19.10.2014
Bergwandern auch mit Herz-Kreislauf-Erkrankung möglich und gesund
Auch für Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen ist Bergwandern bis zu einer Höhe von etwa 2500 m geeignet, da Probleme mit der Sauerstoffsättigung gewöhnlich erst in größeren Höhen auftreten.
Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Laufen sind bekanntlich auch für die Gesundheit von Herz- oder Bluthochdruckpatienten förderlich. „Selbst Bergwandern bis zu einer Höhe von etwa 2500 Metern ist für fast alle Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen geeignet - davon ausgenommen sind nur Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche oder ernsten Lungenerkrankungen. Denn Probleme mit der Sauerstoffsättigung treten gewöhnlich erst in größeren Höhen auf, außerdem können die Betroffenen beim Wandern die Intensität und Dauer der körperlichen Belastung individuell abstimmen", erläutert Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des BNK und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie in Kirchheim. Der mit zunehmender Höhe abnehmende Sauerstoffgehalt der Luft kann einem vorerkrankten Herzen schaden, da er es zur Leistungssteigerung veranlasst, um trotzdem genügend Sauerstoff durch den Körper zu pumpen, was zu einer Überanstrengung des Herzmuskels führen kann. „Deshalb sind Aufenthalte in größerer Höhe zwischen 2500 und 3500 Metern für Patienten nur vertretbar, wenn sie keine Herzschwäche, Rhythmusstörungen oder zusätzlichen Begleiterkrankungen aufweisen und von Haus aus körperlich so fit sind, dass sie sich bei den geplanten Touren nicht übernehmen", betont Dr. Smetak. „Wichtig ist es außerdem, sich nach Ankunft in den Bergen erst einmal gut zu akklimatisieren, also körperliche Anstrengung in den ersten drei bis fünf Tagen weitestgehend zu vermeiden. In dieser Zeit kann der Organismus die Zahl der roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff im Blut transportieren, erhöhen, was das Herz entlastet. Außerdem ratsam ist es, Berge stets langsam zu erklimmen und dabei möglicherweise auftretende Beschwerden nicht zu ignorieren, sondern achtsam mit dem eigenen Körper umzugehen. Also bei Atemnot, Schwächegefühl oder Schwindel am besten eine Pause einlegen und - falls die Beschwerden nicht nachlassen sollten - die Tour lieber abbrechen bzw. abkürzen. Dies erfordert ein gutes Verständnis der eigenen Krankheit, eine richtige Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit zum Selbstmanagement. Patienten können sich vor ihrem Urlaub in den Bergen gerne auch vom Arzt beraten lassen, welche Maßnahmen beim Auftreten von Beschwerden zu ergreifen sind. Das verschafft zusätzliche Sicherheit", empfiehlt Dr. Smetak.
Quelle: äin-red
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