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Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)



Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?


Schilddrüsenunterfunktion - Das Hormon TSH aus der Hypohhyse bewirkt die Bildung von Schilddrüsen-Hormonen T3 und T4Die Schilddrüse beeinflusst zusammen mit anderen Hormondrüsen einen Großteil der lebenswichtigen Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper. In ihr werden die Hormone Tetrajodthyronin (kurz T4 genannt) und Trijodthyronin, (kurz T3) gebildet und in den Blutkreislauf abgegeben. Neben der Kropfbildung (Struma) und der Überfunktion ist die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eine häufige Erkrankung der Schilddrüse.

Zu wenig Schilddrüsenhormone

Bei der Schilddrüsenunterfunktion werden die Hormone T4 und T3 in zu geringen Mengen gebildet. Der Stoffwechsel ist krankhaft verlangsamt und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab. Die Psyche ist durch Antriebsschwäche und ein phlegmatisches Temperament gekennzeichnet. Die Betroffenen klagen außerdem über Gewichtszunahme, trockene Haut, langsamen Puls und extreme Kälteempfindlichkeit. Tritt die Unterfunktion im Kindesalter auf, können körperliche oder geistige Behinderungen die Folge sein.

Mindestens 2% aller Frauen, aber nur ca. 0,1%-0,2% der Männer leiden an einer Unterfunk-tion der Schilddrüse, die meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr entdeckt wird. Die Erkrankungsrate steigt mit zunehmendem Lebensalter.

Als Ursachen sind nicht nur im Laufe des Lebens erworbene, sondern auch angeborene Faktoren bekannt. Von 3000-4000 Neugeborenen kommt ein Säugling mit dieser Fehlfunktion zur Welt. Mädchen sind doppelt so häufig betroffen wie Jungen.

Viele Menschen haben aufgrund des weltweit verbreiteten Jod-Mangels eine leichte oder auch schwerere Unterfunktion der Schilddrüse erworben. Das gilt nicht mehr für die BRD. Wenn nicht ein Kropf, eine Vergrößerung der Schilddrüse, auf die Schilddrüse aufmerksam macht,  bleibt eine Hypothyreose häufiger zunächst unerkannt. Die unspezifischen Beschwerden werden dann nicht selten als psychisches Problem, z.B. eine Depression, diagnostiziert und entsprechend falsch behandelt.

Erkannt wird die Unterfunktion überwiegend durch labormedizinische Blutuntersuchungen. Die Therapie besteht in der Einnahme von Schilddrüsenhormonen (in der Regel Thyroxin), die den Hormon-Mangel ausgleichen.


Ursachen


Schilddrüsenunterfunktion - Schilddrüse und NebenschilddrüsenEine Schilddrüsenunterfunktion kann verschiedene Ursachen haben. Es gibt sowohl angeborene als auch erworbene Formen einer Unterfunktion.

Angeborene Schilddrüsenunterfunktion

Die Unterfunktion ist vererbt oder bildet sich während der Schwangerschaft im Mutterleib aus.

Menschen mit einer vererbten Schilddrüsenunterfunktion leiden in der Regel ein Leben lang unter diesem Defekt, der sich so gut wie nie zurückbildet.

Folgende Fehlentwicklungen liegen einer Schilddrüsenunterfunktion zu Grunde:

  • Die Schilddrüse ist vorhanden, sie bildet jedoch keine oder zu wenig Hormone.
  • Die Schilddrüse fehlt teilweise oder ganz (Athyreose)
  • Gestörte Hormonproduktion durch falsche Jodverwertung
  • Zielorgane sind gegenüber den Hormonen der Schilddrüse unempfindlich
  • Verminderte Bildung des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) der Hirnanhangdrüse

Eine während der Schwangerschaft entwickelte Unterfunktion kann sich dagegen vollständig normalisieren. Sie hat folgende Ursachen:

  • Jodmangel oder erhöhte Jodaufnahme während der Schwangerschaft
  • Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft, die eine Schilddrüsenüberfunktion hemmen (Thyreostatika).
  • Schädigung durch das körpereigene Immunsystem (Autoimmunerkrankung)

Erworbene Schilddrüsenunterfunktion

Auch im Verlauf des Lebens kann sich eine Unterfunktion der Schilddrüse herausbilden. Möglicherweise erhöht eine familiäre Vorbelastung das Risiko dafür.

