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Nierenschwäche (akut) - akutes Nierenversagen



Was ist eine akute Nierenschwäche?


Bei einer akuten Nierenschwäche wird das Blut nicht mehr ausreichend gefiltertBei einer akuten Nierenschwäche bzw. Niereninsuffizienz werden die Nieren innerhalb einiger Stunden bis Wochen zunehmend funktionsuntüchtig, so dass das Blut nicht mehr ausreichend gefiltert wird. Dadurch sammeln sich überschüssige Stoffwechselprodukte, Salze, Schadstoffe und Wasser im Blut an und führen so zu einer Störung des Salz- und Flüssigkeitshaushalts. Eine akute Nierenschwäche kann tödlich enden, wenn sie nicht schnell behandelt wird.

Verschieden Ursachen können eine akute Nierenschwäche auslösen. Dazu zählen unter anderem Verletzungen mit starken Blutungen, Verbrennungen, Thrombosen sowie eine Blockade der Harnwege. Fachleute unterscheiden zwischen einem akuten Nierenversagen mit normaler Urinausscheidung und einem mit verringerter Urinausscheidung (weniger als 0,5 Liter/Tag). Das Nierengewebe ist nach einer akuten Nierenschwäche nicht in jedem Fall unwiderruflich zerstört, in manchen Fällen können sie sich wieder erholen.

Als Folge der steigenden Anzahl komplizierter Operationen und Infektionen steigt die Häufigkeit der Erkrankung an. Etwa 2-5% der Patienten in Krankenhäusern erleiden ein akutes Nierenversagen, auf Intensivstationen sogar 10-30% der Patienten.


Ursachen & Risikofaktoren


Bluthochdruck kann eine akute Nierenschwäche verursachenVerschiedene chronische Erkrankungen können ein akutes Nierenversagen hervorrufen. Dazu zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herz- und Leberschwäche. Auch wenn die Nieren bereits vorgeschädigt sind, z. B. bei einer chronischen Nierenschwäche, steigt die Gefahr einer akuten Nierenschwäche. In 1-2% der Fälle entsteht ein akutes Nierenversagen durch Entzündungen. Die Nierenkörperchen können dann das Blut nicht mehr ausreichend filtern.

Man unterscheidet verschiedene Formen des akuten Nierenversagens, je nachdem wodurch die Nieren geschädigt werden. Die unterschiedlichen Formen können gleichzeitig vorkommen oder ineinander übergehen:

 

„Vor" den Nieren liegende Ursachen (prärenale Nierenschwäche)

In 4 von 5 Fällen tritt diese Form der akuten Nierenschwäche auf. Schwere Blutungen (z. B. während großer chirurgischer Eingriffe) und Flüssigkeitsverluste durch Infektionen und Verbrennungen können zu einer verminderten Durchblutung der Niere führen und so ihre Funktionstüchtigkeit einschränken. Auch bestimmte Herzerkrankungen (z. B. Herzschwäche oder Herzinfarkt mit Schock), niedriger Blutdruck, Lungenembolien, schwere Entzündungen mit Kreislaufversagen sowie schwere allergische Reaktionen verringern die Durchblutung der Nieren.

Darüber hinaus können verschiedene Giftstoffe die Nieren schädigen. Dazu zählen:

  • Drogen
  • nierenschädigende Medikamente
  • Röntgenkontrastmittel
  • Schwermetalle (z. B. Gold, Quecksilber, Blei)
  • Pilzvergiftungen
  • Schlangengifte
  • Krankheitserreger (z. B. Blutvergiftung, Hanta-Viren)

Abbauprodukte von Blut- und Muskelzellen im Blut können ebenfalls die Nieren angreifen. Wird Muskulatur durch Autoimmunerkrankungen (z. B. Dermatomyositis, Polymyositis), körperliche Überforderung (z. B. Marathonlauf), Alkohol, Infektionen (z. B. Tetanus), Drogen oder Schlangenbisse zerstört, kann dies ebenfalls eine akute Nierenschwäche zur Folge haben.

 

„Hinter" den Nieren liegende Ursachen (postrenale Nierenschwäche)

Harnsteine, Infektionen, sowie bei Männern eine gutartige Vergrößerung der Prostata können Harnleiter oder Blase ganz oder teilweise blockieren und so den Abfluss von Harn behindern. Dieser staut sich dann bis in die Nieren zurück und führt zu einem Funktionsverlust der Nieren. Verschiedene Tumore können ebenfalls zu einem Urinstau führen. Dazu gehören Geschwülste in:

  • Harnblase
  • Gebärmutterhals
  • Darm
  • Prostata
  • Harnröhre

 

Innerhalb der Niere liegende Ursachen (intrarenale Nierenschwäche)

Hierzu zählen Erkrankungen der Nierenarterien und -venen, ein Verschluss der Nierengefäße sowie Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomeruli) und des Nierenbeckens. Mögliche Auslöser sind bakterielle Entzündungen, Medikamente oder Autoimmunerkrankungen.


Symptome der akuten Nierenschwäche


Die Beschwerden sind meist nicht sehr eindeutig, da es kein klinisches Leitmerkmal gibt, das auf ein akutes Nierenversagen hindeutet. In manchen Fällen bleibt sogar die Menge des ausgeschiedenen Urins konstant. Wenn dagegen ein Patient immer weniger Urin ausscheidet, kann es zu typischen Wassereinlagerungen (Ödeme) vor allem in den Beinen oder zu einem Lungenödem mit Luftnot kommen. Störungen des Elektrolythaushaltes, hier vor allem ein erhöhter Kalium-Spiegel im Blut (Hyperkaliämie), können einen verlangsamten Herzschlag bis hin zu langen Pausen des Herzschlages, Schwindel und kurze Bewusstseinsverluste zur Folge haben.

Liegt ein so genanntes prärenales akutes Nierenversagen vor, treten Anzeichen von Flüssigkeitsmangel auf, z. B.  Durst, niedriger Blutdruck, trockene Schleimhäute und schlecht gefüllte Halsvenen. Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfälle können hinzukommen. Beim postrenalen akuten Nierenversagen dominieren kolikartige Schmerzen im Unterbauch.


Auswirkungen & Komplikationen


akute Nierenschwäche - akutes NierenversagenBei einem akuten Nierenversagen wird das Blut nicht mehr ausreichend gefiltert, so dass der Salz- und Flüssigkeitshaushalt gestört sind. Dies kann verschiedene Komplikationen auslösen. So verbleibt beispielsweise zuviel Wasser im Körper, da die Nieren zuwenig Urin produzieren und ausscheiden. Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Bluthochdruck und Herzschwäche können die Folge sein. Im Extremfall sammelt sich Wasser in der Lunge an (Lungenödeme) oder es kommt zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Darüber hinaus ist der Körper während eines akuten Nierenversagens anfälliger für Infektionen.

Durch die mangelhafte Filterung des Bluts in den Nieren kann es zu einem lebensbedrohlichen Anstieg der Kalium-Konzentration (Hyperkaliämie) kommen. Bei stark erhöhten Kalium-Werten drohen Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand, Übersäuerung der Blutes (Azidose) und Störungen des Kalzium- Phosphat- und Magnesium-Haushalts.

Blutungen im Bereich des Magen-/Darmtraktes sind weitere häufige Komplikationen und können zu Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen und Magengeschwüren führen. Außerdem kann die Erkrankung eine Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis), Muskelkrämpfe, Blutarmut (Anämie) oder Blutgerinnungsstörungen hervorrufen.


Untersuchungen & Diagnose


Je früher der Arzt die Ursachen für ein akutes Nierenversagen findet, desto besser kann er die Erkrankung behandeln. Da die Krankheitszeichen bei einer akuten Nierenschwäche oft schwer zu deuten sind, achtet der Arzt besonders auf mögliche auslösende Erkrankungen oder Ereignisse. Daher spielt die Krankengeschichte des Patienten und eine körperliche Untersuchung eine entscheidende Rolle bei der Diagnose. Hinweise auf vorbestehende Nierenschäden, andere chronische Erkrankungen und auf die Einnahme bestimmter Medikamente sind ebenfalls wichtig.

Untersuchungen bei akutem NierenversagenDie Prüfung von Blutdruck sowie Atem- und Herzfrequenz sowie die Beschaffenheit der Haut und die Füllung der Halsvenen geben dem Arzt Hinweise auf den Flüssigkeitshaushalt und somit auf ein mögliches prärenales Nierenversagen. Dadurch kann er mögliche Komplikationen wie Infektionen, Herzrhythmusstörungen oder Lungenödeme frühzeitig erkennen. Außerdem misst er stündlich die Menge des ausgeschiedenen Urins. Mittels einer Ultraschalluntersuchung lassen sich bei Verdacht auf ein postrenales Nierenversagen die Füllung der Harnblase und ein möglicher Stau in den Nierenhohlräumen bestimmen. Bei Hinweisen auf Schädigung der Nierenkörperchen kann die Durchführung einer Punktion der Niere zur Gewebeentnahme und histologischen Diagnosesicherung nötig werden.

