08.07.2007

Darmkrebs-Fälle in der Familie erhöhen das eigene Krebsrisiko

Wer enge Verwandte besitzt, die an Darmkrebs leiden, ist besonders gefährdet, selbst daran zu erkranken. Experten empfehlen in diesem Fall, alle 3-6 Jahre eine Darmspiegelung durchführen zu lassen.

In Europa beträgt das Risiko 5%, im Laufe seines Lebens an Darmkrebs zu erkranken. Bei Menschen, die zwei Verwandte 1. Grades mit Darmkrebs oder einen erkrankten Verwandten, der jünger als 50 Jahre ist, haben, steigt das Risiko auf über 20%. Eine Studie aus den Niederlanden hatte kürzlich ergeben, dass 2% der Menschen zwischen 45 und 70 Jahren zu dieser Risikogruppe gehören. „Überträgt man dieses Ergebnis auf Deutschland, so weisen 640.000 Menschen aus dieser Altersgruppe ein deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko auf", sagt Dr. Hans Vasen vom Universitätsklinikum in Leiden.

In einer weiteren Untersuchung hatten Dr. Vasen und seine Kollegen jedoch herausgefunden, dass in den Niederlanden nur 16% der Krankenakten komplette Angaben über Krebsart, Anzahl der Krebs-Fälle in der Familie und das Alter zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose enthielten. „Deshalb ist es wichtig, dass Ärzte gezielt nach Darmkrebs-Fällen in der nahen Verwandtschaft eines Patienten fragen", so Dr. Vasen. Denn diese Menschen müssten besonders engmaschig und sorgfältig untersucht werden, da eine frühe Erkennung und Behandlung von Darmkrebs die Heilungschancen deutlich verbessert. So ist das Sterberate von Darmkrebs-Patienten in den Niederlanden seit der Einführung von Vorsorgeuntersuchungen um 60% gesunken.

In Europa beträgt das durchschnittliche Risiko 5%, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken. Jeder 2. der Betroffenen stirbt innerhalb von 5 Jahren nach der Diagnose. Patienten, die an einer vererbbaren Form leiden, erkranken sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%. Auch bestimmte Darmerkrankungen, wie z. B. Colitis ulcerosa, erhöhen die Anfälligkeit für Darmkrebs.

Verschiedene News rund um den Darmkrebs finden Sie unter www.aerzte-im-netz.eu/

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