22.10.2009
Chronisch Nierenkranke leiden verstärkt an Depressionen
Schon lange vor einer Langzeit-Dialyse sind Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung besonders häufig depressiv...
Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung sind häufig von Depressionen betroffen. „Eine aktuelle Studie zeigt, dass einer von fünf Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung depressiv ist und dies schon lange vor dem Beginn einer Langzeit-Dialyse. Daher sollte man bereits bei Patienten in einem frühen Stadium einer chronischen Nierenerkrankung auf Anzeichen einer Depression achten", rät Prof. Uwe Heemann vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Studie von Forschern um Susan Hedayati von der Southwestern University of Texas in Dallas, USA. Die Arbeit wurde im American Journal of Kidney Diseases veröffentlicht.
Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 272 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung. Mit Hilfe eines strukturierten klinischen Interviews überprüften die Forscher die Studienteilnehmer auf Symptome einer Depression. „Dabei fanden sie heraus, dass 21% der Teilnehmer die Kriterien einer depressiven Episode erfüllten. Diese Häufigkeit einer Depression war unabhängig davon, wie weit die Nierenerkrankung bereits fortgeschritten war. Von den Patienten, die gleichzeitig an Diabetes erkrankt waren, waren sogar doppelt so viele depressiv", berichtet Prof. Heemann.
Frühere Studien haben gezeigt, dass Dialyse-Patienten, die zugleich depressiv sind, ein doppelt so großes Risiko haben, stationär behandelt werden zu müssen oder vorzeitig zu versterben. Gleichzeitig steigt insgesamt die Zahl der Patienten, die eine Dialyse benötigen. „Daher ist es sehr wichtig, dass Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung frühzeitig auf Anzeichen einer Depression zu untersuchen. Eine rechtzeitige Einbeziehung der Therapie der Depression in die Behandlung dieser Patienten kann den Gesundheitszustand und die Lebensqualität deutlich verbessern", erklärt der BDI-Experte.
