20.03.2016

Blaualge schützt vor Lippenherpes

Eine Creme aus dem Extrakt der Blaualge Spirulina platensis und einem Polysaccharid schützt effektiv vor Lippenherpes. Das berichten Forscher des Heinrich-Pette-Instituts in Hamburg.

Infektionen mit dem Herpes simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) sind weltweit stark verbreitet. Das Virus ist verantwortlich für die meisten Fälle von Herpes im Gesichts- und Lippenbereich. Eine Creme aus dem Algenextrakt der Blaualge Spirulina platensis und einem darin enthaltenen Polysaccharid schützt effektiv vor Lippenherpes. Das berichten Forscher des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) gemeinsam mit Kollegen aus dem Dermatologikum Hamburg und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF - siehe Journal of Allergy and Clinical Immunology, Online-Vorabveröffentlichung am 2.9.2015).

Die Blaualge Spirulina platensis kommt in salzhaltigen Gewässern der Tropen und Subtropen vor. Schon lange wird sie als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Neuere Forschungsergebnisse bestätigen zunehmend eine Reihe von gesundheitsfördernden Effekten der Blaualge.

Den Forschern ist es gelungen, die Wirksamkeit des Polysaccharides Calcium-Spirulan (Ca-SP) aus der Blaualge Spirulina platensis gegen das Herpes simplex-Virus Typ 1 zu belegen: Sowohl der Extrakt der Blaualge als auch das darin enthaltene Polysaccharid Ca-SP verhindern die Anheftung von HSV-1 an menschliche Keratinozyten. Das Polysaccharid Ca-SP ist auch gegen weitere Herpesviren wirksam. Auch die Infektion mit dem verwandten Erreger Kaposi-Sarkom-assoziiertes Herpesvirus (KSHV) wird mit Ca-SP unterbunden.

Zusätzlich wurde eine Creme bestehend aus dem Algenextrakt und gereinigtem Ca-SP getestet. Die oberflächliche Anwendung der Creme zeigte bei Risiko-Patienten in einer Beobachtungsstudie vielversprechende prophylaktische Effekte, welche denen von klassischen Herpes-Cremes mit dem Wirkstoff Acyclovir mindestens ebenbürtig waren.

„Wir konnten zeigen, dass Spirulina platensis-Inhaltsstoffe effektiv zur Prophylaxe von Lippenherpes eingesetzt werden können. Nun müssen weitere Studien zur äußerlichen Anwendung des Polysaccharides Ca-SP und des Algenextraktes bei der Behandlungen von Herpes-Erkrankungen durchgeführt und die klinische Wirksamkeit bei der Behandlung anderer Herpesvirus-Infektionen getestet werden", erklärt der Leiter der HPI-Abteilung „Virus-Wirt-Interaktion", Prof. Wolfram Brune.

Quelle: Heinrich-Pette-Institut - Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie