26.08.2007

Anhaltende Muskelschmerzen können auf Fibromyalgie hindeuten

Dauerhafte oder immer wiederkehrende gelenknahe Muskelschmerzen können Hinweis auf eine Fibromyalgie sein...

„Die Schmerzen bei einer Fibromyalgie gleichen gelegentlich einem schweren Muskelkater und sind meist von sehr ausgeprägter, nicht selten als unerträglich empfundener Stärke", erklärt Dr. Edmund Edelmann vom Berufsverband Deutscher Internisten. „Die Betroffenen leiden unter Schmerzen an Armen und Beinen und im Bereich der Wirbelsäule. Es kann aber auch der gesamte Körper betroffen sein" so der Rheumatologe. 

Die Schmerzen betreffen nicht die Gelenke selbst, treten aber in der Regel in der Nähe von Gelenken auf. Außerdem ist die Schmerzempfindlichkeit an präzise lokalisierten Druckpunkten, so genannten „Tender Points", erhöht. Diese Druckpunkte stellen meist Muskel-Sehnen-Ansätze dar und befinden sich u.a. an Nacken, Schulter, Hüften und Rücken. Bei ausgeprägter Fibromyalgie besteht eine erhöhte Empfindlichkeit auf Berührung am gesamten Körper.

Vielfältiges Krankheitsbild 

Darüber hinaus leiden die Betroffenen unter einer ganzen Reihe unterschiedlicher Krankheitszeichen. Dazu gehören ständige Müdigkeit, Erschöpfung oder Schlaflosigkeit. Auch Magen-Darm-Beschwerden, Atemnot, Gefühlsstörungen, Kälteempfindlichkeit oder vermehrtes Schwitzen können bei einer Fibromyalgie auftreten.

Insgesamt sind bis zu 150 verschiedene Symptome in Zusammenhang mit einer Fibromyalgie beobachtet worden. Da das Krankheitsbild sich von Patient zu Patient sehr stark unterscheiden kann, ist die Erkrankung schwer zu erkennen. Häufig haben die Betroffenen deshalb eine langjährige Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis endlich die richtige Diagnose gestellt wird.

Die Ursachen der Fibromyalgie sind nicht bekannt. Möglicherweise werden Schmerzreize im Gehirn fehlerhaft verarbeitet, so dass die Schmerzwahrnehmung gestört ist. Eine Vielzahl äußerer Faktoren kann das Krankheitsbild beeinflussen: Die Betroffenen sind häufig besonders wetterfühlig, die Beschwerden nehmen dann bei feucht-kalter Witterung deutlich zu. Seelische Belastungen, Konflikte in der Familie und am Arbeitsplatz können ebenfalls den Gesundheitszustand verschlechtern.

Fibromyalgie verursacht häufig Depressionen

Da die Erkrankung keine beobachtbaren Veränderungen an Gelenken, Muskeln oder Sehnen hervorruft, werden die Betroffenen von ihrer Umgebung oft nicht ernst genommen. Seelische Beschwerden, wie z. B. Ängstlichkeit oder Depressionen, können die Folge sein. „Die Behandlung erfordert deshalb viel Geduld der Angehörigen und ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient", so Dr. Edelmann. Die an der Behandlung  beteiligten Spezialisten - Internisten, Rheumatologen, Orthopäden, Neurologen, Psychologen und Krankengymnasten - sollten zudem bei der Behandlung eng zusammen arbeiten.

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