Sie kann ausgelöst werden durch:

  • Entzündungen der Schilddrüse, vor allem eine Hashimoto-Thyreoiditis
  • Operation an der Schilddrüse oder nach einer Strahlentherapie
  • Über- oder Unterversorgung des Körpers mit Jod (z.B. kann es auch nach einem Jodexzess für wenige Wochen zu einer Unterfunktion kommen)
  • Behandlung einer Überfunktion mit hormonhemmenden Medikamenten (Thyreostatika)
  • Störungen der Hirnanhangdrüse, die weniger TSH herstellt und die Funktionen der Schilddrüse steuert
  • Gutartige und bösartige Geschwülste (Tumore) in der Schilddrüse
  • Antikörper aus dem eigenen Immunsystem, die Schilddrüsenhormone binden und somit die Funktion stören
  • Unempfindlichkeit der Zielorgane gegenüber Schilddrüsenhormonen

 

Hashimoto-Thyreoiditis

Neben akuten Entzündungsformen der Schilddrüse sind auch chronisch-entzündliche Formen bekannt. Diese entstehen entweder durch Nichtbehandlung einer akuten Erkrankung oder wesentlich häufiger durch ein fehlgesteuertes Immunsystem. Die bekannteste ist nach ihrem Entdecker, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (1881-1934), benannt und betrifft vor allem Frauen mittleren Lebensalters.

Normaler Weise schützen die körpereigenen Abwehrstoffe vor eindringenden Fremdkörpern. In diesem Fall richten sich die Antikörper allerdings gegen die eigene Schilddrüse und lösen eine Entzündung (Thyreoiditis) aus. Das Drüsengewebe wird zerstört und durch hormonell nicht mehr aktives Bindegewebe ersetzt. Dadurch werden zu wenige Hormone T4 und T3 produziert. Warum Antikörper gegen das Gewebe der Schilddrüse gebildet werden, es schädigen und sogar zerstören, ist unbekannt.


Anzeichen & Symptome


Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse funktioniert der Stoffwechsel sozusagen in Zeitlupe. Eine Vielzahl von Krankheitszeichen ist die Folge. Die Beschwerden müssen nicht alle auftreten und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Anzeichen und Symptome einer SchilddrüsenunterfunktionDie meisten Patienten fühlen sich schwach und ermüden übermäßig schnell. Teilweise machen sich schwere psychische Probleme bis hin zu Störungen von Bewusstsein, Orientierungssinn und Gedächtnis bemerkbar.

Äußerlich deuten folgende Symptome sichtbar auf eine Schilddrüsenunterfunktion:

  • Geschwollenes Gesicht mit verdickten Lippen und vergrößerter Zunge
  • Schwellungen um die Augenhöhle, zu Schlitzen verengte Augen
  • Trockene, raue und verdickte Haut, gelbliche Verfärbungen sind durch Einlagerung des Farbstoff Karotin möglich
  • Glanzlose und struppige Haare, auch Haarausfall
  • Tiefe raue oder sogar heisere Stimme
  • Zum Teil Kropfbildung (Vergrößerung der Schilddrüse), diese tritt nämlich nicht immer auf. Schilddrüsengröße und –Funktion hängen nicht direkt miteinander zusammen.

 Darüber hinaus können weitere Symptome auftreten:

  • Gewichtszunahme ohne Änderung der Ernährungsgewohnheiten
  • Darmverstopfung
  • Verlangsamte Herzfrequenz, niedriger Blutdruck, Vergrößerung des Herzens
  • Durchblutungsstörungen mit Missempfindungen, häufig ein Gefühl von „Ameisenlaufen" auf Teilen der Haut
  • Verlangsamte Reflexe, Verkrampfungen der Muskulatur
  • Kühle, trockene Haut mit starker Abneigung gegen Kälte, da der langsame Stoffwechsel die Körpertemperatur zu niedrig hält, Unfähigkeit zu Schwitzen
  • Zyklusstörungen
  • Einschränkungen von Libido, Fruchtbarkeit und Potenz (erektile Dysfunktion)
  • Verändertes Blutbild (z.B. Mangel an Hämoglobin und roten Blutkörperchen), vor allem erhöhter Cholesterinspiegel

Ein schnell und einfach durchzuführender Online-Test gibt Ihnen einen ersten Hinweis darauf, ob Sie an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden.  

Die Hashimoto-Thyreoiditis kann außerdem von einem Schwund der Magenschleimhaut (chronisch-atrophische Gastritis) sowie anderen Autoimmunerkrankungen begleitet werden.

Im späteren Lebensalter kann sich das Krankheitsbild verändern. Man spricht dann von einer Altershypothyreose. Die Hormonwerte sind nur geringfügig gegenüber dem Normalniveau reduziert. Die Symptome sind untypisch und deuten eher auf eine seelisch-geistige Krankheit oder Alterserscheinungen hin. Nicht selten ist ein Mangel an Leistungsfähigkeit das einzige Beschwerdebild.


Auswirkungen


Die psychischen Beschwerden einer ausgeprägten Schilddrüsenunterfunktion können beträchtliche Folgen haben. Die Störungen können Halluzinationen und Wahnzustände auslösen. Das Erleben der eigenen Persönlichkeit und der Abgrenzung zur Umwelt sind häufig verändert. Die Betroffenen fühlen sich wie „von außen gesteuert".

Das Ausmaß der geschwollenen Körperteile, wie Gesicht, Zunge und Augenpartien kann bedenkliche Formen annehmen. Bei einem schweren und langen Verlauf der Unterfunktion sind dies Folgeerscheinungen einer vermehrten Wassereinlagerung in das Körpergewebe (Ödem). Die Haut fühlt sich dann teigig an.

Die Veränderungen am Herzen können zu einer Herzmuskelschwäche führen. Auch die schlechten Blutwerte wirken sich häufig negativ aus. Beispielsweise kann der erhöhte Cholesterinspiegel langsfristig zu einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) führen. Der verlangsamte Stoffwechsel schränkt außerdem die Aufnahme von Vitaminen und Mineralien ein, so dass ernsthafte Mangelerscheinungen auftreten können.

In seltenen Einzelfällen kann eine unbehandelte Unterfunktion der Schilddrüse zu einem Komazustand führen, insbesondere wenn zusätzliche Belastungen auf die Betroffenen einwirken. Das können Infektionen, Narkosen oder auch Medikamente mit beruhigender Wirkung sein.


Schwanger mit Schilddrüsenunterfunktion


Was bei einer Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft beachtet werden sollteDie Schilddrüse vergrößert sich während einer Schwangerschaft leicht, da an sie während dieser Zeit erhöhte Anforderungen gestellt werden. Auch eine gesunde Schilddrüse kann deshalb ein wenig von den Normwerten abweichen. Eine übermäßige Vergrößerung sollten Sie allerdings dringend von einem Spezialisten (Internist, Endokrinologe) untersuchen lassen.

Während einer Schwangerschaft und der Stillzeit ist der Bedarf an Jod erhöht. So sollten werdende Mütter circa 100-200 Mikrogramm (= Millionstel Gramm) täglich mit ihrer Nahrung oder ergänzend mit Jod-Tabletten (100-200 µg täglich) aufnehmen.

Eine bereits erkannte Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft muss regelmäßig untersucht werden. Eine Unterfunktion muss sofort mit dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin behandelt werden, sonst drohen im schlimmsten Fall Fehl- oder Frühgeburten.

