04.03.2012

Regelmäßiges Schwimmen hilft, erhöhte Blutdruckwerte zu senken

Bei leicht erhöhtem Blutdruck (Prähypertonie) kann regelmäßiges Schwimmen dazu beitragen, einen manifesten Bluthochdruck zu verhindern. Darauf weisen die Kardiologen vom BNK hin. 

Wer als sonst Gesunder leicht erhöhte Blutdruckwerte (120 - 139 systolisch bzw. 80 - 89 mmHg diastolisch) aufweist, die als Vorstufe des Bluthochdrucks (Prähypertonie) gelten, muss nicht gleich medikamentös behandelt werden. Meist lässt sich schon durch gewisse Lebensstil-Maßnahmen eine Senkung der Blutdruckwerte erreichen, wie z.B. durch Abbau von Übergewicht, weniger Salzkonsum oder Ausdauersport. Auch regelmäßig zum Schwimmen gehen kann z.B. dazu beitragen, einen manifesten Bluthochdruck zu verhindern, und zudem einer Arterienverkalkung vorbeugen. „Gerade für ältere oder übergewichtige, untrainierte Menschen, die ja oft auch Gelenkprobleme haben,  ist Schwimmen im richtig temperierten Wasser gut geeignet, da dies ein Gelenk schonender Sport ist, der auch zu keiner Überhitzung führt", erklärt Dr. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen (BNK) und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie in Kirchheim.

Blutdruck-Senkung um 10 mmHG nach zwölf Wochen

US-Forscher aus Texas konnten jetzt in einer Studie (siehe American Journal of Cardiology, Online-Vorabveröffentlichung am 16.1.2012) belegen, dass regelmäßiges Schwimmen (drei- bis viermal die Woche jeweils 40-45 Minuten) bereits nach zwölf Wochen zu einer Senkung des arteriellen Blutdruckes um rund 10 mmHg führt, wobei sich auch die Funktion der Blutgefäße deutlich verbessert. So nehmen die Elastizität der Gefäße und ihre durch den Blutfluss vermittelte Fähigkeit, sich zu erweitern, durch das Schwimmtraining nachweislich zu. In einer Kontrollgruppe, die anstatt zu schwimmen statische Entspannungs- und Dehnungsübungen machte, waren solche Effekte hingegen nicht zu beobachten.

Training im richtigen Pulsbereich wichtig

Gegen erhöhten Blutdruck können grundsätzlich alle Ausdauersportarten helfen, wenn man sie regelmäßig - das heißt mindestens dreimal in der Woche für mindestens eine halbe Stunde - betreibt. Allerdings sollte gerade bei älteren Patienten vor Trainingsaufnahme ein erhöhtes Risiko von Sport z.B. durch eine Belastungsuntersuchung unbedingt ausgeschlossen sein.  „Zur Senkung des Blutdrucks ist vor allem das regelmäßige Training im richtigen Pulsbereich wichtig", betont Smetak. „Den persönlichen, idealen Trainingspuls sollte man sich vom Arzt oder Trainer berechnen lassen und ihn dann beim Trainieren mit einer Pulsuhr überwachen. Weniger geeignet bei Prähypertonie ist hingegen ausgesprochenes Krafttraining mit schweren Gewichten, weil das den Blutdruck in die Höhe treiben kann und man - insbesondere, wenn man dabei auch noch falsch atmet - Blutdruckspitzen riskiert, die zu vermeiden sind."

 

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