 

Blutuntersuchung

Blutuntersuchung bei akutem NierenversagenWenn die Nieren das Blut nicht mehr ausreichend filtern können, reichern sich im Blut Kreatinin und Harnstoff an. Der Arzt kann dies durch eine Analyse der Blutwerte kontrollieren. Je mehr Kreatinin und Harnstoff im Blut zu finden ist, desto schwächer ist die Filterfunktion der Nieren. Der Kreatinin-Normalwert liegt bei 8-12 Milligramm pro Liter Blut, die normale Harnstoffkonzentration im Blut zwischen 200 und 450 Milligramm/Liter.

Die Konzentration von Kreatinin im Blut wird im klinischen Alltag für eine erste Einschätzung der Nierenfunktion verwendet. Dies ist jedoch sehr ungenau, da der Kreatinin-Wert erst ansteigt, wenn die Nierenfunktion um mehr als die Hälfte abgefallen ist. So kann eine leichte Einschränkung der Nierenfunktion übersehen werden.

Besser geeignet für eine frühe Diagnose ist die so genannte Kreatinin-Clearance, die angibt, wie schnell die Nieren Kreatinin aus dem Blut herausfiltern können. Eine verminderte Kreatinin-Clearance findet sich vor dem Anstieg des Kreatinins im Blut und kann daher schon früh eine Schädigung der Nieren anzeigen.

Darüber hinaus lässt der Arzt die Anzahl der weißen Blutkörperchen sowie weitere Blutwerte bestimmen, wie z. B. das C-reaktive Protein, Leberwerte und Fettwerte. Das C-reaktive Protein wird während entzündlicher Vorgänge in der Leber vermehrt gebildet und kann den Verlauf einer Nierenschwäche anzeigen. Zusammen mit dem Blutbild, das bei entzündlichen Vorgängen erhöhte weiße Blutkörperchen aufweist, lassen sich so neben der Klinik Entzündungen im Körper nachweisen.

 

Urinuntersuchung

Urinuntersuchung bei akutem NierenversagenDa normalerweise im Urin nur wenig oder kein Eiweiß vorkommt, ist eine Ausscheidung von Eiweiß über den Urin ein wichtiger Hinweis auf das Vorliegen einer Nierenschwäche.  Dazu wird der Urin über 24 Stunden hinweg gesammelt und analysiert. Bei einer gesunden Niere ist das Filtergewebe so dicht, dass höchstens 200 Milligramm Eiweiß pro Tag im Urin ausgeschieden werden. Regelmäßige Messungen der Eiweißausscheidung sind auch ein wichtiger Bestandteil der Überwachung des Krankheitsverlaufs, da bei fortschreitender Erkrankung immer mehr Eiweiß im Urin nachweisbar ist.

Ein Urinschnelltest erlaubt dem Arzt eine erste Einschätzung der Nierenfunktion. Die Teststreifen messen den Eiweißgehalt im Urin. Ist das Testergebnis auffällig, muss der Urin auf Art und Menge dieser Eiweiße weiter getestet werden.

Die so genannte Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist ein weiterer Laborwert, durch den der Arzt eine akute Nierenschwäche über den Urin früh erkennen kann. Mit ihrer Hilfe kann er den Schweregrad der Erkrankung einschätzen. Der Normalwert der Glomerulären Filtrationsrate für Kreatinin liegt bei 95-110 Milliliter pro Minute. Das heißt, eine gesunde Niere reinigt pro Minute mindestens 95 Milliliter Blut von Kreatinin, und scheidet es über den Urin aus.

Bei einer mikroskopischen Untersuchung des Urins, dem so genannten Urinsediment, sucht der Arzt nach roten und weißen Blutkörperchen.

 


Behandlung bei akuter Nierenschwäche


Es gibt bis heute keine speziellen Behandlungsmöglichkeiten der akuten Nierenschwäche. Eine schnelle Behandlung der Grunderkrankung sowie der Auswirkungen der Nierenschwäche entscheidet maßgeblich über den Behandlungserfolg.

So werden bei Entzündungen beispielsweise Antibiotika eingesetzt. Starke Flüssigkeits- oder Blutverluste infolge von Verletzungen, Verbrennungen oder Infektionen müssen mit Hilfe von Infusionen schnell ausgeglichen werden. Infusionen sind auch dann erforderlich, wenn sich die Nieren wieder erholen, um dem Flüssigkeitsverlust durch die wieder anlaufende Urinproduktion entgegenzuwirken.

