08.06.2017

Speiseröhrenkrebs infolge Sodbrennen immer häufiger

Mediziner warnen vor einem rasanten Anstieg der Häufigkeit von Speiseröhrenkrebs als Folge von Sodbrennen.

Dickdarmkrebs ist in Deutschland mittlerweile rückläufig. Dennoch gibt es keinen Anlass zur Entwarnung bei Tumoren des Verdauungstraktes. Insbesondere Speiseröhrenkrebs als Folge von chronischem Sodbrennen - das so genannte Barrett-Karzinom - die derzeit am schnellsten zunehmende Krebserkrankung in der westlichen Welt darstellt. „Wie zu Anfang der Darmkrebs wird der Krebs der Speiseröhre derzeit noch deutlich unterschätzt. Dabei hat das Beispiel des Darms gezeigt, dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, bei denen die Endoskopie-Experten potenziell gefährliche Strukturen wie Polypen und sogar kleine, oberflächliche Tumore frühzeitig entfernen, vielen Patienten Operationen erspart und das Leben gerettet haben", erklärt Prof. Dr. Siegbert Faiss, Chefarzt der gastroenterologischen Abteilung in der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg.

Auf dem Endoskopie-Kongress, der vom 6. bis 8. April 2017 in Berlin stattfand, zeigten Spezialisten, wie Speiseröhrenkrebs und weitere Tumorarten des Verdauungssystems früh entdeckt und ohne OP geheilt werden können. Die Früherkennung und die Heilung verschiedener Krebsarten per schonender „Spiegelung" mit dem Endoskop standen auf dem Kongress, den Prof. Faiss gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. Dirk Hartmann, Chefarzt an der Klinik für Innere Medizin am Sana Klinikum Lichtenberg organisiert hat, im Mittelpunkt. Hier hat die Forschung, die Technik, vor allem aber die Medizin rasante Fortschritte gemacht, von denen die Patienten profitieren. Highlight der dreitägigen Veranstaltung mit 2.000 Teilnehmern aus aller Welt war die Live-Übertragung von mehr als 30 Operationen aus dem Sana Klinikum Lichtenberg in den Tagungssaal des Estrel Hotels Berlin. Durchgeführt wurden die Eingriffe von 15 nationalen und internationalen Experten, die u.a. aus Israel, Frankreich, Italien und Belgien kommen.

„Uns geht es darum, den Kollegen bewährte und neue Techniken in der Endoskopie zu demonstrieren und mit ihnen zu diskutieren. Die Endoskopie hat sich im Laufe der Zeit rasant entwickelt und ermöglicht therapeutische Untersuchungen von Erkrankungen, die vor Jahren noch unvorstellbar waren", berichtet Prof. Faiss. „Frühe Krebserkrankungen im Verdauungstrakt, in der Speiseröhre, im Magenbereich, der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenwege können in vielen Fällen allein mit der Endoskopie geheilt werden, ohne dass eine Operation notwendig ist."

Quelle: Pressemitteilung der Asklepios Kliniken Hamburg

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