Bei richtig dosierter Medikamentengabe ist die normale Entwicklung des Kindes gesichert. Da der Körper während der Schwangerschaft mehr Schilddrüsenhormone benötigt, müssen Schwangere, die schon vor dem Eintreten einer Schwangerschaft aus verschiedensten Gründen mit Schilddrüsenhormonen behandelt wurden, mehr Levothyroxin (ca. 1/4 - 1/3 der Dosis zusätzlich) einnehmen. Setzt eine werdende Mutter die Medikamente jedoch vorzeitig ab, so kann das Ungeborene körperliche und geistige Schäden davontragen, denn die Schilddrüse des Fötus beginnt erst ab der 12. Schwangerschaftswoche mit der eigenen Thyroxin-Bildung (T4).

Die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen und/oder Jodid während der Schwangerschaft und Stillzeit ist ungefährlich. Dagegen muss eine Untersuchung mit radioaktiver Strahlung,
 z. B. eine Szintigrafie, während der Schwangerschaft und Stillzeit in jedem Fall vermieden werden. Nach einer Radio-Jod-Therapie sollte mit dem Eintritt einer Schwangerschaft zumindest  4 bis 6 Monate gewartet werden.


Untersuchungen & Diagnose


 

Während früher eine Schilddrüsenerkrankung mittels Tastbefund und Messung des Halsumfanges lediglich vermutet werden konnte, stehen heutzutage eine Reihe moderner Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Auswahl und Reihenfolge legt Ihr Spezialist (Internist/Endokrinologe) fest. Den gezielten Diagnosemethoden gehen eine eingehende Befragung der Patienten zu Vorerkrankungen, Schilddrüsenkrankheiten in der Familie, Beschwerden, Essgewohnheiten (Jod-Mangel), erhöhter Jod-Aufnahme (z.B. durch Röntgen-Kontrastmittel) usw. sowie eine körperliche Untersuchung mit Abtasten der Halsregion voraus.

Schilddrüsenunterfunkion - Ein Schlucktest kann eine Vergrößerung der Schilddrüse sichtbar machenEine etwaige Vergrößerung der Schilddrüse (Struma), die sich manchmal mit Hilfe eines einfachen Spiegeltests selbst erkennen lässt, liefert erste Hinweise auf eine Schilddrüsenfehlfunktion. Sicher kann sie jedoch nur von einem Spezialisten (z.B. Internisten, Endokrinologen) ertastet und beurteilt werden. Eine orientierende Einteilung der Vergrößerung hat die Weltgesundheitsorganisation WHO vorgenommen. Die Einteilung reicht von Grad 0 (= normal große Schilddrüse) über Grad I (= tastbare, nicht sichtbare Vergrößerung), Grad II (tastbare und sichtbare Schilddrüse) bis zum Grad III (sehr große, nicht zu übersehende Schilddrüse).

Labormedizinische Untersuchungen

Blutuntersuchung bei einer Schilddrüsenunterfunktion

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung wird dem Patienten Blut abgenommen und die Hormonwerte in einem Fachlabor ausgewertet. Zur Ermittlung einer Schilddrüsenfehlfunktion stehen verschiedene Messungen zur Verfügung:

Die wichtigste und aussagekräftigste ist die Bestimmung des TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon), das im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse gebildet wird. Ein erhöhter TSH-Wert bestätigt den Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion allerdings nur, wenn gleichzeitig auch die Hormone T3 und T4 im Blut vermindert sind. Bei leicht erhöhten TSH-Werten mit noch normalen Werten für T3 und T4 spricht man von einer subklinischen Schilddrüsenunterfunktion. Normale TSH-Spiegel schließen dagegen eine Unterfunktion in den allermeisten Fällen aus. Selbst bei Neugeborenen kann man bereits mit dieser Bestimmung eine angeborene Unterfunktion der Schilddrüse nachweisen (sog. Neugeborenen-Screening mit einem  Blutstropfen aus der Ferse).

