18.03.2010

Bei Diabetes und Erkrankungen der Herzkranzgefäße Blutdruck maßvoll senken

Patienten mit Diabetes oder Erkrankungen der Herzkranzgefäße sollten darauf achten, daß ein erhöhter Blutdruck nicht zu weit verringert wird...

Bei Bluthochdruck ist es oftmals erforderlich, den Blutdruck medikamentös abzusenken, um die Gefahr eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalles zu verringern. „Eine aktuelle Studie zeigt allerdings, dass es bei Menschen, die gleichzeitig an Diabetes und einer Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden, wichtig ist, den Blutdruck dabei nicht zu stark zu verringern. Unterhalb eines systolischen Wertes von 115 steigt bei diesen Patienten offenbar das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen wieder an", berichtet Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK). Er bezieht sich dabei auf eine Studie von Forschern um Rhonda Cooper-DeHoff von der Universität von Florida. Die Ergebnisse wurden auf der 59. Jahrestagung des American College of Cardiology in Atlanta vorgestellt.

Für die Behandlung von Bluthochdruck gilt oftmals die Annahme: je niedriger der Blutdruck, desto besser. „Die internationale INVEST-Studie zeigt jedoch, dass der Wertebereich, der für gesunde Menschen als normal angesehen wird, für Personen mit Diabetes und gleichzeitiger Schädigung der Herzkranzgefäße, ein erhöhtes Risiko darstellen kann", erläutert Dr. Smetak. Als normaler Blutdruck gilt ein systolischer Wert unter 120 und ein diastolischer Wert von weniger als 80. „Ein Blutdruck von über 140 bringt ein um 50% erhöhtes Risiko für eine Herz-oder Gefäßerkrankung mit sich. Die neue Studie liefert Hinweise darauf, dass für Patienten mit einer Kombination aus Diabetes und Erkrankung der Herzkranzgefäße ein ähnlich hohes Risiko besteht, wenn der systolische Blutdruck zum Beispiel mit Medikamenten unter einen Wert von 115 abgesenkt wird."

Die Schwellenwerte zu finden, ab denen eine Behandlung erforderlich ist und gleichzeitig bestimmen zu können, wann die Werte ‚gut genug' sind, ist nicht nur wichtig für die Gesundheit der Patienten, sondern trägt auch dazu bei, unnötige Kosten für Arzneimittel zu reduzieren. „Daher ist es unbedingt erforderlich, dass Patienten mit Bluthochdruck dem Arzt eventuell vorliegende weitere Erkrankungen genau schildern", rät der Vorsitzende des BNK. „Bei einer Einnahme von Blutdrucksenkern muss der Blutdruck regelmäßig überprüft werden, um feststellen zu können, ob zum Beispiel die Dosis des Medikamentes verändert werden muss.