Systemische Komplikationen

Je weiter eine Tumorerkrankung fortschreitet, desto mehr wird der gesamte Körper in Mitleidenschaft gezogen. So kann Krebs eine Blutarmut (Anämie) hervorrufen. Eine solche Blutarmut kann verschiedene Gründe haben: Der Patient verliert Blut, da es aus dem Tumor (z. B. Darmkrebs) regelmäßig blutet oder der Tumor verdrängt die Zellen im Knochenmark, die für die Blutbildung verantwortlich sind.

Krebsarten, die das Immunsystem beeinträchtigen, erhöhen das Risiko für Infektionskrankheiten, z. B. das Plasmozytom (Multiples Myelom). Die Infektionen können Fieberanfälle auslösen. Fieber kann aber auch durch fieberauslösende Substanzen verursacht werden, die der Tumor ausschüttet (z. B. Zytokine). Es kann zudem entstehen, wenn der Körper Tumorzellen zerstört und diese abbaut.

Manche Tumore, vor allem bösartige Tumore des lymphatischen Systems (maligne Lymphome, z.B. Hodgkin-Lymphom), bewirken, dass die Patienten vor allem nachts stark schwitzen. Das Schwitzen kann so stark sein, dass die Patienten mehrmals nachts ihren Schlafanzug wechseln müssen. Die Kombination aus Fieber, Nachtschweiß und einer Gewichtsabnahme von mehr als 10% des Körpergewichtes in 6 Monaten nennen Ärzte „B-Symptomatik".

Gewichtsverlust durch Krebs

Die meisten bösartigen Tumore führen früher oder später dazu, dass der Patient an Gewicht abnimmt. Dies kann verschiedene Gründe haben:

  • Der Patient isst nicht genügend, z. B. weil er keinen Appetit hat oder weil die Nahrungsaufnahme durch den Tumor beeinträchtigt wird.
  • Die Nahrung wird im Darm nicht gut aufgenommen.
  • Der Tumor produziert eine Substanz, die zum Gewichtsverlust führt, den so genannten Tumor-Nekrosefaktor alpha (TNF-alpha). TNF-alpha bewirkt, dass die Fettzellen die Substanz Leptin produzieren. Leptin bremst den Appetit und fördert den Energieverbrauch des Körpers.

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