Balneo- & Klimatherapie

Ursprung

Balneotherapie bezeichnet eine Behandlung mit Heilbädern, die Klimatherapie setzt auf die Klima-Elemente Luft, Wind, Sonne und Regen, denen die Patienten ausgesetzt werden. Beide Therapien haben eine lange Tradition: Die günstige Wirkung beider Therapieformen, die auch miteinander kombiniert werden können, ist bereits seit der Antike bekannt.

Beide Verfahren sind wichtige Bestandteile von Heilverfahren, die sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts in den heute als Rehabilitationskliniken bezeichneten Kliniken etabliert haben. Die etwa 3 Millionen Heilverfahren im Jahr ist ein wichtiger Baustein unseres Gesundheitssystems. Rekonvaleszenz und Leistungssteigerung in einem urlaubsähnlichen Milieu stehen in der Kurortbehandlung mit 350 Kurorten im Vordergrund. Kurorte müssen den Nachweis einer Eignung für Balneo- und/oder Klimatherapie führen.

Wirkprinzip & Durchführung

Beide Heilverfahren beruhen darauf, dass der Körper einer Serie äußerer Reize ausgesetzt und der Organismus auf diese Weise gestärkt und trainiert wird. Folgende Heilwässer und -Gase werden als Bäder, teilweise auch als Trinkkuren angewendet:

  • (Jod-)Sole
  • Meerwasser
  • Sulfatwässer
  • Hydrogenkarbonatwässer
  • Radon
  • Schwefelwässer
  • Thermalwasser

Daneben gibt es so genannte Heilpeloide d.h. feinkörnige Substanzen natürlichen Ursprungs, wie z.B. Torf, Heilerde oder Schlick, die zusätzlich als Packungen oder Knetungen Anwendung finden. Eine Sonderform ist die Krenotherapie, die Brunnentrinkkur.

Die Klimatherapie umfasst die Komponenten Heliotherapie (dosierte Sonnenbäder), Klimatische Terrainkur (dosiertes Gehen) sowie die Frischluft-Liegekur. Die Klimate werden nach Lage und Bioklima unterschieden, d.h. See-, Mittelgebirgs-, Hochgebirgsklima.

Die Thalasso-Therapie, die auch im Wellnessbereich zunehmend bekannter wird, nutzt die natürlichen Reize der Meeresküste: Klima (Sonne, Wind), Bäder und Inhalationen (Salzwasser, Brandungs-Aerosol) sowie weitgehende Allergenfreiheit und Reinheit der Luft. Eine echte Thalasso-Therapie kann nur an einer Meeresküste durchgeführt werden.

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete sind ungemein vielfältig. Dazu zählen u.a.:

  • Chlorid-(Jod)-Sole-)Wässer: Bronchitische Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, degenerative und chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen
  • Meereswasser: Bronchitis, Neurodermitis, Akne, Psoriasis
  • Radon: entzündliche und degenerative Gelenkerkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • Schwefelwässer: Hautkrankheiten, degenerative und chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen des Bewegungsapparates
  • Thermalwasser: degenerative und chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Morbus Bechterew)
  • Meeresklima: Hauterkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Mittelgebirgsklima: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Weichteilrheumatismus, Atemwegserkrankungen
  • Hochgebirgsklima: Rekonvalesenz, Erkrankungen der Atemwege

Wie wirksam sind die Balneo- und Klimatherapie?

Die Wirksamkeit beider Therapieformen ist bei vielen Krankheiten durch zahlreiche Studien belegt.

Besonderheiten

Balneo- und Klimatherapie werden an einem Kurort mit den jeweils natürlich vorhandenen Mitteln kombiniert. Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten eignen sich die jeweiligen Kurorte jeweils für bestimmte Erkrankungen. Zum Konzept einer umfassenden Behandlung gehören z. B. auch physiotherapeutische Anwendungen wie Massagen oder Krankengymnastik sowie Entspannungsverfahren und diätetische Maßnahmen. Bei Rehabilitationsverfahren und Badekuren sollte der Hausarzt in die Planung eingebunden werden. Die Krankenkassen übernehmen hier in der Regel einen großen Teil der Kosten.

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