Medikamente - vor allem natürlich solche mit möglicherweise nierenschädigender Wirkung - müssen in ihrer Dosierung gesenkt oder komplett abgesetzt werden. Medikamente, die eine solche Nierenschädigung hervorrufen können, sind beispielsweise:Medikamentöse Behandlung bei akuter Nierenschwäche

  • Schmerzmittel: z. B. Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac
  • Bestimmte Antibiotika: z. B. Aminoglykoside (Amikacin, Gentamycin, Neomycin oder Streptomycin)
  • Chemotherapeutika
  • Bluthochdruckmittel
  • Jodhaltige Kontrastmittel
  • Harntreibende Mittel (Diuretika)

Magenmedikamente, z. B. Protonenpumpenhemmer, werden dagegen zur Behandlung der Folgen einer akuten Nierenschwäche eingesetzt. Sie können die Säureproduktion im Magen senken und so die Gefahr von Blutungen im Magen-/Darmtrakt verringern. Bei Patienten, deren Nieren zu wenig oder gar keinen Urin mehr bilden, werden harntreibende Medikamente, so genannte Diuretika, verabreicht. So wird der gestörte Salz- und Wasserhaushalt behandelt und die Urinproduktion gesteigert, falls sich im Körper zuviel Flüssigkeit ansammelt. Zur Behandlung eines Kalium-Anstiegs im Blut können Kalziumglukonat oder muskelentspannende Medikamente verabreicht werden. Auch Infusionen von Natriumbikarbonat oder Insulin-Glukose können den Kalium-Anstieg bremsen.

Reichen Diuretika nicht aus oder steigen die Kalium- und Harnstoffwerte im Blut zu stark an, ist eine Blutwäsche (Dialyse) erforderlich. Sie wird solange durchgeführt, bis die Nieren wieder "anspringen" und ihre Funktion wieder aufnehmen.

 

Behandlung von Harn- und Nierensteinen

Beim postrenalen akuten Nierenversagen stauen meist Harn- oder Nierensteine den Urin durch Blockade der Harnwege bis in die Nieren zurück. In solchen Fällen kann der Arzt ein dünnes Röhrchen durch die Blase in den Harnleiter einbringen, durch das der Urin seitlich an den Steinen vorbeifließen kann.

Zudem kann er auch Medikamente verabreichen, die muskelentspannend und schmerzlindern wirken. Meist erleichtern sie den Durchtritt des Steines in die Harnblase, von wo aus er in den meisten Fällen problemlos ausgeschieden werden kann.

Wenn dies nicht möglich ist, können die Steine mit einer Schlinge entfernt oder von außen zertrümmert werden. Nur in extrem seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich werden. Größere Steine im Nierenbecken müssen auch, vor allem wenn sie zu gehäuften Infekten oder Abflussbehinderungen führen, in der Regel mittels Stoßwellenzertrümmerung oder kathetergesteuerter Zertrümmerung entfernt werden. 

 

Ernährung/Trinken

Ein akutes Nierenversagen kann zu verstärktem Eiweißabbau und einer Fettstoffwechselstörung führen. Die Nahrung sollte deshalb ausreichend Kalorien enthalten (35-40 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht und Tag). Die Patienten sollten ungefähr soviel trinken, wie sie am Tag zuvor als Urin ausgeschieden haben.

Bei zu geringer Urinproduktion sollte die Nahrung kalium-, natrium- und eiweißarm sein. Bilden die Nieren viel Urin, sollte die Nahrung dagegen reich an Kalium und Natrium sein, um den Salzverlust über den Urin auszugleichen. Wichtig ist dann eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.


Verlauf & Prognose


Ein akutes Nierenversagen verläuft meist in 4 Stadien:

Schädigungsphase (Initialphase)

Diese Phase dauert einige Stunden bis Tage.

Oligo-/anurische Phase

Die Harnausscheidung geht deutlich zurück, so dass der Wasser- und Salzhaushalt gestört wird. Die Dauer dieser Phase liegt zwischen 2 Tagen und 9 Monaten, in der Regel dauert sie jedoch 10 Tage.

Erholungsphase

Die Nieren erholen sich wieder und produzieren steigende Urin-Mengen von bis zu 5 Litern und mehr pro Tag. Die Erholungsphase dauert etwa 3 Wochen.

