Herzschwäche: Vorsorge & Tipps für Angehörige

Vorsorge

Bei den eingangs genannten drei Formen von Herzschwäche gibt es durchaus Möglichkeiten, zumindest die Entwicklung einer Herzschwäche zu verzögern, vielleicht sogar zu verhindern. Hierzu gehören: Konsequente Behandlung eines Bluthochdrucks, die Behandlung mit Statinen bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Einschränkung des Alkoholkonsums, Nikotinstop, Gewichtabnahme, Kontrolle des Zuckerstoffwechsels, körperliche Aktivität (Sport).
Gefährlich kann die eigenmächtige Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) zur Behandlung von Gelenkschmerzen werden, da diese Medikamente zu akuter Verschlechterung der Herzinsuffizienz führen können.

Tipps für Angehörige

Die wichtigste Möglichkeit, der Entwicklung einer Herzschwäche vorzubeugen, ist die Vermeidung aller auslösenden Faktoren sowie die sorgfältige Therapie aller Erkrankungen, die zur Herzinsuffizienz führen können. Daher sollte z.B. ein zu hoher Blutdruck unbedingt ärztlich behandelt werden. Weiter gilt es auf zu viel Alkohol und Tabakkonsum zu verzichten sowie Übergewicht und Bewegungsmangel entgegen zu steuern.

Bei bestehender Herzmuskelschwäche sollte Begleiterkrankungen (z.B. Infektionskrankheiten) vorgebeugt werden (z. B. durch jährliche Grippe-Impfung). Regelmäßige Untersuchungen beim Internisten bzw. Kardiologen sind für Patienten mit Herzinsuffizienz notwendig.

Angehörige von herzinsuffizienten Patienten sollten immer die Nummer der Rettungsleitstelle (112) sowie ein funktionierendes Handy parat haben. Prinzipiell sollten sie in der Lage sein, die Basismaßnahmen einer Wiederbelebung (Reanimation) durchzuführen. Dazu gehören die Feststellung eines Herz-Kreislauf-Stillstandes sowie Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund(bzw. Mund-zu-Nase)-Beatmung. Kurse dazu werden von verschiedenen Ambulanzdiensten (z.B. Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser) angeboten oder auch von Krankenhäusern durchgeführt.

Zudem ist es sehr sinnvoll, den Betroffenen bei der Änderung des Lebenswandels (gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion, aktives Leben, Sport etc.) zu unterstützen und durch Mitmachen zu motivieren.

Experte: Wissensch. Beratung und Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Wolfram Delius, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al. (Hrsg.)
Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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