18.11.2012
Aktueller Ausbruch von Dengue-Fieber auf Madeira
Reisende, die nach Rückkehr von Madeira fieberhaft erkranken, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Denn es könnte sich um Dengue-Fieber handeln, warnen Experten des BDI.
Auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira ist das Dengue-Fieber ausgebrochen. Davor warnen die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Die Gesundheitsbehörden von Madeira haben seit Anfang Oktober mehr als 1300 Krankheitsfälle gemeldet (Stand 15.11.), von denen bisher mehr als die Hälfte bestätigt werden konnte. Auch in Deutschland wurden wie in anderen EU-Ländern bereits mehrere Fälle bei Reiserückkehrern diagnostiziert", berichtet Prof. Dr. Thomas Löscher, Reiseinfektionsexperte des BDI und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin & Internationale Gesundheit (DTG e.V.). Dengue ist eine in den Tropen weit verbreitete Viruserkrankung, die durch Stechmücken übertragen wird und sich mit hohem Fieber sowie meist ausgeprägten Muskel- und Gelenkschmerzen manifestiert. Mögliche Komplikationen sind Blutungen und Kreislaufversagen bis zum Schock. „Reisende, die nach Rückkehr von Madeira fieberhaft erkranken, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Außerdem ist zu beachten, dass Medikamente wie ASS (Acetylsalicylsäure, z.B. Aspirin) vermieden werden, da diese das Blutungsrisiko beim Vorliegen eines Dengue-Fiebers erhöhen können", betont Prof. Löscher.
Konsequenter Mückenschutz zur Vorbeugung erforderlich
Bei Aufenthalten auf Madeira wird gemäß den Empfehlungen der DTG zu konsequenten Schutzmaßnahmen vor den Stichen der Tag- und Dämmerungs-aktiven Mücken geraten. „Dazu gehört das Tragen von Haut-bedeckender Kleidung, die Anwendung von Mücken-abwehrenden Mitteln (Repellents) auf der Haut sowie das Schlafen in Mücken-sicheren Räumen oder unter Moskitonetzen. Durch zusätzliches Imprägnieren der Kleidung und der Moskitonetze mit Insektiziden kann die Schutzwirkung übrigens noch erhöht werden", rät Prof. Löscher.