Wiederherstellungsphase

Die Nierenzellen werden wieder mehr oder weniger funktionsfähig. Nicht immer heilen die Nieren vollständig aus. Diese Phase kann bis zu 2 Jahren dauern.

 

Der Verlauf eines akuten Nierenversagens hängt von der zugrunde liegenden Ursache und der Schwere der begleitenden Grunderkrankungen ab. Außerdem verbessert eine frühe Erkennung und Behandlung den Behandlungserfolg. Bei erhaltener Urinausscheidung ist die Prognose deutlich besser als bei fehlender Urinausscheidung.

Eine akute Nierenschwäche verläuft selbst bei einer raschen Behandlung jedoch immer noch fast bei jedem 2. Betroffenen tödlich. Meist ist aber nicht die Nierenschwäche die eigentliche Todesursache sondern die auslösende, oftmals schwere Grunderkrankung. Sind noch andere Organe zusätzlich geschädigt, verschlechtert dies ebenfalls die Prognose. Die häufigste Todesursache sind Infektionen, da der Körper durch die Erkrankung besonders anfällig für Krankheitserreger ist.

In vielen Fällen erholt sich die Nierenfunktion nach einer akuten Nierenschwäche wieder. Vor allem wenn Flüssigkeits- oder Blutverluste, niedriger Blutdruck oder Giftstoffe erfolgreich behandelt wurden, können die Nieren ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Manchmal entwickelt sich aus einer akuten Nierenschwäche jedoch ein chronisches Nierenversagen mit Schädigungen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Dies ist meist bei Erkrankungen und Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomeruli) der Fall. 10-15% der Patienten müssen dauerhaft mittels Nierenersatztherapie behandelt werden.


Vorsorge & Schutz


Medikamente können die Nieren schädigenPatienten bestehender Nierenerkrankung und eingeschränkter Nierenfunktion sind besonders gefährdet, ein Nierenversagen zu erleiden. Vor der Einnahme von Medikamenten, die die Nieren schädigen können, wie z. B. bestimmte Antibiotika, Kontrastmittel und Schmerzmittel, sollten Sie Ihren Arzt unbedingt auf eine bekannte Nierenerkrankung hinweisen. Ist ihr Einsatz nicht zu vermeiden, so trinken Sie ausreichend.    


Wichtige Adressen


Deutsche Nierenstiftung
c/o Prof. Dr. W. Riegel
Klinikum Darmstadt
Med. Klinik III
Grafenstrasse 9
64283 Darmstadt
Tel.: 0 61 51/780 74 - 0
Fax: 0 61 51/780 74 - 29
E-Mail: info@nierenstiftung.de
www.nierenstiftung.de

www.nierenbuch.de 

Bundesverband Niere e.V.
Weberstraße 2
55130 Mainz
Tel.: 06 131 / 851 52
Fax: 06 131 / 83 51 98
E-Mail: mailto:geschaeftsstelle@bnev.de?subject=
www.cms.bundesverband-niere.de

KfH Kuratorium für Dialyse und
Nierentransplantation e.V.
Martin-Behaim-Straße 20
63263 Neu-Isenburg
Tel.: 0 61 02/3 59-0
Fax: 0 61 02/3 59-344
E-Mail: info@kfh-dialyse.de
www.kfh-dialyse.de

Deutsche Hochdruckliga e.V.
Berliner Str. 46         
69120 Heidelberg    
Tel.:  0 62 21 / 5 88 55-0
Fax: 0 62 21 / 5 88 55-25
E-Mail: hochdruckliga@t-online.de
www.hochdruckliga.de 

Gesellschaft für Nephrologie
Berliner Straße 46
69120 Heidelberg
Tel.: 062 21 / 65 56 53
Fax: 062 21 / 65 56 63
www.nierengesellschaft.de

Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Klinische Nephrologie e.V.
Prof. W. Fassbinder
Klinikum Fulda
Pacelliallee 4
36043 Fulda
Tel.: 0661 / 84 54 51
Fax: 0661 / 84 54 52
E-Mail: info@nephrologie.de
www.nephrologie.de


Bücher zum Thema


Köstlich essen bei Nierenerkrankung 
Barbara Börsteken
Trias, 2007
Preis: 22,95 Euro
ISBN: 3-83043-349-2

Diabetes und Niere
Christoph Hasslacher, Sonja Böhm
Kirchheim, 2001
Preis: 17,50 Euro
ISBN: 3-87409-335-2

Die Sprache der Niere. Symptomerklärungen
Christiane Krohn
Books on Demand, 2006
Preis: 16,95 Euro
ISBN: 3-83344-357-X

 


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