14.09.2008

Bergwandern kann Herzinfarkt auslösen

Bergtouren gehen aufs Herz. Menschen mit Herzbeschwerden sollten deshalb auf besonders anstrengende Wanderungen lieber verzichten...

Bergwandern stellt eine große Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar. Herzpatienten und ältere Menschen haben dabei ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt, warnt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Menschen mit erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen sollten deshalb besonders anstrengende Bergtouren vermeiden.

Herz-/Kreislaufprobleme sind eine der häufigsten Ursachen für Bergunfälle. Jeder 3. tödlich verunglückte Bergwanderer stirbt an einem Herzinfarkt. Das Herz ist damit die 2.-häufigste Todesursache beim Bergwandern. „Bergwandern erfordert sowohl Ausdauer als auch Kraft. Gerade in sehr steilem Gelände wird der Kreislauf dadurch besonders stark beansprucht", sagt Prof. Wolfram Delius vom BDI. Dazu kommen oft noch Hitze, Flüssigkeitsmangel und die dünne Höhenluft. „Höhen zwischen 1.000 und 2.000 Metern sind zwar unproblematisch, darüber hinaus kann es aber für Menschen mit Herzproblemen ohne ausreichende Höhenanpassung kritisch werden", warnt der Kardiologe aus München. Außerdem dauere es oft zu lange, bis Rettungskräfte vor Ort sind.

Sehr anstrengende Touren lieber vermeiden

Menschen mit Herzproblemen oder einem erhöhten Risiko für Kreislauferkrankungen sollten keine Extremtouren in den Bergen unternehmen. Dazu zählen vor allem Menschen mit zu hohem Blutdruck und ältere Menschen. „Zwar sollen sich auch Herzpatienten natürlich ausreichend bewegen und Sport treiben. Aber zu hohe Belastungen können kontraproduktiv sein. Regelmäßige Pausen, vor allem bei großer Hitze, und ausreichend Trinken sind deshalb unerlässlich", rät Prof. Delius.

Was für jeden Bergwanderer gilt, trifft erst recht auf Wanderer mit Herz-Kreislauf-Beschwerden zu: Nie ohne Handy aufbrechen, damit im Notfall Hilfe herbeigerufen werden kann! Wer nach einem Infarkt schnell geborgen und behandelt wird, hat höhere Überlebenschancen.