06.06.2009
Ärzte empfehlen Hepatitis-Impfung vor dem Urlaub
Die Zahl der Hepatitis-Fälle in Deutschland steigt wieder...
Bild: Gelbe Bindehäute bei Hepatitis A.Mediziner in Deutschland warnen vor einer Ansteckung mit Hepatitis-Viren. Gerade vor der beginnenden Reise-Saison sollten sich Urlauber über das Risiko einer Ansteckung mit Hepatitis-Viren in ihrem Reiseland informieren, rät der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Gegen eine Infektion mit Hepatitis-A schützt am sichersten eine Impfung.
Seit einigen Jahren steigen insbesondere die Fälle von Hepatitis A in Europa wieder an: So meldete das Robert Koch-Institut in Berlin im letzten Jahr erstmals seit Jahren wieder über 1.000 Krankheitsfälle in Deutschland - davon gingen die meisten auf Infektionen während eines Ausland-Aufenthalts zurück. „Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko in Europa gibt es vor allem in den Mittelmeerländern, Ost- und Südosteuropa, z. B. Bulgarien, Tschechien, der Türkei oder auch Nordafrika. Leider kennen viele Touristen und Pauschalurlauber die Ansteckungsgefahren nicht und reisen ungeschützt in Regionen, in denen Hepatitis weit verbreitet ist", warnt Dr. Peter Walger vom BDI. Häufungen von Hepatitis-A-Fällen gab es in den vergangenen Wochen in Spanien (Barcelona) und Italien (Sizilien und San Marino).
Unterschiedliche Übertragungswege
Typisches Symptom für Hepatitis A ist eine Gelbsucht, bei der sich Haut und Bindehäute gelblich verfärben. Dabei kann der Gallenfarbstoff Bilirubin von der entzündeten Leber nicht mehr vollständig ausgeschieden werden. Weitere Krankheitszeichen sind dunkelbrauner Urin und heller bis weißlicher Stuhl, Juckreiz, Übelkeit, Schwäche und Fieber. Hepatitis-A-Viren werden vor allem durch verunreinigte Nahrung und verschmutztes Wasser übertragen. Besonders Meeresfrüchte wie Muscheln oder Austern, ungewaschenes Obst und Gemüse, Speiseeis und Eiswürfel können mit den Viren belastet sein. Sie können aber auch durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder mit verschmutzten sanitären Einrichtungen übertragen werden. Im Gegensatz dazu werden Hepatitis-B- und -C-Viren nicht fäkal-oral, sondern durch Körperflüssigkeiten wie Blut und Sperma übertragen.
Während es gegen Hepatitis-C-Viren bislang noch keinen Impfstoff gibt, kann man sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen, z.B. in Form einer kombinierten Impfung gegen beide Virustypen. „Insbesondere bei Reisen in Länder mit hohem Hepatitis-Risiko sollte man sich gegen Hepatitis A impfen lassen. Eine Impfung ist auch für ältere Menschen sowie besonders für Personen mit einer Leber-Erkrankung empfehlenswert, denn bei ihnen kann eine Infektion zu schweren Komplikationen führen", so Dr. Walger, Infektionsmediziner am Universitätsklinikum Bonn.
