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Magenkrebs



Was ist Magenkrebs?


Bei Magenkrebs führen Veränderungen im Erbgut von Zellen der Magenschleimhaut dazu, dass sich die Zellen unkontrolliert vermehren. Aus den so entstehenden Geschwülsten (Tumoren) können sich kranke Zellen ablösen, andere Organe befallen und dort ebenfalls Krebs auslösen (Metastasen).

Die Tumore können aus unterschiedlichen Geweben entstehen, entsprechend gibt es verschiedene Krebstypen. In der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich bei Magenkrebs um so genannte Adenokarzinome, die sich aus Drüsengewebe der Magenwand entwickeln. Andere Tumorarten wie zum Beispiel Lymphome oder Sarkome des Magens kommen dagegen sehr selten vor. Häufig befindet sich der Krebs in dem Bereich des Magens, in dem die Speiseröhre in den Magen übergeht.

Vom eigentlichen Magenkrebs wird das so genannte primäre Lymphom des Magens unterschieden. Dieser meist langsam wachsende Tumor entwickelt sich aus dem Lymphgewebe der Magenschleimhaut und bleibt lange Zeit auf den Magen beschränkt. Erst in späteren Stadien werden Lymphknoten außerhalb des Magens oder andere Organe befallen. Magenlymphome können durch das Magenbakterium Helicobacter pylori hervorgerufen werden und können deshalb auch mit Antibiotika behandelt werden. Sie machen etwa 5% aller bösartigen Tumore des Magens aus.

Magenkrebs - MagentumorWie Magenkrebs entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, die die Krebsentstehung begünstigen. Dazu zählen unter anderem Infektionen mit Helicobacter pylori, verschiedene Nahrungs- und Umweltfaktoren sowie eine erbliche Veranlagung.

Magenkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen: Von den jährlich knapp 220.000 Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland erkranken rund 11.000 Männer und 8.000 Frauen an Magenkrebs (Stand: 2002). Die Erkrankung ist damit die 5. häufigste Krebserkrankung unter Männern in Deutschland bzw. die 6.-häufigste unter Frauen. Jedes Jahr sterben ungefähr 14.000 Menschen an dem bösartigen Tumorleiden.


Ursachen & Risikofaktoren bei Magenkrebs


Verschiedene Faktoren begünstigen die Entstehung von Magenkrebs. Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, erhöht sich das Risiko für die Erkrankung weiter. Wer mehrere Risikofaktoren für Darmkrebs aufweist oder länger andauernde Magenbeschwerden hat, sollte sich aus diesem Grund unbedingt regelmäßig untersuchen lassen.

Eine wichtige Rolle spielt die erbliche Veranlagung. So ist das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, fast 4-mal so groß, wenn ein Verwandter ersten Grades, also Eltern, Kinder oder Geschwister, bereits an Magenkrebs erkrankt ist.

Auch eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori ist als Risikofaktor bekannt. Das Bakterium kann Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüre auslösen und so die Entstehung von Magenkrebs begünstigen.

Sodbrennen erhöht das Risiko für die Entstehung von Magenkrebs - Reflux-ÖsophagitisEine weitere Gefahr stellt der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre dar, was sich oft in Form von Sodbrennen äußert. Die Säure schädigt die Schleimhaut am Übergang von Magen und Speiseröhre. Dies führt zu Zellveränderungen, die die Vorstufe von Magenkrebs sein können.

Darüber hinaus spielen Umwelteinflüsse und Lebensstil eine wesentliche Rolle. So fördern stark gesalzene Speisen das Auftreten von Magenkrebs. Vor allem Pökelsalz aus Fleisch- und Wurstwaren enthält Nitrit, das im Magen in krebserregende Nitrosamine umgewandelt wird. Auch zu heiße Speisen sowie eine einseitige Ernährung schaden dem Magen. Langanhaltender Alkoholgenuss und Rauchen schädigen die Schleimhäute von Mund, Rachen, Speiseröhre und Magen und erhöhen ebenfalls das Krebsrisiko.


Erste Anzeichen bei Magenkrebs


Im Frühstadium verursacht Magenkrebs häufig keine oder nur schwache Krankheitszeichen. Meist werden sie als ein „empfindlicher Magen" oder eine Nahrungsunverträglichkeit fehl gedeutet und ignoriert. Bei länger andauernden Magenbeschwerden sollten Sie die Ursache jedoch unbedingt von einem Arzt abklären lassen. Nehmen sie dauernde Magenbeschwerden ernst!