Höher dosierte Kortikoiden (Kortison) können zu einer TSH-Erniedrigung führen.

Mit der Bestimmung von T3 und T4 kann der genaue Wert der Schilddrüsenhormone im Blut bestimmt werden. Heutzutage werden  die sog. freien Hormone fT3 und fT4 bestimmt. Man ist in der Bewertung dieser Parameter dann unabhängig von Veränderungen der Eiweiß-Bindung durch Medikamente (z.B. Östrogene) oder aufgrund einer Schwangerschaft.

Bei Anzeichen auf Hashimoto-Thyreoiditis stehen verschiedene Formen der Autoantikörper-Bestimmung zur Verfügung. Das wichtigste ist die Bestimmung der sog. mikrosomalen AK (MAK = TPO-AK).

Ultraschall/Sonografie

 

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ist strahlenfrei und kann daher beliebig oft bei einem Patienten, insbesondere bei Schwangeren,  eingesetzt werden. Ihr Spezialist führt die Untersuchung am liegenden Patienten durch und tastet dabei die Halsregion mit einem Schallkopf von außen ab. Das auf diese Weise erzeugte Bild zeigt Lage, Form, Struktur und Größe der Schilddrüse. Die Ultraschalluntersuchung erlaubt heutzutage mit Hilfe der sog. farbkodierten Duplexsonografie sogar Rückschlüsse auf die Funktionstüchtigkeit der Schilddrüse. Die Sonografie ist bei Abklärung der Schilddrüse unbedingt durchzuführen.

Radio-Jod-Test

Der Test wird heute nur noch genutzt, um die richtige Strahlendosis vor einer Radio-Jod-Therapie zu ermitteln, da er eine relativ hohe Strahlenbelastung verursacht.

Szintigrafie

Die Szintigrafie dient zur Unterscheidung von aktivem (heißem) und inaktivem (kaltem) Schilddrüsengewebe. Der Internist kann so die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse untersuchen. Allerdings belastet die dabei eingesetzte, wenn auch relativ geringe radioaktive Strahlung den Körper. Da ihre Ergebnisse jedoch sehr aussagekräftig sind, gehört sie dennoch zu den Standarduntersuchungen verschiedener Organe und Gewebe.

Für die Untersuchung der Schilddrüse wird Tc-99 (radioaktives Technetium) gegeben, das sich in dem Organ anreichert, dort aber nicht länger gespeichert wird. Durch Messung der radioaktiven Aktivität gewinnt der Arzt Bilder, die er mit Hilfe eines Computers auswertet. So sind Lage, Größe, Funktionsfähigkeit der Schilddrüse und eventuell vorhandene Knoten erkennbar. Im Gegensatz zur Sonografie ist die Szintigrafie nur bei bestimmten Fragestellungen erforderlich, z.B. bei der Abklärung von Schilddrüsen-Knoten.

Feinnadelpunktion

Bei dieser Methode wird durch eine dünne Hohlnadel eine winzige Zellprobe aus der Schilddrüse entnommen. Die Nadel wird mit Hilfe von Ultraschall an der gewünschten Stelle positioniert. Mittels Unterdruck kann der Spezialist einzelne Zellen heraussaugen und zur Untersuchung in ein Speziallabor geben. Diese Untersuchung ist lediglich bei Verdacht auf bösartige Schilddrüsen-Erkrankungen indiziert.


Behandlung


Behandlung der SchilddrüsenunterfunktionEine Schilddrüsenunterfunktion sollte so früh wie möglich behandelt werden, um bleibende Schäden zu verhindern. Bislang ist eine Heilung der eigentlichen Ursache jedoch nicht möglich, mit Medikamenten können jedoch die Auswirkungen der Erkrankung sehr wirkungsvoll verringert werden.

