18.02.2016

Bewegungs- und Motivationsprogramm für Tumorpatienten

Krebspatienten bekommen im Universitäts KrebsCentrum (UCC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden nach ihrer Akutbehandlung Tipps, wie sie mehr Bewegung in ihren Alltag bringen können.

Der Weltkrebstag 2016 steht unter dem Motto „Wir können. Ich kann." Damit möchte die Union for International Cancer Control (UICC) hervorheben, dass sich jeder im Kampf gegen den Krebs engagieren kann - egal ob als Einzelperson oder gemeinsam mit anderen Menschen. Anlässlich des diesjährigen Weltkrebstages ruft die Deutsche Krebshilfe außerdem dazu auf, die nach wie vor bestehenden Wissensdefizite über Krebs auszuräumen. Diese beiden Aspekte erweitert das Dresdner Universitäts KrebsCentrum, indem es Patienten nach der Therapiephase über eine gesündere, krebsvermeidende Lebensweise aufklärt sowie sie dazu animiert und anleitet.

Das im Februar gestartete Bewegungs-Motivationsprogramm „Aktiv in der Nachsorge" des Präventions- und Bildungszentrums am Universitäts KrebsCentrum (UCC) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden entstand in Kooperation mit dem „Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen" (NCT) in Heidelberg. Das Programm wird im Rahmen eines Pilotprojekts wissenschaftlich begleitet. Als Ergebnis entsteht ein Leitfaden, den Sportvereine und weitere Institutionen künftig nutzen können.

„Aktivitäten in der Phase der Krebsnachsorge werden für die Betroffenen immer wichtiger", sagt Prof. Gerhard Ehninger, geschäftsführender Direktor der UCC. „Denn verbesserte Früherkennungs- und Therapiemöglichkeiten haben die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens der Krebserkrankung soweit verringert, dass nun die Lebensqualität nach der Behandlung eine wesentliche Rolle spielen."

Ein wichtiger Aspekt sind hierbei körperliche Aktivitäten, denn sie zeigen wissenschaftlichen Studien zufolge positive Effekte auf Körper und Psyche. Der von verschiedenen Fachgesellschaften ausdrücklich empfohlene Rehabilitationssport ist deshalb auch für Krebspatienten eine gute Möglichkeit, im Anschluss an die Behandlung aktiv zu werden. Allerdings fällt es Betroffenen, die sich schon vor der Krebsdiagnose wenig bewegt haben, häufig schwer, sich nach der Tumortherapie regelmäßig zu bewegen. „Um diese Patientinnen und Patienten aktiv zu unterstützen, sind vor allem Strategien zur Förderung der Motivation wirksam. Deshalb tragen wir als Stiftung Hochschulmedizin einen Großteil der Kosten für das Programm ‚Aktiv in der Nachsorge‛", sagt Prof. Michael Meurer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hochschulmedizin Dresden.

„Da nehme ich doch schnell den Aufzug...", „Nächste Woche kann ich ja auch noch zum Sportkurs gehen...", „Spazieren im Winter ist doch auch nicht das Wahre..." - viele Menschen kennen solche Gedanken. Bei Krebspatienten kommen weitere Unsicherheiten hinzu: „Wie viel darf ich mich bewegen?", „Sollte ich mich nicht doch noch schonen?". Genau hier möchte das Programm „Aktiv in der Nachsorge" die Patienten unterstützen und gemeinsam ihnen individuelle Strategien für einen langfristig aktiveren Alltag entwickeln.

„Aktiv in der Nachsorge" möchte Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, einen aktiven Lebensstil zu entwickeln und diesen vor allem auch über die Dauer des Programms hinaus aufrechtzuerhalten. Diese Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Erfolgskriterium", sagt Prof. Ehninger. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, „Aktiv in der Nachsorge" in die Breite zu tragen. Nach der Erprobungs- und Evaluierungsphase können andere Träger und Institutionen das Programm übernehmen. Auf diese Weise können mittelfristig Krebspatientinnen und -patienten diese Angebote auch wohnortnah wahrnehmen.

Das Programm „Aktiv in der Nachsorge" richtet sich an Personen, die ihre Krebstherapie bereits abgeschlossen haben, sich in der Nachsorge befinden und aus medizinischer Sicht bedenkenlos teilnehmen können. Weiterhin ist es vor allem für Menschen geeignet, denen es schwer fällt, regelmäßig körperlich aktiv zu sein beziehungsweise sich im Alltag zum Sport zu motivieren. Interessenten für das Programm können sich an das Team des Präventions- und Bildungszentrums wenden, das unter Telefon: 0351 458-7447 oder E-Mail: praeventionszentrum@krebscentum.de  erreichbar ist.

Wer mehr zum Zusammenhang von Bewegung und Gesundheit bei Krebspatienten und zu „Aktiv in der Nachsorge" erfahren möchte, dem bietet das UCC zwei Informationsveranstaltungen an:

Für Ärzte und andere Interessenten aus dem Gesundheitsbereich findet die Veranstaltungsreihe „Krebs im Fokus" am Mittwoch, dem 2. März 2016 im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Hörsaal Haus 19, von 17.30 bis 20.00 Uhr, statt. Das Thema lautet „Aktiv in der Nachsorge - Bewegung während und nach der Krebstherapie". Ebenfalls ganz im Zeichen von körperlicher Bewegung steht der diesjährige „Tag der Selbsthilfe", der sich an Krebspatienten, deren Angehörige und weitere Interessierte richtet. Diese Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 16. März 2016, von 13.30 bis 16.00 Uhr, ebenfalls im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, im Hörsaal von Haus 19 statt.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden