01.05.2013

Bessere Versorgung von Rheumapatienten durch Kooperation mit Hausärzten

Rheumatologen und Hausärzte haben gemeinsam die „Versorgungslandschaft Rheuma" entwickelt, um eine bessere Versorgung von Patienten mit Rheuma zu erreichen.

In der bisherigen Versorgung der rund 1,5 Millionen Patienten mit chronisch-entzündlichen Rheumaformen in Deutschland besteht das Dilemma, dass einerseits oft die falschen Patienten zum Rheumatologen überwiesen werden und andererseits Versorgungsengpässe entstehen, da es hierzulande zu wenige Rheumatologen gibt. Gleichzeitig sind die Aussichten der Patienten auf eine erfolgreiche  Therapie umso besser, je früher ihre Erkrankung erkannt und dann auch richtig behandelt wird.

Zur Lösung dieses Dilemmas haben die Rheumatologen vom Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) gemeinsam mit dem Hausärzteverband die „Versorgungslandschaft Rheuma" entwickelt, um eine optimale und effiziente Versorgung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Rheumaformen zu realisieren, bei der insbesondere eine möglichst frühzeitige Erkennung der betroffenen Patienten durch den Hausarzt und deren gezielte Überweisung an den Rheumatologen zur definitiven Diagnosestellung und Einleitung einer geeigneten Therapie gewährleistet werden soll. „Die strukturierte Kooperation zwischen den Hausärzten, Rheumatologen und stationären rheumatologischen Einrichtungen stellt sicher, dass in der Versorgungslandschaft Rheuma dauerhaft und in jeder Versorgungsebene eine Leitlinien-gerechte Langzeitbehandlung erfolgt", erläutert Dr. Edmund Edelmann, Vorstandsvorsitzender des BDRh. „Mit dieser kooperativen Struktur der Versorgungslandschaft Rheuma lässt sich unser angestrebtes Ziel in hervorragender Weise umsetzen, die Morbidität und Mortalität der Patienten mit chronisch-entzündlichem Rheuma deutlich zu vermindern."

An der Erstellung des Vertragsentwurfes waren Hausärzte, Vorstandsmitglieder des Hausärzteverbandes, der komplette BDRh-Vorstand mit Niedergelassenen und Klinikern einschließlich  pädiatrischer Rheumatologen, sowie der Generalsekretär der DGRh, Prof. Dr. Ekkehard Genth und die Geschäftsführung der Versorgungslandschaft Rheuma GmbH beteiligt. Bezüglich der Transition von jugendlichen Patienten an der Schwelle zum Erwachsenwerden wurde als Expertin Frau Dr. Schalm, internistische Rheumatologen mit dem Schwerpunkt Transition hinzugezogen. Um eine möglichst frühzeitige Überweisung des Patienten durch den Hausarzt zur differentialdiagnostischen Abklärung beim Rheumatologen zu erreichen,  wurden im Vertrag „Versorgungslandschaft Rheuma" im Vergleich zur Regelversorgung deutlich erhöhte,  diagnostische und therapeutische Anforderungen festgelegt - das gilt auch für die  Dokumentation, die kooperative Versorgung und die Patienten-orientierte Versorgung durch Einbindung  der Rheumatologischen Fachassistenz und Patientenschulungen.

„Mittelfristig sind durch eine umfassende und qualitätsorientierte, kooperative Versorgung erhebliche Kosteneinsparpotentiale nicht nur für die Gesellschaft sondern auch für die Krankenkassen  realisierbar, die sich durch die verringerte Morbidität unserer Patienten ergeben - zum Beispiel im Hinblick auf die Verringerung von Langzeitarbeitsunfähigkeit, Frühberentung und auf die Häufigkeit und Dauer von Krankenhausaufenthalten", erklärt Edelmann. „Es liegt nun an den Krankenkassen, diesen Ball aufzunehmen und mit dem Ziel  einer besseren Versorgung Ihrer Versicherten mit chronischen Erkrankungen anzuspielen."

Erste Gespräche mit verschiedenen Krankenkassen sind bereits erfolgt. Den aktuellen Stand des Selektivvertragsentwurfs „Versorgungslandschaft Rheuma" mit dem Hausärzteverband wird Edelmann auf dem diesjährigen Jahreskongress des BDRh in Berlin (am Samstag, 4. Mai ab 11.30 Uhr) darlegen. Anschließend werden Vertreter der Landesverbände des BDRh aus Brandenburg, Westfalen-Lippe, Bremen, Bayern und Niedersachsen über den Satus Quo ihrer bisherigen Verhandlungen mit den regionalen Krankenkassen für einen Selelektivvertrag auf der Basis des Vertragsentwurfes Versorgungslandschaft Rheuma berichten.

Quelle: äin-red

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