Schilddrüsenhormone werden in Form von Levothyroxin verabreicht, das im Körper wie die körpereigenen Schilddrüsenhormone wirkt. Meist müssen die Patienten Levothyroxin lebenslang einnehmen. Bei richtiger Dosierung kommt es zu keinen Nebenwirkungen. Bei zu schneller Steigerung der Menge oder Überdosierung von Levothyroxin können Herzprobleme oder andere Zeichen der Schilddrüsenüberfunktion auftreten.

In der Regel beginnt der Spezialist (Internist/Endokrinologe) mit einer geringen Menge, die dann bis zur richtigen Dosis langsam erhöht wird. So kann sich der Körper langsam auf die Hormongabe einstellen. Die richtige Menge ist sowohl vom Alter der Patientin als auch der Ursache für die Erkrankung abhängig. Bei über 60-Jährigen liegt die erforderliche Dosis um 30% unter der Dosis für jüngere Erwachsene, da der natürliche Hormonspiegel in höherem Lebensalter von dem jüngerer Menschen abweicht. Während der Schwangerschaft sollte die Levothyroxin-Menge dagegen erhöht werden, da der Körper in dieser Zeit mehr Schilddrüsenhormone benötigt. Behandlungs-Ziel ist die Normalisierung des basalen TSH-Spiegels.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis liegt die Dosis häufig unter der Menge nach der operativen Entfernung der Schilddrüse oder einer Radio-Jod-Therapie. Der Grund hierfür liegt darin, dass bei einer Hashimoto-Thyreoiditis in der Regel noch etwas hormonbildendes Restgewebe vorhanden ist. In manchen Fällen wird zusätzlich die Einnahme von Selen empfohlen (100-200 µg täglich), das durchaus den bei der Hashimoto-Thyreoiditis ablaufenden Immunprozess beeinflusst, d.h. z.B. die Antikörper-Bildung vermindert.

Patienten, die wegen einer Schilddrüsenunterfunktion ins Koma gefallen sind (was sehr selten ist), erhalten Levothyroxin in hoher Konzentration in eine Vene gespritzt.

Sind Medikamente zur Behandlung einer Überfunktion Auslöser, müssen sie niedriger dosiert oder können sogar abgesetzt werden.


Prognose & Verlauf


Bei einer andauernden Unterfunktion der Schilddrüse müssen die Schilddrüsenhormone ein Leben lang durch Tabletten ersetzt werden. Dies ist bei der überwiegenden Zahl der Erkrankungen der Fall. Die Krankheitszeichen sind in der Regel spätestens nach einigen Monaten verschwunden. Trotzdem müssen Betroffene die künstlichen Hormone weiter einnehmen, denn bei Absetzen der Medikamente kommt es erneut zur Schilddrüsenunterfunktion, d.h. der Körper erhält erneut zu wenig Schilddrüsenhormon.

Zu Beginn der Behandlung kontrolliert Ihr Spezialist (Internist/Endokrinologe) den Hormonspiegel etwa alle 4 Wochen, insbesondere den basalen TSH-Spiegel, im weiteren Verlauf dann einmal im Quartal. Ist der Patient optimal eingestellt und verträgt die Hormonsubstitution ohne Beschwerden, reicht in vielen Fällen später eine jährliche Überprüfung.

Bei gut eingestellter Medikamentendosis und regelmäßiger Einnahme sind die Patienten genauso leistungsfähig und leben genau so lange wie gesunde Menschen. Bei einer angeborenen Unterfunktion hängt der Behandlungserfolg entscheidend vom möglichst frühen Zeitpunkt der Erkennung ab.

Wichtige Hinweise:  

Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion können dank der Hormontherapie ein normales Leben führen. Unerlässlich hierfür ist allerdings die regelmäßige tägliche Einnahme der Tabletten, die morgens etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück erfolgen sollte, damit die Wirkstoffaufnahme in den Körper nicht durch Nahrungsmittel und Medikamente beeinflusst wird. Nimmt man die Einnahme auf diese Weise in das morgendliche Ritual wie etwa das Zähneputzen auf, ist die gleichmäßige Aufnahme über den Darm gesichert. So steht täglich zuverlässig die gleiche Menge an den benötigten Hormonen zur Verfügung.  