Mögliche Alarmsymptome sind:

  • Plötzlicher Gewichtsverlust
  • Häufiges Erbrechen
  • Hinweise für eine Magenblutung, z. B. Bluterbrechen, schwarzer Stuhl („Teerstuhl")

Symptome bei Magenkrebs


Im Anfangsstadium von Magenkrebs gibt es oftmals keine Beschwerden oder SymptomeEin bösartiger Magentumor verursacht vor allem im Anfangsstadium häufig zunächst keinerlei Beschwerden. Deshalb befinden sich 2 Drittel aller Patienten bei Diagnosestellung schon in einem weiter fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Die ersten Symptome sind meist nicht eindeutig. Dazu gehören länger andauernde Oberbauchschmerzen, die von einem Druck- und Völlegefühl begleitet sind. Manche Patienten klagen auch über Appetitlosigkeit, Übelkeit und Brechreiz sowie Schluckbeschwerden. Weitere Zeichen der Krebserkrankung können Abgeschlagenheit, Schwäche, Müdigkeit und Blässe sein.


Auswirkungen & Komplikationen


Magenkarzinome neigen nicht nur zu einer lokalen Ausbreitung in der Magenwand sondern auch zu einer recht frühen Ausbreitung in andere Organe. So können Metastasen über die Lymphwege nahe gelegene Lymphknoten befallen, über die Blutbahnen wandern Tochtergeschwülste häufig in Leber, Lunge, aber auch Knochen und Gehirn. Eine besondere Form der Ausbreitung ist der so genannte Krukenberg-Tumor. Dabei handelt es sich um eine Metastase in den Eierstöcken.


Untersuchungen & Diagnose


Zu Beginn der Diagnostik bei Magenkrebs steht ein ausführliches Gespräch mit dem ArztAm Anfang der Diagnostik steht ein ausführliches Gespräch des Arztes mit dem Patienten, dem eine allgemeine körperliche Untersuchung folgt. Ziel der Untersuchungen ist es, Lage und Größe einer Geschwulst zu messen, Typ und Stadium zu bestimmen und festzustellen, ob sich schon Metastasen in anderen Organen gebildet haben. Tumore werden anhand verschiedener Kriterien in unterschiedliche Entwicklungs- und Ausbreitungsstadien eingeteilt (Stadieneinteilung der UICC, TNM-Klassifikation).

 

Gastroskopie

Das wichtigste Verfahren zur Erkennung eines Magenkrebses ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Hierbei schiebt der Arzt einen dünnen, biegsamen Schlauch (Endoskop) vorsichtig durch den Mund und Speiseröhre in den Magen des Patienten. Die Untersuchung ist in der Regel völlig schmerzfrei. Sie kann unter örtlicher Betäubung und unter Gabe eines leichten Schlafmittels durchgeführt werden. Damit der Arzt freie Sicht auf die Magenwände hat, muss der Patient nüchtern sein.

Die Methode bietet den Vorteil, dass der Arzt eine Gewebeprobe entnehmen kann (Biopsie). Diese Gewebeprobe gibt Aufschluss darüber, ob es sich bei einer Geschwulst im Magen um eine gutartige Veränderung (z. B. einen Polypen) oder um einen bösartigen Tumor handelt.

 

Ultraschall

Eine Ultraschall-Untersuchung kann Klarheit bei einem Verdacht auf Magenkrebs verschaffenIn bestimmten Fällen, etwa wenn eine Magenspiegelung einen verdächtigen Befund ergeben hat, kann eine Ultraschalluntersuchung der Magenwand wichtige Hinweise geben. Sie kann auch endoskopisch durchgeführt werden. Dabei wird das Ultraschallgerät ins Innere des Magens eingeführt. Diese Methode ist besonders bewährt, um festzustellen, wie tief ein Tumor in die Magenwand eingewachsen ist. Außerdem kann der Arzt so erkennen, ob der Tumor bereits in anderen Organen, z. B. in Lymphknoten oder Leber, Metastasen gebildet hat.

 

Weitere Untersuchungen

Die Computer-Tomografie (CT) ermöglicht bei Magenkrebs eine genaue Lokalisierung des TumorsEine Computertomografie zeigt die genaue Größe und Lage eines Tumors. Ein Chirurg kann so entscheiden, ob er den Tumor operativ entfernen kann und wie er dabei vorgehen muss. Auch herkömmliche Röntgenaufnahmen werden in manchen Fällen noch zur Diagnose verwendet. Bei einer Skelettszintigrafie macht eine schwach radioaktive Substanz, die in eine Vene des Patienten gespritzt wird, eventuelle Tochtergeschwüre in den Knochen sichtbar.  Ergeben all diese Methoden kein eindeutiges Ergebnis kann der Arzt auch eine Kernspintomografie oder eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) durchführen, um weitere Informationen zu erhalten.

 

Laboruntersuchungen

Eine Analyse von Blutwerten, wie z. B. Leber- und Nierenwerte, geben Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und die Funktionstüchtigkeit der Organe. Außerdem können so genannte Tumormarker auf eine Krebserkrankung hindeuten. Diese Stoffe können in manchen Fällen Rückschlüsse erlauben, ob tatsächlich eine Tumorerkrankung vorliegt. Bei der Erkennung von Magenkrebs spielen sie jedoch eine untergeordnete Rolle.


Behandlung bei Magenkrebs


Die Behandlung des Magenkrebses hat zum Ziel, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen und befallene Lymphknoten sowie mögliche Metastasen in anderen Organen zu beseitigen. Wie erfolgreich die Therapie ist, hängt ganz entscheidend von der Ausbreitung des Tumors ab. Hierzu gibt es eine Stadieneinteilung, die den Primärtumor selbst sowie einen eventuellen Lymphknotenbefall und Metastasenbildung berücksichtigt. Nach dieser so genannten TNM-Klassifikation (T steht für Tumor, N für Nodulus (Knoten), M für Metastase) planen die Ärzte ihr weiteres Vorgehen.

Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen dem Arzt zur Verfügung:

 

Endoskopische Entfernung

Tumorvorstufen und kleinere Tumore, die noch nicht tief in die Magenwand eingedrungen sind, können manchmal schonend mit Hilfe eines Endoskops entfernt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der Tumor frühzeitig erkannt wurde und noch nicht weit fortgeschritten ist. Da Magenkrebs oft spät erkannt wird, können nach wie vor nur wenige Magentumore auf diese Weise entfernt werden.

 

Operation

Chirurgische Entfernung des Tumors bei MagenkrebsIn den meisten Fällen muss ein Tumor im Magen operativ entfernt werden. Je nach Lage der Geschwulst entfernt der Chirurg den Magen ganz oder teilweise, außerdem noch die zugehörigen Lymphknoten. Bei hoch sitzenden Tumoren wird auch die Milz entnommen. Um den Verlust des Magens auszugleichen, formt der Chirurg aus einer Dünndarmschlinge einen Ersatzmagen.

Manche Patienten sind nach einer Operation völlig beschwerdefrei, andere leiden unter Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Schmerzen, Blutarmut oder Osteoporose. Aufgrund des Blutverlustes kann es nach der Operation zu einem Eisenmangel kommen, der sich durch Entzündungen in den Mundwinkeln, brüchige Haare oder Fingernägel und eine graugelbe Hautfarbe bemerkbar macht. Magenoperierte haben zudem oft einen Mangel an Vitamin B12 oder Vitamin D. Sie müssen daher nach der Operation ihre Ernährung umstellen um Mangelerkrankungen vorzubeugen.

Wenn eine Infektion mit Helicobacter pylori nachgewiesen wurde, ist zusätzlich eine Behandlung mit Antibiotika und einem Säureblocker (z. B. Protonenpumpenhemmer) erforderlich (Eradikationstherapie). Ist der Tumor schon weiter fortgeschritten, erfolgt in der Regel eine teilweise oder auch vollständige Entfernung des Magens. Bei Befall von Lymphknoten werden diese zumeist ebenfalls operativ behandelt. Nach der Operation kann noch eine Chemo- und/oder Strahlentherapie nötig sein, um den Behandlungserfolg zu optimieren.

 

Chemotherapie

Chemotherapie zur Behandlung von MagenkrebsDie Medikamente bei einer Chemotherapie blockieren die Vermehrung der Tumorzellen und führen so zu einer Verkleinerung des Tumors. Die gebräuchlichsten unter diesen so genannten Zytostatika sind Cisplatin, 5-Fluoracil und Folinsäure, Doxetacel und Irinotecan.

Eine Chemotherapie ist dann notwendig, wenn durch die Operation möglicherweise nicht alle im Körper vorhandenen Krebszellen entfernt werden konnten oder wenn sich bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen gebildet haben (adjuvante Therapie). So soll ein Rückfall (Rezidiv) verhindert werden. In manchen Fällen erfolgt eine Chemotherapie auch vor einer Operation (neoadjuvante Therapie). Die Medikamente sollen den Tumor dann verkleinern, damit der Chirurg ihn später bei der Operation leichter entfernen kann. Auch wenn Tochtergeschwülste in vielen Organen gleichzeitig vorhanden sind, kann eine Chemotherapie die Erkrankung zurückdrängen, die Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern.

Die Medikamente werden über bestimmte Zeiträume (Zyklen) hinweg eingenommen, zwischen denen Pausen (Intervalle) liegen. Die Einnahme muss laufend von einem Arzt kontrolliert werden, der Wirkung und Nebenwirkungen überwacht.

Die Wirkstoffe einer Chemotherapie hemmen die Zellen des Körpers, die sich besonders schnell teilen. Da die Medikamente durch den Blutkreislauf im gesamten Körper verteilt werden, werden auch gesunde Zellen, z. B. Schleimhaut- oder Haarwurzelzellen, geschädigt. Dies kann zu mehr oder weniger starken Nebenwirkungen wie Blutarmut, Blutungen, Infektionen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Haarverlust führen. Moderne Medikamente sind jedoch deutlich besser verträglich.

 

Strahlentherapie

Tumorzellen können auch durch Strahlung abgetötet werden. Die Strahlen ähneln Röntgenstrahlen, sind jedoch sehr viel energiereicher. Sie dringen tief in den Körper ein und führen zu Veränderungen im Erbgut der Zellen. Da Krebszellen diese Veränderungen schlechter verkraften als gesunde Zellen, wirkt eine Strahlentherapie in erster Linie auf das Tumorgewebe. Außerdem kann die Strahlung heute mit Hilfe modernster Technik so auf ein eng begrenztes Zielgebiet ausgerichtet werden, dass umliegendes Gewebe nur wenig oder keiner Strahlung ausgesetzt ist. So wird gesundes Gewebe geschont und Nebenwirkungen werden so gering wie möglich gehalten.

Eine Strahlentherapie wird von speziell ausgebildeten Ärzten, z. B. einem Strahlentherapeuten oder Radioonkologen, durchgeführt. Die Behandlung ist völlig schmerzfrei und wird oft in mehreren aufeinander folgenden Sitzungen durchgeführt, d. h. der Patient kann die Klinik nach der Bestrahlung in der Regel wieder verlassen.

Eine Strahlentherapie kann nach einer Operation entweder alleine oder in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt werden. Dadurch kann der Arzt einzelne Krebszellnester behandeln, die nach der Operation im Körper verblieben sind. Ist eine Geschwulst nicht ohne weiteres zu operieren, kann sie zuvor bestrahlt und so verkleinert werden (neoadjuvante Therapie). Auch während der Operation können Tumorreste bestrahlt und zerstört werden (intraoperative Radiotherapie). Bei weit fortgeschrittenem Magenkrebs soll die Strahlentherapie vor allem Schmerzen und Symptome lindern (Palliativtherapie).

Trotzt sorgfältiger Planung können bei einer Strahlentherapie Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen Schluckbeschwerden, Durchfall und Verstopfung sowie Hautreizungen.

 

Antibiotika-Therapie

Das Magenbakterium Helicobacter pylori kann Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis), Magengeschwüre sowie Magenlymphome auslösen. Frühe Stadien eines Lymphoms können deshalb mit Antibiotika behandelt werden, die das Bakterium im Magen abtöten. In 60-90% der Fälle bildet sich das Lymphom daraufhin komplett zurück.

 

Weitere Behandlungsmethoden

Hyperthermie

Tumorzellen sind deutlich temperaturempfindlicher als gesunde Körperzellen. Durch eine so genannte Überwärmungstherapie (Hyperthermie) wird die Körperregion, in der sich der Tumor befindet, auf 40-44 Grad erwärmt. Die Tumorzellen werden durch diese Behandlung empfindlicher gegen Chemo- und/oder Strahlentherapie. Es gibt jedoch noch keine gesicherten Erkenntnisse, ob eine Hyperthermie Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs tatsächlich hilft.

Palliative Therapie, Schmerztherapie

Eine Palliativtherapie hat zum Ziel, die Beschwerden und Schmerzen von Patienten zu lindern, deren Erkrankung unheilbar ist. Örtliche Beschwerden, die durch das Wachstum des Tumors entstehen, stehen dabei im Mittelpunkt der Behandlung, dazu kommen beispielsweise auch die Psychoonkologie und die Schmerztherapie.

Um die durch die Krebserkrankung häufig auftretenden Schmerzen zu bekämpfen, stehen eine Reihe von sehr wirkungsvollen Schmerzmedikamenten als Tropfen oder Tabletten zu Verfügung. Durch Schmerzpumpen können Schmerzmittel direkt in den Blutkreislauf des Patienten gelangen und so schnell im ganzen Körper wirken. Schmerzpflaster geben ihren Wirkstoff gleichmäßig über einen längeren Zeitraum durch die Haut ins Blut ab. In beiden Fällen kann der Patient die Menge und den Zeitpunkt der Medikamentengabe in Absprache mit seinem Arzt selbst regulieren.

Komplementäre Behandlungsmethoden

Immer wieder wecken Schlagzeilen über  angeblich sensationelle Heilungserfolge durch alternative Heilmethoden Hoffnung bei Patienten und Angehörigen. Als Alternativen zur „Schulmedizin" werden so genannte „ganzheitliche" oder „biologische" Methoden wie Krebsdiäten oder Vitaminkuren angeboten.

Eine Wirksamkeit dieser Behandlungen ist nur in wenigen Fällen wissenschaftlich nachgewiesen. Sie können vor allem dann Schaden anrichten, wenn Patienten zu ihren Gunsten auf erwiesenermaßen wirksamere Therapien verzichten. Wenn eine Operation, Chemo- oder Strahlentherapie den Verlauf einer Krebserkrankung positiv beeinflussen kann, sollten alternative Heilmethoden keinesfalls alleine eingesetzt werden. Es besteht die Gefahr, dass eine echte Heilungschance unwiderruflichlich verstreicht!


Prognose & Verlauf


Wird Magenkrebs im Frühstadium erkannt und behandelt, können heute 75% der Betroffenen überleben. In diesem Stadium ist der Krebs noch auf die Schleimhaut beschränkt und hat sich noch nicht in die tiefer liegenden Schichten der Magenwand ausgebreitet. Bei einem weiter fortgeschrittenen Tumorstadium beträgt die Heilungsrate dagegen nur noch 20%.

 

Tumornachsorge

Nachsorge bei MagenkrebsNach der Entlassung aus dem Krankenhaus können Patienten in speziell ausgerüsteten Nachsorgekliniken Ernährungs- und Verhaltensregeln für das Leben nach einer Magenoperation erlernen.

Sobald die erste Behandlungsphase (Operation, Chemo- oder Strahlentherapie) abgeschlossen ist, beginnt die Phase der Tumornachsorge. Durch sie sollen neu entstehende Tumore rechtzeitig erkannt und Begleit- oder Folgeerkrankungen festgestellt und behandelt werden. Außerdem soll sie Ihnen bei psychischen oder sozialen Problemen helfen.

Die Tumornachsorge sollte von einem Arzt vorgenommen werden, dem Sie vertrauen. Wichtig ist vor allem, dass alle wichtigen Informationen zwischen der Klinik und dem Nachsorgearzt ausgetauscht werden. Nehmen Sie die Termine für die Nachsorge-Untersuchungen pünktlich wahr. Nur so können Rückfälle rechtzeitig werden, bevor sie Beschwerden verursachen.

In den ersten beiden Jahren nach der ersten Behandlungsphase finden Nachsorge-Untersuchungen alle 3-6 Monate statt. Später werden die Abstände größer. Die Untersuchungen bestehen aus einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums und eine Bestimmung der Blutwerte, falls notwendig auch eine Röntgenuntersuchung oder eine Gastroskopie


Vorsorge & Schutz


Mit einer gesunden Lebens- und Ernährungsweise lässt sich zwar das Risiko für Magenkrebs verringern, eine Garantie nicht zu erkranken gibt es aber bei einer solchen „primären" Vorsorge nicht. Deshalb ist die „sekundäre" Vorsorge im Rahmen der Krebsfrüherkennung das A und O. Durch regelmäßige Magenspiegelungen, vor allem bei Risikopatienten, kann der Arzt Veränderungen der Magenschleimhaut frühzeitig erkennen und behandeln.

Durch eine gesunde Ernährung kann man das Risiko der Entstehung von Magenkrebs verringernDer Zusammenhang von ungesunder Ernährung und Krebsentstehung ist heute unbestritten. Zur Verhütung von Magenkrebs spielt die Ernährung eine besonders große Rolle. Es gibt Lebensmittel, die besonders reich an sekundären Pflanzenwirkstoffen sind und eine krebsvorbeugende Wirkung entfalten. Dazu gehören vor allem Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Knoblauch, Weißkohl, Möhren, Soja, Ingwer, Sellerie, grüner Tee, Vollkornprodukte, Vollreis, Küchenkräuter, Wildkräuter, Beeren, Melonen und andere Früchte.

  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen, Ballaststoffen und Spurenelementen ist. Nehmen Sie deshalb täglich frisches Obst und Gemüse zu sich.
  • Meiden Sie stark salzhaltige Kost wie z.B. gepökeltes und geräuchertes Fleisch sowie nitrathaltige Lebensmittel.
  • Sparen Sie an Kalorien und üben Sie Zurückhaltung bei fett- und zuckerreicher Nahrung.
  • Trinken Sie reichlich, am besten Mineralwasser, Kräutertee, verdünnte Fruchtsäfte und grünen Tee.
  • Der Abbau von Stress hilft, Magenkrebs vorzubeugenSeien Sie vorsichtig mit Alkohol und verzichten Sie auf harte Getränke wie Rum, Schnaps, Wodka.
  • Meiden Sie Zigaretten. Rauchen hat einen negativen Einfluss auf den gesamten Organismus und erhöht das Krebsrisiko, und zwar nicht nur für das Lungen- und Bronchialkarzinom, sondern auch für Magenkrebs.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport. Körperliche Bewegung hält fit, bringt Kreislauf und Immunsystem in Schwung und hilft, Übergewicht zu reduzieren.
  • Gönnen Sie sich Ruhepausen und ausreichend Schlaf. Der Körper braucht Phasen der Entspannung, um Stress abzubauen und die innere Ausgeglichenheit zu bewahren. Anhaltender Stress wirkt sich ungünstig auf die Körperabwehr aus und kann langfristig dazu führen, dass die Immunmechanismen versagen und Erkrankungen wie Krebs Vorschub geleistet wird.

Tipps für Magenkrebs-Patienten


Die Diagnose Krebs ist für jeden Betroffenen ein enormer Einschnitt in sein bisheriges Leben. Sie löst bei fast allen Menschen Unsicherheit und Ängste aus. Oft besteht das Bedürfnis, eine Ursache für die Erkrankung zu finden: Die eigenen Lebensumstände oder das eigene Verhalten werden oft für den Ausbruch von Krebs verantwortlich gemacht.

Bei der Diagnose Krebs ist es sehr wichtig, mit Freunden und Angehörigen zu sprechenEine Krebserkrankung ist ein schicksalhaftes Ereignis. Suchen Sie deshalb nicht die „Schuld" bei sich selbst oder anderen. Konzentrieren Sie stattdessen Ihre Energie und ihren Lebensmut lieber auf den Umgang und die Bewältigung ihrer Erkrankung.

Sprechen Sie mit Angehörigen und Freunden über Ihre Gefühle. Ängste lassen sich besser gemeinsam bewältigen! Außerdem erleichtern Sie ihnen damit den Umgang mit Ihrer Erkrankung, denn auch für sie ist eine Krebsdiagnose ein Schock. Widmen Sie Ihrer Erkrankung auf der einen Seite genügend Aufmerksamkeit, achten Sie aber auch darauf, dass sich Ihr Leben nicht ausschließlich darum dreht. Hilfe im Umgang mit den psychischen Belastungen einer Krebserkrankung bieten neben Selbsthilfegruppen und Psychotherapeuten auch erfahrene Psychoonkologen.

Wichtig nach einer Diagnose ist darüber hinaus ein ausführliches und vertrauensvolles Gespräch mit Ihrem Arzt. Suchen Sie sich aus dem Kreis der behandelnden Ärzte den heraus, zu dem Sie das größte Vertrauen haben und mit dem Sie alle Entscheidungen über Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden besprechen können. Lassen Sie sich ausführlich von ihm darüber informieren, denn je besser Sie Ihre Erkrankung verstanden haben, desto mehr können Sie die Behandlung unterstützen und an Ihrer Genesung mitwirken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt auch über die Auswirkungen der Behandlung auf ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden und informieren Sie ihn über etwaige Nebenwirkungen.

 

Tipps zur Ernährung nach einer Magenentfernung

  • Vermeiden Sie zu große, zu heiße und zu kalte Speisen und verteilen Sie Ihre Mahlzeiten lieber auf mehrere kleine Portionen (6-8 Mahlzeiten pro Tag).
  • Essen Sie langsam und kauen Sie sorgfältig. Dadurch wird die Mahlzeit schon im Mund vorverdaut.
  • Verzichten Sie auf fette Speisen und verwenden Sie bevorzugt Spezialfette, so genannte  MCT-Fette.
  • Trinken Sie nicht während des Essens und meiden Sie kohlensäurehaltige Getränke.
  • Meiden Sie große Mengen Rohkost (Salate, Steinfrüchte), blähende Nahrungsmittel (Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln) und geräucherte Wurstwaren.
  • Legen Sie sich nicht unmittelbar nach dem Essen hin.

 

Tipps gegen Appetitlosigkeit und Geschmacksstörungen bei einer Chemotherapie

  • Wählen Sie Speisen und Getränke, auf die Sie Appetit haben. Bei Appetitlosigkeit können kalorienreiche Trinklösungen („Astronautenkost") Nährstoffe liefern.
  • Vermeiden Sie Lebensmittel, die die Magenschleimhaut reizen, z. B. saure und fette Speisen, scharf Gebratenes, Kaffee, manche alkoholische Getränke.
  • Weiche Sie auf kalte Speisen aus, wenn Sie der Geruch von Speisen stört.
  • Achten Sie bei Erbrechen oder Durchfall darauf, dass Sie verlorene Flüssigkeit und Salze durch ausreichendes Trinken ersetzen.
  • Pflegen Sie Ihre Mundschleimhaut und spülen Sie sie täglich mit desinfizierender Lösung, jedoch keinesfalls mit Hexoral! Spülungen mit einer Stomatitislösung oder Salbei-Tee und Eislutschen mildern Schmerzen im Mundraum.

Wichtige Adressen


Deutsche Krebshilfe e. V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Tel.: 02 28/7 29 90-0
Fax: 02 28/7 29 90-11
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
www.krebshilfe.de

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Steinlestraße 6
60596 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 63 00 96-0
Fax: 069 / 63 00 96-66
E-Mail: web@krebsgesellschaft.de
www.krebsgesellschaft.de

Krebsinformationsdienst KID
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: 06221/42 28 90 oder für krebsbezogene Anfragen 0800 - 420 30 40
Fax: 06221/40 18 06
E-Mail: sekretariat-kid@dkfz.de
www.krebsinformationsdienst.de


Gastro Liga e.V.
Friedrich-List-Straße 13
35398 Gießen
Tel.: 0641/97481-0
Fax: 0641/97481-18
E-mail: geschaeftsstelle@gastro-liga.de
www.gastro-liga.de

Deutsche Gesundheitshilfe Magen und Darm e.V.
Hausener Weg 61
60489 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 789 47 47
Fax: 069 / 78 77 00
E-Mail: info@gesundheitshilfe.de
www.gesundheitshilfe.de


Bücher zum Thema


Magenkrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige
Hermann Delbrück
Kohlhammer, 2005
Preis: 22,00 Euro
ISDN: 3-17018-843-7


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