Entspannungsverfahren

Unter Entspannungsverfahren werden verschiedene Methoden zusammengefasst, die Spannungen in Körper und Geist abbauen und Verspannungen lösen sollen. Blutdruck und die Stoffwechselrate können dadurch gesenkt und die Muskelspannung herabgesetzt werden.

Zu den wichtigsten Verfahren zählen:

Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR)

Das Verfahren wurde von dem amerikanischen Arzt Edmund Jacobson (1885-1976) entwickelt. Sie beruht auf der Beobachtung Jacobsons, dass Unruhe, Ängste und andere psychische Belastungen zu einer Verspannung der Muskeln führen.

Der Patient übt in einer festgelegten Reihenfolge und einem bestimmten Zeitschema die Konzentration auf einzelne Muskelgruppen sowie die An- und Entspannung der Partien im Wechsel. Die schrittweise Entspannung einzelner Muskelgruppen führt im Ergebnis zu einer Gesamtentlastung der Muskeln. Die Methode eignet sich bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychosomatischen Beschwerden, Migräneusw.

Es liegen viele Studien zur Wirksamkeit vor.

Yoga

Autogenes Training

Bei diesem von dem deutschen Psychiater und Psychotherapeuten Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) entwickelten Verfahren ist es möglich, selbst gesteuert Entspannungszustände zu erreichen. Mit Hilfe eines Übungsleiters bzw. Therapeuten übt der Patient das Empfinden von Wärme, Kälte, Schwere usw. in bestimmten Körperregionen. Die Methode findet insbesondere in der Psychotherapie Anwendung, kann aber auch beim Abbau von Stresszuständen im Alltag hilfreich sein. Es liegen viele Studien zur Wirksamkeit vor.

Biofeedback

Biofeedback greift in unbewusst ablaufende Vorgänge wie z.B. die Atemfrequenz, Blutdruck, Gehirnströme, Körpertemperatur oder Muskelspannung ein. Diese Vorgänge werden mit entsprechenden Geräten an einem Patienten gemessen und mit akustischen oder optischen Signalen verknüpft. Auf einen Bildschirm oder Lautsprecher sieht oder hört der Betroffene, wie sein Körper reagiert. Auf diese Weise wird die willentliche Kontrolle bestimmter Körperprozesse erlernt.

Anwendungsgebiete sind Schlafstörungen, Angstzustände, Migräne, unwillkürlicher Urinabgang, Spannungskopfschmerzen, Bluthochdruck u.a. Es liegen viele Studien zur Wirksamkeit vor.

Hypnose

In einer Hypnose-Therapie wird der Patient durch einen Hypnotiseur in eine Tiefen-Entspannung versetzt, d.h. einen schlafähnlichen Zustand, bei dem die Aufmerksamkeit fast vollständig nach innen gerichtet ist. Der Behandelte erlebt Gefühle und Gedanken intensiver und meist in Form von bildlichen Eindrücken.

Die Hypnose wird vorrangig bei psychischen Problemen und bestimmten Schmerzsyndromen eingesetzt. Es gibt Studien, die die Wirksamkeit belegen.

Meditation

Mittels Meditation soll der Geist beruhigt und die Selbstwahrnehmung gestärkt werden. Die Übungen werden im Sitzen mit geschlossenen Augen abgehalten. Zur Konzentration des Geistes wird oftmals mit einem Mantra, d.h. einem Ton oder Wort, gearbeitet, der/das ständig wiederholt wird. Es gibt viele Studien, die die Wirksamkeit belegen.

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