Krankheitsbildes zunehmen. Ihr Eiweißstoffwechsel ist gestört, und deshalb lagert ihr Körper vermehrt Wasser (Ödeme) ein. Aufgrund des erhöhten Bilirubinspiegels im Blut verfärben sich ihre Haut und Augäpfel gelblich.
Darüber hinaus verlieren die Betroffenen rasch an Gewicht und klagen über dauerhafte Schmerzen in der Lebergegend. Fieber, Wasseransammlungen im Bauch, Gelbsucht oder Blutungen der Speiseröhre deuten auf die Bösartigkeit der Krankheit hin.
Die entarteten Leberzellen können ihre Entgiftungs- und Stoffwechselfunktion nicht mehr erfüllen. So werden z. B. die beim Eiweißstoffwechsel anfallenden Giftstoffe wie Ammoniak, Amine und Phenole nicht mehr ausreichend abgebaut und gelangen unter anderem ins Gehirn, wo sie die Hirnzellen schädigen. Die Folge sind Depressionen, Antriebslosigkeit, Persönlichkeitsveränderungen bis hin zu Bewusstseinsstörungen und Leberkoma, das oft tödlich endet. Die langsame Vergiftung des Körpers führt außerdem zu Nierenversagen.
Im Spätstadium kann sich Leberkrebs im Körper ausbreiten und Tochtergeschwüre (Metastasen) in den benachbarten Lymphknoten, in Bauch- und Brustfell, in Lunge, Nebennieren und Knochen bilden. Diese Komplikation ist jedoch relativ selten.
Leberkrebs entwickelt sich oft als Folge einer vorausgegangenen Lebererkrankung, z. B. einer Leberzirrhose oder einer Leberentzündung (Hepatitis). Daher sind für den Arzt Informationen über diese Erkrankungen und die Lebensumstände des Patienten (Auslandsaufenthalte, Sexualverhalten, Alkoholgenuss) besonders wichtig.
Durch einfaches Abtasten des Bauchraumes kann der Arzt eine vergrößerte Leber erkennen, ebenso etwaige Wasseransammlungen. Bei einem auffälligen Tastbefund wird er die Leber mittels Ultraschall auf verdächtige Knoten absuchen. Eine erhöhte Konzentration der weißen Blutkörperchen im Blut, eine hohe Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit sowie Substanzen im Blut, die bei Leberkrebs oft gebildet werden (so genannte Tumormarker), können ebenfalls auf Leberkrebs deuten. Hierbei spielt vor allem das Alpha1-Fetoprotein eine wichtige Rolle.
Gutartige Lebertumore wie Leberzelladenome, Organvergrößerungen (Hyperplasien) oder Blutschwämme (Hämangiome) lassen sich meistens mit Hilfe bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Computertomografie eindeutig ausschließen. Sie zeigen dem Arzt darüber hinaus das Ausmaß der Krebserkrankung und ob sich im Körper bereits Metastasen gebildet haben. Wenn das nicht möglich ist, geben entnommene Gewebe- bzw. Zellproben Aufschluss über die Gut- oder Bösartigkeit der Wucherung (Biopsie).
Die Wahl der Therapie hängt vom Stadium der Krebserkrankung, dem Alter und Allgemeinzustand des Betroffenen und der Beschaffenheit des entarteten Gewebes ab. Bei Leberkrebs im fortgeschrittenen Stadium spielt die Schmerztherapie eine große Rolle. Es gibt zahlreiche Medikamente und Methoden, mit denen sich Tumorschmerzen lindern lassen. Das Mittel der Wahl und die Dosierung muss der Azrt für jeden Patienten individuell ermitteln.
Eine wirksame Chemo- oder Strahlentherapie gegen den Leberkrebs gibt es bislang noch nicht. Kleine isolierte Knoten kann der Chirurg operativ entfernen, indem er den betroffenen Leberabschnitt in einer Bauchoperation entnimmt. Leberzelladenome werden nur ab einer Größe von 5 Zentimetern operiert, denn die Gefahr, dass sie bösartig werden, ist gering. Bei einem zu starken Befall kann eine Lebertransplantation unausweichlich sein, allerdings nur wenn der Krebs noch nicht in andere Organe gestreut hat.
Alternativ kann der Arzt versuchen, den Tumor mit folgenden Maßnahmen zu verkleinern:
Eine Lebertransplantation ist besser zur Behandlung eines Leberkarzinoms geeignet als eine operative Entfernung der Leber. Eine Transplantation ist jedoch nur möglich, wenn sich in der Leber maximal 3 Knoten mit einem Durchmesser von weniger als 3 Zentimeter befinden oder ein Tumor mit einem Durchmesser von weniger als 5 Zentimetern. Ein breiter Einsatz der Transplantation scheitert meist daran, dass nicht genügend Spenderorgane verfügbar sind.
