24.10.2012
Arbeitsstress steigert Risiko für Herzinfarkt
Wenn Arbeit psychisch belastend ist und wenige Gestaltungsspielräume zulässt, steigt das Herzinfarkt-Risiko. Das konnten jetzt Forscher aus England in einer großen Studie belegen.
Beschäftigte, deren Arbeit psychisch belastend ist und wenig Gestaltungsspielräume zulässt, haben ein 23 Prozent höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, als Personen, die keinen solchen Arbeitsstress erleben. Das hat eine internationale Studie von Prof. Mika Kivimäki vom University College London und Kollegen ergeben, die umfasst rund 200.000 Teilnehmer aus sieben Europäischen Ländern umfasst und damit die bisher größte Studie zu diesem Thema darstellt (siehe The Lancet, Online First, 14.9.12).
„Dass Arbeitsstress ein Risiko sein könnte, wird schon länger vermutet. Unsere Untersuchung ist ein starker Hinweis darauf, dass Stress tatsächlich nicht gut für das Herz ist", betont Prof. Dr. Nico Dragano vom Universitätsklinikum Düsseldorf, einer der Autoren des Artikels und der Initiatoren der Analyse. „Die gemeinsame Auswertung von publizierten und unpublizierten Daten in einer Studie erlaubt es uns, die Beziehung zwischen Herzkrankheiten und Arbeitsstress - definiert als Kombination aus hohen psychischen Anforderungen und niedrigem Gestaltungsspielraum - mit einer viel größeren Präzision zu untersuchen, als das bislang möglich war", erklärt Prof. Mika Kivimäki.
Die Forschergruppe um Kivimäki hat in einer Meta-Analyse Arbeitsstress bei Beschäftigten untersucht, die zwischen 1985 und 2006 an 13 einzelnen Studien in Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Niederlanden, Schweden und Großbritannien teilgenommen hatten. Alle Teilnehmer beantworteten Fragebögen zu ihren Arbeitsbedingungen, z.B. zu psychischen Anforderungen, Zeitdruck und Entscheidungsfreiheit. Während der im Durchschnitt 7,5 Jahre dauernden Nachbeobachtung erlebten insgesamt 2.358 Personen erstmalig einen Herzinfarkt.
Das um 23 Prozent höhere Risiko bei Personen, die von Arbeitsstress berichteten, bleib auch dann erhöht, wenn andere Einflussfaktoren, wie Lebensstil, Alter, Geschlecht oder sozialer Status berücksichtigt wurden. Unabhängig vom Arbeitsstress, hatte in der Untersuchung der Lebensstil (Rauchen, Bewegungsmangel etc.) den insgesamt größten Einfluss auf das Risiko eines späteren Infarkts.
Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
