Was ist Altern?

Warum Lebewesen altern, ist wissenschaftlich umstritten. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Organismen darauf optimiert sind, sich früh maximal zu vermehren und nicht, möglichst lange zu leben. Ob es daher jemals gelingen wird, das Altern aufzuhalten und die Lebenserwartung so zu verlängern, lässt sich im Moment noch nicht sagen. An möglichen Wirkstoffen, die Alterungsprozesse im Körper verlangsamen oder gar stoppen sollen, wird nichtsdestotrotz intensiv geforscht.

Der Alterungsprozess beginnt streng genommen bereits mit der Geburt. Ab dem 35. Lebensjahr beschleunigt sich das Altern. Was genau beim Altern passiert, ist wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt. Man geht heute davon aus, dass eine Kombination aus genetischen Einflüssen, Zellveränderungen und Umweltfaktoren für das Altern verantwortlich sind.

Altersgene

Aus Beobachtungen an Tieren weiß man, dass schon einzelne Genveränderungen (Mutationen) ausreichen können, um die Lebenserwartung beispielsweise von Fadenwürmern oder Fruchtfliegen deutlich zu verlängern. Mittlerweile sind über 100 solcher Gene bekannt, die die Lebenserwartung teilweise verdoppeln können. Die meisten dieser Gene regulieren das Wachstum, den Energiehaushalt, Nährstoffaufnahme und Fortpflanzung.

Inwieweit diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist noch offen. Da der menschliche Organismus sehr viel komplexer aufgebaut ist, als Fadenwurm oder Fruchtfliege, könnte auch der Einfluss der Gene auf den Alterungsprozess unterschiedlich sein. Auch ist wahrscheinlich nicht zu erwarten, dass einzelne Mutationen beim Menschen die Lebenserwartung verdoppeln können.

Generell scheinen die Gene jedoch auch beim Menschen eine Rolle zu spielen. So gibt es immer wieder Familien, deren Familienmitglieder außerordentlich lange leben. Auch Geschwister von über 100-Jährigen werden häufig ebenfalls sehr alt. Außerdem ist bekannt, dass bei extrem langlebigen Menschen bestimmte Varianten von Genen vorkommen, die den Fettstoffwechsel steuern und die Wirkung von Insulin verringern.

Zellveränderungen

Im Laufe des Lebens steigt die Wahrscheinlichkeit von Zell- und Erbgutveränderungen. Mit der Zeit häufen sich immer mehr dieser Schädigungen an und verschlechtern vermutlich die Funktionstüchtigkeit der Zellen. Die meisten dieser Schäden sind bislang unbekannt, man weiß aber, dass so genannte freie Radikale und reduzierende Zuckermoleküle die Erbsubstanz DNA und andere Zellmoleküle schädigen.

Auch die Zellen selbst unterliegen einem Alterungsprozess. So verlieren im Alter immer mehr Körperzellen die Fähigkeit zu Wachstum und Vermehrung. Möglicherweise schützt sich der Körper auf diesem Weg vor unkontrolliertem Zellwachstum und der Entstehung von Tumoren. Diese natürliche Zellalterung ist also möglicherweise der Preis dafür, dass der Körper Krebserkrankungen verhindern kann.

Umweltfaktoren

Umweltbedingungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle beim Alterungsprozess. Schädliche Einflüsse, wie Gifte, Strahlung aber auch die Stress, Ernährung und körperliche Aktivität setzen beeinflussen den Alterungsprozess. So haben Untersuchungen an Tieren ergeben, dass sich die Lebenserwartung verlängert, wenn die Nahrungsaufnahme eingeschränkt wird. Wie die Erkenntnisse aus den Genuntersuchungen nahe legen (s.o.), scheint ein niedriger Stoffwechsel generell lebensverlängernde Wirkung zu haben. Ob dies auch auf den Menschen zutrifft und ob beispielsweise Fasten das Altern aufhalten kann, ist allerdings noch offen.

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