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Krampfadern



Was sind Krampfadern?


Meist sind Krampfadern an den Beinen zu findenKrampfadern, auch Varizen (von lateinisch varix oder varis) genannt, sind knotenförmige, blau schimmernde, erweiterte Venen, die meist in geschlängelter oder verästelter Form an der Hautoberfläche liegen. Ein Krampfaderleiden wird auch als Varikose bezeichnet.

Sie sind in zwar ca. 90% der Fälle an den Beinen zu finden, grundsätzlich können sich aber in nahezu allen Regionen des Körpers die Venen zu Krampfadern entwickeln. Beispielsweise bilden sich bei Patienten mit einer Leberzirrhose gelegentlich erweiterte Venen unter der Schleimhaut der Speiseröhre. Andere Beispiele Varizen im Bereich der Schamlippen und des Schamhügels.

Varikosen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Zwischen 50 und 80% der Bevölkerung weisen Venenveränderungen unterschiedlich starker Ausprägung auf. Etwa 25-50% hiervon leiden an einer leichten Varikose, bei etwa 5-15% ist diese bereits fortgeschritten. Frauen sind 3-mal häufiger von Krampfadern betroffen als Männer. In höherem Alter tritt das Leiden häufiger auf.

Bei etwa 95% der Betroffenen entstehen Krampfadern aus ungeklärter Ursache, vermutlich aufgrund einer angeborenen oder altersbedingten Schwäche der Venenwände und/oder Venenklappen. Dadurch wird der Rücktransport des Bluts von den Füßen zum Herzen erschwert. In diesem Fall spricht man von einem primären Krampfaderleiden oder einer primären Varikose.

Ein sekundäres Krampfaderleiden (sekundäre Varikose) liegt vor, wenn der Blutabfluss im tiefer gelegenen Venensystem beispielsweise durch Thrombosen, Venenklappenschäden infolge von Thrombosen oder Tumoren behindert wird. Es kommt zu Umleitungen des Bluts in die oberflächlichen Venen, die dadurch überbeansprucht werden.

Im Anfangsstadium sind Varizen vorrangig ein kosmetisches Problem, wenn sie sich unschön an der Beinoberfläche abzeichnen. Im nächsten Stadium leiden die Betroffenen unter ersten Beschwerden, wie einem Schwere- oder Müdigkeitsgefühl in den Beinen sowie nächtlichen Wadenkrämpfen. Spätestens dann sind sie keinesfalls mehr nur ein Schönheitsfehler, sondern bedürfen der ärztlichen Untersuchung und ggf. Behandlung. Krampfadern bilden sich nicht von selbst zurück.


Ursachen von Krampfadern


Ursachen von KrampfadernDas Venensystem der Beine hat die Aufgabe, das sauerstoff- und nährstoffarme Blut zum Herz zu pumpen. Das oberflächliche, unter der Haut gelegene Beinvenensystem mündet in Höhe der Leisten und Kniekehlen in das tiefe Venensystem, das in Muskeln und Knochen eingebettet ist. Das tiefe Venensystem transportiert etwa 90% des Blutes. Verbindungsvenen (Perforansvenen) leiten Blut von den oberflächlichen zu den tiefen Venen.

Ermöglicht wird die Arbeit der Venen durch die Arbeit des Herzens, vor allem aber auch durch das Zusammenspiel von Venenklappen in den tiefen Venen und der Waden- und Oberschenkelmuskulatur. Arbeiten die Muskeln, werden die Venen zusammengedrückt und können über die intakten Venenklappen entleert werden (Muskel-Venen-Pumpe). Ergänzt wird der Prozess durch die Atmung. Während des Einatmens entsteht im Brustraum ein Unterdruck, der das venöse Blut in Richtung Herz ansaugt.

 

Primäres Krampfaderleiden

Die genaue Ursache für die primäre Varikose ist bislang nicht gänzlich erforscht, man führt die Entstehung aber auf eine angeborene oder altersbedingte Schwäche der Venenwände oder Venenklappen zurück. Dadurch weiten sich die Venenwände und die Venenklappen schließen nicht mehr richtig (Venenklappeninsuffizienz). Das Blut staut sich daraufhin in den Venen und dehnt sie krankhaft und dauerhaft. Der permanente Rückstau des Blutes in den Beinen kann zu Hautveränderungen (chronisch venöses Stauungssyndrom) führen.

 

Sekundäres Krampfaderleiden

Die sekundäre Varikose entsteht durch eine Störung des Abflusses im tiefen Venensystem, beispielsweise durch ein Blutgerinnsel (Thrombose) in der tiefen Hauptvene oder durch einen größeren Tumor im Bauchbereich, der auf das Venensystem drückt. Auch eine Steigerung des Blutdruckes innerhalb der Venen, z. B. durch eine Rechtsherzschwäche, eine Schwangerschaft oder eine Thrombose, kann möglicherweise zur Entstehung sekundärer Varizen beitragen. Durch die stetige Überbeanspruchung werden die Venenklappen immer undichter bis hin zum vollständigen Funktionsverlust

Um den stockenden Blutfluss kompensieren zu können, sucht sich das Blut einen anderen Weg, um zum Herzen zurück zu gelangen. Meist geschieht dies über die oberflächlichen Venen, die dadurch überlastet werden. Analog der primären Varikose erweitern sich die Venen, die Venenklappen büßen ihre Funktion ein, das Blut staut sich zunehmend. 


Risikofaktoren für Krampfadern


Verschiedene Faktoren können Krampfadern begünstigenVerschiedene Faktoren können die Bildung von Krampfadern begünstigen. Möglicherweise ist eine Schwäche der Venenwände und -klappen als überwiegende Ursache für ein primäres Krampfaderleiden erblich bedingt. Auch das angeborene Fehlen der Venenklappen kann die Bildung von Krampfadern zur Folge haben.

 

Weitere Risikofaktoren fördern die Entstehung von Krampfadern:

Bewegungsmangel

Allgemeiner Bewegungsmangel sowie stehende oder sitzende Tätigkeiten führen zu einer geringen Aktivierung der Wadenmuskelpumpe. Außerdem wirkt die Schwerkraft dem Rückfluss des Bluts zum Herzen entgegen und begünstigt so Bildung von Varizen.

Lebensalter

Venenleiden nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Einerseits verringert sich natürlicherweise die Elastizität des Gewebes, andererseits gehen mit dem Alterungsprozess vielfach nachlassende Beweglichkeit und Bewegungsmangel einher.

Hormone

Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wirkt negativ auf die Elastizität der Venenwände. Möglicherweise ist dies der Grund dafür, dass mehr Frauen als Männer an Krampfadern leiden.

Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft fördert die Bildung von Krampfadern. Mehrfache Schwangerschaften erhöhen das Risiko zusätzlich. Das in der Schwangerschaft gebildete Hormon Progesteron wirkt entspannend auf die Venenwände und führt zu deren Dehnung. Bei fortgeschrittener Schwangerschaft drückt das Baby im Mutterleib auf das Venensystem und kann seine Funktion beeinträchtigen.

Übergewicht/Rauchen

Überflüssige Pfunde üben einen starken Druck auf die Beinvenen aus. Rauchen wirkt sich negativ auf die gesamte Durchblutung des Körpers auf.

Kleidung

Eng anliegende Kleidung, z.B. ein einschnürender Bund an Socken oder Kniestrümpfen, kann den Blutfluss behindern.

Ernährung

Ballaststoffarme Ernährung und daraus resultierende Verstopfungen werden als Risikofaktoren diskutiert, dies konnte aber bislang nicht wissenschaftlich bewiesen werden.

Andere Erkrankungen

Folgende Erkrankungen erhöhen den Druck im Venensystem und können so zur Bildung von Krampfadern beitragen:

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Erste Anzeichen von Krampfadern


Meistens sind Krampfadern schon längere Zeit sichtbar, bevor die ersten Beschwerden auftreten. Die ersten Symptome einer Varikose sind ein Schwere-, Müdigkeits- oder Spannungsgefühl in den Beinen, das beim Hochlegen der Beine oder Bewegung nachlässt. Bei warmem Wetter sind die Beeinträchtigungen größer. Gleiches gilt bei Frauen auch vor Beginn der Menstruation. Ebenso treten nächtliche Fuß- oder Wadenkrämpfe vielfach bereits im Frühstadium der Erkrankung auf.


Symptome bei Krampfadern


Zu den ersten Anzeichen gesellen sich als weitere Symptome oftmals Schwellungen (Ödeme) in den Beinen, meist an den Knöcheln, die gegen Abend zunehmen. Diese Flüssigkeitsansammlungen entstehen, wenn durch den erhöhten Druck in den Venen Blutflüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst werden.

Spannungs-, Schweregefühle in den Waden und Unterschenkelödeme treten besonders nach längerem Stehen oder Sitzen auf und verschwinden im Liegen oder bei Bewegung. Bei Frauen verschlimmern sich die Beschwerden während der Menstruation und in der Schwangerschaft. Auch Wärme kann die Symptome verstärken.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung ist mit bräunlichen Hautverfärbungen an den Beinen zu rechnen. Die Patienten fühlen oft einen brennenden oder stechenden Schmerz. Auch nächtliche Wadenkrämpfe können auftreten. Die Beine fühlen sie häufig übermäßig warm an und jucken. Die Haut kann verhärten und schimmert oftmals dünn und glänzend.

Abhängig davon, welche Venen von einer krankhaften Veränderung betroffen sind, werden verschiedene Formen der Krampfadern unterschieden. Sie treten oftmals gleichzeitig bei Betroffenen auf.

 

Besenreiser und retikuläre Varizen

Besenreiser betreffen sehr kleine Gefäße in der Haut und zeigen meist eine blau-rötlich verästelte Anordnung. Retikuläre Krampfadern sind netzförmig angelegt. Beide Varizenformen treten überwiegend an der Außen- und Vorderseite der Oberschenkel, der Außenseite der Unterschenkel sowie der Innenseite des Knies auf.

Retikuläre Varizen kommen bei etwa 65%, Besenreiser bei etwa 38% der Patientinnen und Patienten vor. Besenreiser und retikuläre Varizen können, müssen aber nicht, Vorstufe eines größeren Krampfaderleidens sein. In vielen Fällen bleiben sie ein kosmetisches Problem.

 

Seitenastvarizen

Sie betreffen die Seitenäste der beiden Stammvenen der Beine. Seitenastvarizen sieht man vorwiegend im Innenseitenbereich der Ober- und Unterschenkel. Bei etwa 45-50% der Krampfadern werden Seitenastvarizen gefunden. Eine Seitenastvarikose geht vielfach mit einer Varikose der Stammvenen einher, kann aber auch unabhängig davon auftreten. Bei starker Ausprägung müssen sie behandelt werden.

 

Stammvarizen

Stammvarizen sind Erweiterungen der beiden Hauptbeinvenen, der Vena saphena magna, die von der Fußinnenseite über die Innenseite des Unter- und Oberschenkels verläuft und im Bereich der Leistenbeuge in die tiefen Venen einmündet, sowie der Vena parva, die von der Fußaußenseite über den hinteren Unterschenkel verläuft. Bei einer Stammvarikose kann eine Störung der letzten Venenklappe vor der Einmündung des oberflächlichen in das tiefe Venensystem vorliegen.

Auch Stammvarizen finden sich an der Innenseite der Ober- und Unterschenkel, teilweise auch auf dem Schienbein oder der Wadenrückseite. Die geschlängelten Krampfadern sind oft fingerdick und verlaufen bis zur Leiste hinauf. Etwa 19% der Patienten weisen Stammvarizen auf.

 

Perforansvarizen

Perforansvenen sind Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und dem tiefen Venensystem und können krankhaft erweitert sein.

 

 

 


Auswirkungen & Komplikationen


Halten die Veränderungen im Unterhautgewebe über einen längeren Zeitraum an, können Krampfadern im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium zu einem „offenen" Bein, d.h. Geschwüren an Unterschenkel und Knöchel (Ulcus cruris) führen. In Einzelfällen heilen die offenen Stellen trotz sorgfältigster Behandlung nur schlecht oder gar nicht ab. Außerdem können sich die oberflächlich verlaufenden Venen (Thrombophlebitis) entzünden.

Durch den gestörten Bluttransport in den Venen sinkt die Fließgeschwindigkeit des Bluts. Dies kann zu Blutgerinnseln führen, die die Venen verschließen (Venenthrombose). Schwimmt ein Gerinnsel oder Teile davon Richtung Herz und gelangt in den Lungenkreislauf, besteht für die Lunge die Gefahr eines lebensbedrohlichen Gefäßverschlusses (Embolie). 

Eine Varikose im oberflächlichen Venensystem überlastet mit der Zeit auch das tiefer gelegene Venensystem und kann zu einer ernstzunehmenden Varikose der tiefen Leitvenen führen. Der Riss einer größeren Krampfader kann bei unsachgemäßer Behandlung einen erheblichen Blutverlust nach sich ziehen und der Beginn eines chronischen Beingeschwürs sein.


Untersuchungen & Diagnose


Viele Menschen mit Krampfadern gehen erst sehr spät oder gar nicht zum Arzt, da Varizen für sie keine Erkrankung darstellen, sondern lediglich ein optisches Problem. Tatsächlich beeinträchtigen die Beschwerden bei einer Varikose jedoch die Lebensqualität erheblich, ihre Auswirkungen können sogar lebensbedrohlich sein. Wer also Krampfadern an den Beinen entdeckt, sollte unbedingt einen Internisten bzw. Angiologen aufsuchen.

Der behandelnde Arzt überprüft zunächst am stehenden, dann am liegenden Patienten das Ausmaß der Krampfadern und unterscheidet zwischen einer primären und sekundären Varikose. Außerdem untersucht er, ob tiefe Beinvenen betroffen sind und Begleiterkrankungen vorliegen. Gleichzeitig ist es wichtig, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome zeigen. Beispielsweise können durch Flüssigkeitseinlagerungen bedingte Schwellungen in den Beinen auch Hinweise auf eine Herzschwäche oder gestörte Nierenfunktion sein.

 

Körperliche Untersuchung

Der Arzt wird sich zunächst über die vorhandenen Beschwerden, etwaige familiäre Vorbelastungen und Risikofaktoren informieren. Auch neurologische oder orthopädische Vorerkrankungen können wichtig sein. Dann werden die Beine in Augenschein genommen, abgetastet und die verschiedenen Typen von Krampfadern, ihre Ausprägung und ihr Verteilungsmuster sowie Hautveränderungen festgestellt. Der Fußpuls wird am Innenknöchel und auf dem Fußrücken genommen. Eine erhöhte Temperatur der Haut sowie druckempfindliche Stellen geben Aufschluss über Venenentzündungen. 

 

Tests und Druckmessung

Eine Reihe von manuellen Verfahren mit Hilfe verschieden angelegter Beinverbände ermöglicht es dem Arzt zu beobachten, wie schnell sich das Venensystem nach einem Blutrückfluss wieder füllt. Diese Tests sind aufgrund moderner und zuverlässiger bildgebender Verfahren allerdings stark in den Hintergrund getreten.  

Das Gleiche gilt für die Phlebodynamometrie bei der die Druckverhältnisse in den äußeren Venen mittels eingeführter Kanüle gemessen werden.

 

Bildgebende Verfahren 

Duplexsonografie mit Doppler-Ultraschallsonde

Duplexsonografie als Untersuchung bei KrampfadernDie farbkodierte Duplexsonografie mit Doppler-Ultraschallsonde ist heute das Verfahren der Wahl zur bildlichen Darstellung von Venen. Mit dieser Methode lassen sich sowohl der Zustand des Venensystems einschließlich der Venenklappen, Veränderungen im tiefen Venensystem als auch Thrombosen erkennen und bildlich dokumentieren. Gleichzeitig kann mit der Sonde die Strömungsrichtung- und Geschwindigkeit des Blutes in den Venen gemessen werden. 