Vorsorge & Schutz


Jod zum Schutz vor einer SchilddruesenunterfunktionJod-Mangel können Sie durch eine optimale Jod-Zufuhr über die Nahrung vorbeugen. Bei Erwachsenen sollte die täglich aufgenommene Jod-Menge bei etwa 180-200 Mikrogramm liegen und 500 Mikrogramm keinesfalls überschreiten. Insbesondere jodiertes Speisesalz und eine Reihe von Seefischen (allerdings nur gebraten oder gegrillt, nicht gekocht) sind wertvolle Jod-Lieferanten.

Wichtige Hinweise:  

Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion können dank der Hormontherapie ein normales Leben führen. Unerlässlich hierfür ist allerdings die regelmäßige tägliche Einnahme der Tabletten, die morgens etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück erfolgen sollte, damit die Wirkstoffaufnahme in den Körper nicht durch Nahrungsmittel und Medikamente beeinflusst wird. Nimmt man die Einnahme auf diese Weise in das morgendliche Ritual wie etwa das Zähneputzen auf, ist die gleichmäßige Aufnahme über den Darm gesichert. So steht täglich zuverlässig die gleiche Menge an den benötigten Hormonen zur Verfügung.  


Wichtige Adressen


Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V.
c/o EndoScience Endokrinologie Service GmbH
Hopfengartenweg 19
90518 Altdorf
Tel.: 09187 / 97 424 11
Fax: 09187 / 97 424 71
E-Mail: dge@endokrinologie.net
www.endokrinologie.net

Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.
Ev. Waldkrankenhaus
Waldstraße 73
53177 Bonn
Tel.: 0228 / 386 90 60
www.schilddruesenliga.de

Forum Schilddrüse e.V.
Potsdamer Straße 8
D-10785 Berlin
Tel.: (069) 63 80 37 27
Fax: (069) 63 80 37 28
www.forum-schilddruese.de

Die Schmetterlinge e.V.
Schilddrüsenbundesverband
Selbsthilfeorganisation für Kinder und Erwachsene mit Schilddrüsenerkrankungen
Gemarkenstraße 133
45147 Essen
Tel.: 0201 / 8 71 84 51 oder (02 01) 3 32 82 72
Fax: (02 01) 3 32 82 73
E-Mail: info@sd-bv.de
www.die-gesunde-schilddruese.de

InSeNSU - Interessengemeinschaft Selbsthilfe für Patientinnen und Patienten  mit Nebenschilddrüsenunterfunktion
Frauke Sieger
Zum Mühlenacker 9
27619 Schiffdorf
Tel.: 04706 / 17 04
E-Mail: mailto:info@insensu.de
www.insensu.de

Netzwerk Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen e. V.
Waldstr. 53
90763 Fürth
Tel.: 0911-9792009-0
Fax: 0911-9792009-79
E-Mail: netzwerk@glandula-online.de
www.glandula-online.de


Bücher zum Thema


Ratgeber Schilddrüse
Gynter Mödder
Springer Verlag, 2003
Preis: 17,95 Euro
ISBN: 3-54043-423-2

Wirksame Hilfe für die Schilddrüse
Peter Pfannenstiel, Lothar-Andreas Hotze
Trias, 2003
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ISBN: 3-83043-083-3

Der große TRIAS-Ratgeber zur Schilddrüse
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ISBN: 3-86371-011-8 3-88603-799-1 

Schilddrüse: Das unterschätze Organ
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Preis: 12,95 Euro
ISBN: 3-83043-143-0

Schilddrüse konkret
Rationelle Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenkrankheiten
Alexander Horn, Henning Vosberg, Hermann Wagner
Thieme Verlag, 1999
Preis: 24,95 Euro
ISBN: 97-83137-400-028


Schilddrüsen-Test


 

 


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