Koloskopie - Darmspiegelung

Bei der Koloskopie, der großen Darmspiegelung, wird der gesamte Dickdarm vom After bis zum Blinddarm mithilfe eines etwa 1,5 Meter langen Endoskops (Koloskop) untersucht. Manchmal werden zusätzlich auch die letzten Zentimeter des Dünndarms betrachtet.

Prinzip

Das Koloskop ist ein biegsamer, etwa fingerdicker Schlauch mit Spül- und Absaugvorrichtung, an dessen Spitze sich eine Lichtquelle befindet, die gezielt gesteuert werden kann. Durch einen Arbeitskanal kann der Gastroenterologe verschiedene Instrumente einführen. Mit Hilfe einer kleinen Kamera können die im Darm aufgenommenen Bilder auf einen Bildschirm übertragen werden.

Durchführung

Die Vorbereitung zur Koloskopie variiert bei den einzelnen Untersuchern etwas und hängt auch von den individuellen Stuhlgewohnheiten (z. B. starke Verstopfung) ab. Die Patienten sollten 3 Tage vor der geplanten Untersuchung keine körnerhaltigen Speisen (Beerenfrüchte, Müsli etc.) essen, damit sie die Kanäle des Endoskops während der Untersuchung nicht verstopfen können. Am Vortag der Untersuchung sollten sie ein leichtes Frühstück zu sich nehmen, danach nur noch flüssige Kost. Außerdem sollten die Patienten viel trinken. Darüber hinaus werden je nach Ort der Untersuchung Abführmaßnahmen durchgeführt. Für die Untersuchung ist es optimal, wenn die Patienten eine klare Flüssigkeit, ähnlich wie Kamillentee, ausscheiden. Die Spiegelung selbst dauert etwa 20-30 Minuten. Für die Untersuchung muss sich der Patient auf die linke Seite legen und die Beine leicht anwinkeln. Der Arzt führt das Gerät in den Mastdarm ein und schiebt es bis zum letzten Teil des Dünndarms.

Manche Patienten empfinden eine Koloskopie als unangenehm, manchmal verursacht der Eingriff auch Schmerzen. Für die Dauer der Untersuchung erhalten die Patienten deshalb eine Venenkanüle, über die der Arzt Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreichen kann.

Anwendung

Mit der Koloskopie kann der Gastroenterologe die Innenseite des Dickdarms sehr genau auf Schädigungen der Darmwand untersuchen. Dabei entdeckt er nicht nur bestehende Tumore sondern er kann auch Krebsvorstufen, so genannte adenomatöse Polypen, erkennen und entfernen: Der Gastroenterologe schiebt dazu eine kleine Zange durch einen Hohlraum im Endoskop und entnimmt Gewebe zur weiteren Untersuchung (Biopsie) oder entfernt gleich den gesamten Polypen.

Die Koloskopie ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Krebsvorsorge. Jeder gesetzlich Versicherte hat Anspruch auf mindestens 2 Darmspiegelungen. Die Kosten einer Koloskopie werden ab dem 56. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen, bei einem negativen Ergebnis tragen die Kassen 10 Jahre später die Kosten für eine weitere Darmspiegelung.  

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