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| Bild: Ein Tumor regt mit Hilfe von Botenstoffen das Wachstum von Blutgefäßen an, die ihn mit Sauer- stoff und Nährstoffen versorgen. |
Bei der Radiofrequenzablation werden Tumoren der Leber durch Hitze zerstört. Die Hitze wird durch eine Sonde erzeugt, die unter Ultraschallkontrolle in den Tumor eingebracht wird. Durch einen Generator wird ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt, der über die Sonde zu einem starken Temperaturanstieg im Gewebe führt. Das Tumorgewebe wird dadurch so stark erhitzt, dass es abstirbt.
Die Vorteile der Radiofrequenzablation gegenüber anderen sind die geringe Nebenwirkungs- und Komplikationsrate. Selbst bei eingeschränkter Leberfunktion (z.B. bei einer Leberzirrhose) kann dieser Eingriff sicher durchgeführt werden. Der Eingriff wird unter Betäubung ohne eine Vollnarkose durchgeführt. In der Regel ist dafür ein Klinikaufenthalt von wenigen Tagen ausreichend.
Je nach Art des Tumors kann es sinnvoll sein, die Radiofrequenzablation mit anderen Therapieverfahren zu kombinieren, z. B. mit einer Chemoembolisation. Wenn viele über die Leber verteilte Tumoren vorliegen, der Tumor zu groß ist oder die Tumorerkrankung auch andere Regionen des Körpers betrifft (Organe, Lymphknoten), ist eine Radiofrequenzablation meist nicht sinnvoll.
Je früher der Leberkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungsaussichten. In 80% der Fälle können Leberkarzinome zum Zeitpunkt der Diagnose jedoch nicht mehr operiert werden. In den Fällen, in denen die Erkrankung noch operiert werden kann, überlebt jeder 2. Patient länger als 5 Jahre. Die Lebenserwartung bei bereits metastasiertem Leberkrebs beträgt weniger als ein halbes Jahr.
Grundsätzlich sollten Sie alles vermeiden, was der Leber unnötig schadet. Wer zum Beispiel regelmäßig Alkohol trinkt, kann seiner Leber auf Dauer erheblich schaden. Ein moderater Alkoholkonsum von 40-60 Gramm ist für Männer als unbedenklich, dies entspricht etwa 2-3 Gläser Bier oder einem halben Liter Rotwein. Frauen sollten allerdings nur die Hälfte davon täglich trinken. Umweltgifte, Medikamente und Infektionen belasten die Leber zusätzlich und bereiten so den Boden für eine Leberzirrhose, dem Haupt-Risikofaktor für Leberkrebs.
Arbeiter, die mit leberschädigenden Stoffen (z.B. Tetrachlorkohlenstoff) umgehen, sollten aus demselben Grund die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen einhalten, z.B. geeignete Schutzkleidung tragen, Atemschutzmaske, Handschuhe etc.
Eine Ansteckung mit Hepatitis-B-Viren lässt sich durch eine Schutzimpfung vermeiden.
Patienten mit einer Leberzirrhose oder Hepatitis sollten sich regelmäßig auf Leberkrebs hin untersuchen lassen. Ein einfacher Bluttest auf Tumormarker und eine Ultraschalluntersuchung reichen hierzu aus.
Deutsche Leberhilfe e.V.
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c/o Deutsche Leberhilfe e.V.
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Tel.: 0221 / 2 82 99 80
Fax: 0221 / 2 82 99 81
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Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.V.
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Hämochromatose - Vereinigung Deutschland e.V.
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E-Mail: Info@haemochromatose.org
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Tel.: 06221 / 420
Telefax: 06221 / 422995
E-Mail: webmaster@dkfz.de
www.dkfz.de
Lebenszeit - Zeit zum Leben. Ein Ratgeber für Menschen mit Krebs
Andreas Ammon, Dirk Meyer
Zuckschwerdt, 2004
Preis: 16,90 Euro
ISBN: 3-88603-842-4
Heilungschancen bei Krebs. Wegweiser im Krankheitsfall
Thomas Kroiss
Herbig, 2004
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ISBN: 3-77662-404-3
110 wirksame Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs
György Irmey, Anna-Luise Jordan
Haug Sachbuch, 2005
Preis: 17,95 Euro
ISBN: 3-83042-093-5
Ernährung für Krebserkrankte. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige
Hermann Delbrück
Kohlhammer, 2006
Preis: 22,00 Euro
ISBN: 3-17-019173-X
Krebsschmerz. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige
Hermann Delbrück
Kohlhammer, 2004
Preis: 22,00 Euro
ISBN: 3-17-018537-3
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