21.02.2012

Darmkrebs bleibt zweithäufigste Krebstodesursache

Die Zahl der Todesfälle durch Darmkrebs ist 2010 keineswegs zurückgegangen. Unter den Krebstodesursachen belegt diese Tumorform nach wie vor Platz zwei.

Die neueste Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes, die vom Deutschen Ärzteblatt und anderen Medien übernommen wurde, erweckt den Eindruck einer Erfolgsgeschichte, die so leider nicht stimmt. Die Todesfälle durch Darmkrebs sind 2010 keineswegs zurückgegangen, und unter den Krebstodesursachen belegt diese Tumorform nach wie vor Platz 2.

„Das Statistische Bundesamt hat bei seiner irreführenden Darstellung entgegen der üblichen Klassifizierung nur die Dickdarm-Krebsfälle gezählt und die Enddarm-Tumoren aus unerfindlichem Grund in seiner Bilanz vergessen", erläutert Dr. Franz Josef Heil vom Vorstand des Berufsverbandes Niedergelassener Gastroenterologen (bng). „Nimmt man diese Zahlen wie in der Vergangenheit üblich und unter Medizinern völlig unstrittig hinzu, dann ist Darmkrebs, das Kolorektale Karzinom, mit 25.616 Fällen die am zweithäufigsten festgestellte Krebsart mit Todesfolge nach Lungen- und Bronchialkrebs mit 42.972 Fällen und vor Brustkrebs mit 17.573 Verstorbenen."

Die korrekte Darstellung der Zahlen unterstreicht die Bedeutung der Darmkrebsvorsorge. „Durch eine Darmspiegelung kann die Entstehung des Tumors verhindert werden", erklärt bng-Experte Dr. Arno Theilmeier. Das Risiko einer Krebserkrankung in den unteren Darmabschnitten kann durch die Vorsorge-Untersuchung um 84 Prozent gesenkt werden. Aber auch der weiter oberhalb liegende Darmabschnitt wird mit 56 Prozent Risikoreduktion im Vergleich zu Leuten, die auf eine Vorsorge-Untersuchung verzichten, gut erfasst.

Seit zehn Jahren gibt es in Deutschland das Programm der Gesetzlichen Krankenkassen zur Früherkennung durch die Darmspiegelung für Versicherte aber dem 55. Lebensjahr. Seither sind nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) mehr als 4,3 Millionen Menschen zur Vorsorge gegangen. 100.000 Menschen ist Darmkrebs erspart geblieben und 50.000 konnten durch Früherkennung dauerhaft geheilt werden.