Phlebografie

Bei der Phlebografie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Beinvenen, bei der vorab ein Kontrastmittel gespritzt wird. Damit wird eine Gesamtansicht des oberflächlichen und tiefen Venensystems ermöglicht. Sie wird oftmals als zusätzliches Diagnoseinstrument eingesetzt, wenn im Rahmen der Therapie weitere Informationen notwendig sind.

Licht-Reflex-Rheografie (LRR)

Mittels einer optischen Sonde wird die Pumparbeit der Wadenmuskulatur sowie die anschließende Wiederauffüllzeit des Blutes in den Venen untersucht.

Laboruntersuchung

Laboruntersuchung bei KrampfadernEine labormedizinische Analyse der Blutgerinnungsfaktoren kann wichtig sein, wenn beispielsweise ein Patient eine tiefe Beinvenenthrombose oder gar eine Embolie erlitten hat, deren Ursache nicht erkennbar ist. Im Labor kann eine angeborene oder erworbene Gerinnungsstörung erkannt werden.


Behandlung bei Krampfadern


Um Spätschäden und Komplikationen zu vermeiden, sollten Betroffene die Behandlung von Varikosen frühzeitig beginnen. Die Behandlungsmethode richtet sich zum einen danach, ob ein primäres oder sekundäres Krampfaderleiden vorliegt. Zum anderen ist die Form und Ausprägung der Varizen maßgeblich. Außerdem muss der Arzt eventuell vorliegende Begleiterkrankungen berücksichtigen.

Übersicht:

 

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Allgemeine Verfahren

Körperliche Bewegung ist sehr wichtig bei der Behandlung von KrampfadernKörperliche Bewegung regt die Wadenmuskulatur an und fördert damit den Rückfluss des Blutes aus den Venen. Bei älteren oder unbeweglichen Patienten können gezielte Bewegungstherapien notwendig sein. Ebenso positiv wirken sich das Hochlegen der Beine und Kaltwasseranwendungen auf die Venen aus. Auch wenn diese Maßnahmen Krampfadern nicht beseitigen können, wirken sie dennoch lindernd auf die Beschwerden.  

Kompressionstherapie

Stütz- bzw. die stärker wirkenden Kompressionsstrümpfe drücken die Beinvenen zusammen und unterstützen so deren natürliche Rückstromfunktion. Auch Ödemen kann so vorgebeugt und vorhandene Ödeme können verringert werden. Professionell angelegte Kompressionsverbände erfüllen den gleichen Zweck. Kompressionsstrümpfe werden in unterschiedlichen Spannungsstärken angeboten und müssen ggf. in einem Fachgeschäft individuell angefertigt werden. Sie sollten u. a. nicht bei Patienten mit Hauterkrankungen, rheumatoider Arthritis, arterieller Verschlusskrankheit der Beine oder schwerem Bluthochdruck eingesetzt werden.

Bei leichten Varizen kann das Tragen von Kompressionsstrümpfen ausreichend sein. Bei ausgeprägten Krampfadern unterstützen sie die Wirkung anderer Verfahren.

Zinkleimverbände unterstützen den Heilungsprozess bei Thrombosen, offenen Beinen und Venenentzündungen. Sie sind weniger dehnbar als Kompressionsverbände und wirken auf diese Weise besser in die Tiefe.

Verödung (Sklerosierung)

Bei der Verödung wird ein Mittel in die betroffenen Venen gespritzt, das zur Entzündung der Innenwände führt und so die betroffenen Gefäße verschließt bzw. verklebt. Nach der Verödung sind Kompressionsstrümpfe und Bewegung hilfreich, um den Bluttransport in den übrigen Venen anzuregen. Die Verödung wird erfolgreich bei Besenreisern, retikulären Varizen und in Einzelfällen bei Seitenastkrampfadern angewendet. Vor der Behandlung muss abgeklärt werden, ob die Stammvenen und das tiefe Venensystem durchgängig und gesund sind.

 

Medikamentöse Maßnahmen

Medikamente zur Behandlung von KrampfadernEs gibt eine ganze Reihe von Medikamenten, viele auch freiverkäuflich, die die Beschwerden bei Krampfadern lindern können. Ein Mittel, das Varikosen heilen kann, ist bislang jedoch nicht bekannt.

Die Medikamente, die überwiegend aus Pflanzenextrakten bestehen, haben 2 unterschiedliche Wirkungsweisen: Venentonisierende Mittel wirken aktivierend auf die Vene und sollen deren Spannkraft steigern. Ödem-Protektiva mindern die Durchlässigkeit der Venenwände und sollen Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe vorbeugen bzw. lindern. Als Pflanzenextrakte werden beispielsweise Rosskastanie, Weinlaub oder Rutoside (Pflanzenfarbstoffe) eingesetzt. Die Arzneien sind als Tabletten, Kapseln oder zur äußeren Anwendung in Creme- bzw. Salbenform erhältlich.

Salben und Gele aus Heparin oder Hirudin wirken der Blutgerinnung entgegen und beugen auf diese Weise Thrombosen vor.

Bei starken Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe können spezielle entwässernde Medikamente (Diuretika) in Einzelfällen zum Einsatz können.

 

Operationsmethoden  

Bei einer Varikose der Stammvenen, der Seitenastvenen sowie der Perforansvarikose verspricht eine Operation in der Regel den größten Erfolg. Dabei wird die erkrankte Vene vollständig oder teilweise entfernt und das venöse System wiederhergestellt. Vor dem Eingriff muss der Arzt die Durchgängigkeit des tiefen Venensystems mit Hilfe einer Duplexsonografie abklären. Nach der Operation muss der Patient Kompressionstrümpfen über einen längeren Zeitraum tragen.

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Operationsmethoden:

Stripping

Das Stripping ist derzeit die häufigste praktizierte Operationsmethode. Dabei wird die Krampfader von der betroffenen Vene getrennt und mittels einer Sonde entfernt. In schweren Fällen wird die gesamte veränderte Vene vom Knöchel bis zur Leiste aus dem Bein gezogen.

Endoluminale Laser- oder Radiowellentherapie

In die betroffenen Venenabschnitte wird eine Sonde mit einer Laser- oder Radiowellenquelle eingeführt, die die Vene von innen verödet.

Chiva-Methode

Hierbei werden kranke Venenabschnitte per Ultraschall aufgespürt und über einen Hautschnitt gezielt abgebunden. Die Chiva-Methode gilt als schonend, allerdings liegen bislang noch keine Langzeitergebnisse vor.

Transilluminationsunterstützte Venenentfernung

Die betroffenen Bereiche werden von der einen Seite mit einer Lichtquelle angeleuchtet, von der anderen Seite wird ein Gerät eingeführt, das die geschädigten Venenabschnitte zerstört und absaugt.


Prognose & Verlauf


Krampfaderleiden sind nicht heilbar, denn Varizen ziehen sich nicht selbst wieder zurück, sondern verschlimmern sich mit zunehmendem Alter. Außerdem können immer wieder neue Krampfadern entstehen. Eine Ausnahme bilden in der Regel die in einer Schwangerschaft entstandenen Varizen: Bei bis zu 80% der jungen Mütter ziehen sich die Krampfadern nach der Entbindung wieder zurück, sofern keine anderen Risikofaktoren vorliegen.

Die Angaben über Rückfallquoten bei den operativen Verfahren und der Sklerosierung variieren in der Fachliteratur stark. Bei den operativen Verfahren wird die Bildung neuer Krampfadern in 5-30% der Fälle angegeben, bei der Verödung sind es 10-50%.

 


Vorsorge & Schutz


Vorsorge, Schutz und Vorbeugung von KrampfadernKrampfadern sind zum Teil die Folge einer ungesunden Lebensweise. Mit folgenden Maßnahmen können Sie die Gesundheit Ihrer Venen positiv beeinflussen:

  • Bewegung ist gut, sitzen und stehen dagegen nicht. Nutzen Sie daher jede Möglichkeit körperlich aktiv zu sein. Benutzen Sie immer wieder einmal die Treppe anstatt des Fahrstuhls oder verzichten Sie zugunsten des Fahrrads auf Ihr Auto! Zwischendurch regt einfaches Fußwippen die Wadenmuskulatur an. Legen Sie beim Sitzen so oft wie möglich die Beine hoch.
  • Regelmäßiger Ausdauersport wie (Nordic)-Walking, Schwimmen oder Radfahren wirkt positiv auf das Venensystem. Besonders Menschen mit stehenden oder sitzenden Berufen sollten sich unbedingt in der Freizeit sportlichen Ausgleich verschaffen. Sportarten mit abrupten Antritts- und Stopp-Bewegungen wie Tennis und Badminton können dagegen das Gegenteil bewirken. Auch Kraftsport oder das Tragen schwerer Gegenstände setzen das Venensystem bei einer Reihe von Übungen übermäßigem Druck aus.
  • Reduzieren Sie bei Übergewicht Ihr Körpergewicht, denn zu viele Kilos belasten das Venensystem.
  • Wechselduschen und Kaltwasseranwendungen verbessern die Blutzirkulation.
  • Verzichten Sie lieber einmal auf Sonnenbäder und Saunagänge, denn hohe Temperaturen erweitern die Blutgefäße.
  • Vermeiden Sie beengende Kleidung. Vor allem ist darauf zu achten, dass die abschließenden Bunde an Socken und Strümpfen die Beine nicht einschnüren. Hosen sollten im Schritt- und Leistenbereich nicht zu knapp geschnitten sein.
  • Hohe Absätze behindern die Arbeit der Muskel-Venen-Pumpe. Tragen Sie lieber flache und bequeme Schuhe. Barfuß Gehen ist Balsam für die Muskulatur, vor allem im Sand.
  • Stützstrümpfe gehören in der Schwangerschaft zur Standardbekleidung.

Wichtige Adressen


Deutsche Gesellschaft für Angiologie -
Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.
http://www.dga-gefaessmedizin.de

Deutsche Gesellschaft für Phlebologie
Steigerwaldklinik Burgebrach
Am Eichelberg
96138 Burgebrach
Tel.: 09546/880 oder - 88210
www.phlebology.de

Deutsche Venen-Liga e.V.
Sonnenstraße 6
56864 Bad Bertrich
Tel.: 02674/14 48
E-Mail: info@venenliga.de
www.venenliga.de/

Deutsche Gesellschaft Venen
Dr.-Carlo-Schmid-Str. 204
90491 Nürnberg
Tel.: 0911/59 88 60-0
www.dgvenen.de/

Venen-Forum e.V.
Wilhelmsplatz 11
70182 Stuttgart
Tel.: 0711/2101223
www.venenforum.de/

Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen e.V.
Deutsche Gefäßliga e.V.
Postfach 4038
69254 Malsch
Tel.: 07253 / 262 28
Fax: 07253 / 27 81 60
www.geocities.com/

Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V.
Friedrich-Ebert-Ring 38
56068 Koblenz
Tel.: 0261 / 30 92 31
Fax: 0261 / 30 92 32
E-Mail: info@dgpr.de
www.dgpr.de


Bücher zum Thema


Krampfadern. Schnelle, erfolgreiche und dauerhafte Beseitigung
Max O. Bruker, Ilse Gutjahr
Emu, 2005
Preis: 12,80 Euro
ISBN: 3-89189-074-5

Arterien- und Venenleiden erfolgreich behandeln. Arteriosklerose, Krampfadern, Thrombose
Michael Anderson
Oesch Verlag, 2004
Preis: 12,90 Euro
ISBN: 3-03505-053-8

Neigung zu Krampfadern. Ursache, Vorbeugung, Behandlung
Rudolf Woisetschläger
Denkmayr, 2005
Preis: 11,80 Euro
ISBN: 3-90248-829-8

Venentraining, den Beinen zuliebe
Erich Werner, Wolfgang Vanscheidt  
Viavital, 2005
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ISBN: 3-93437-115-9

Venenerkrankungen (Rat und Hilfe)
Markus Stücker, Stefanie Reich, Peter Altmeyer
Kohlhammer, 2004
Preis: 22,00 Euro
ISBN: 3-17017-586-6


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