Gutartige Tumore

Gutartige Tumoren sind gut vom umliegenden Gewebe abgrenzbar, wachsen langsam und verdrängen dieses nur langsam. Mit der Zeit breiten sie sich jedoch immer weiter aus und können dann andere Organe stark zusammendrücken, z. B. Blutgefäße oder Nerven. Dass ein Tumor gutartig ist, heißt also keinesfalls, dass er nicht zum Tode führen kann. Gutartige Tumoren sind häufig von einer Kapsel aus Bindegewebe umgeben, sie lassen sich deshalb bei einer Operation leicht aus dem umliegenden Gewebe „herausschälen".

Die meisten gutartigen Tumore machen sich lange Zeit nicht bemerkbar. Oftmals werden die Tumore erst im Rahmen einer Routine-Untersuchung entdeckt. Ein Beispiel hierfür ist ein gutartiger Tumor in der Schilddrüse: Manche Patienten haben jahrelang einen Knoten in der Schilddrüse und bemerken nichts davon. Bei einer Routine-Untersuchung der Schilddrüse mit Ultraschall kann der Tumor dann zufällig entdeckt werden. Manche gutartigen Tumore können sich jedoch sehr rasch bemerkbar machen, beispielsweise ein gutartiger Tumor im Gehirn (z. B. ein Meningeom). Dieser kann auf das umliegende Gehirngewebe drücken und diverse Gehirnfunktionen beeinträchtigen, z. B. zu Lähmungen oder Sprachstörungen führen oder die Atmung behindern und zum Atemstillstand führen.

Die Tumorzellen in einem gutartigen Tumor unterscheiden sich in ihrer Struktur kaum von den Zellen, aus denen sie entstehen. Mediziner sprechen dann von differenzierten Zellen. Je mehr sich die Struktur von Tumorzellen von ihrem Ursprungsgewebe abweicht, desto weniger differenziert sind sie und desto aggressiver und bösartiger verhalten sie sich in der Regel. Die Tumorzellen gutartiger Tumoren bilden keine Tochtergeschwülste (Metastasen).

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