27.03.2008

Dehnungsübungen schützen nicht vor Muskelkater

Stretching erhöht zwar die Beweglichkeit -  vor Verletzungen oder Muskelkater bewahrt es dagegen nicht...

Einer neuen Untersuchung zufolge können Dehnungsübungen Muskelkater nicht verhindern. Auch das Verletzungsrisiko von Sportlern lässt sich durch das so genannte „Stretching" nicht senken. „Die weit verbreitete Empfehlung, sich zum Schutz vor Muskelkater vor oder nach dem Sport zu dehnen, hat bislang keine wissenschaftliche Grundlage", sagt Prof. Martin Halle vom Berufsverband Deutscher Internisten.

Australische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Sportler sich das Dehnen sparen können. Die Forscher sammelten dabei die Ergebnisse mehrerer Studien und ermittelten daraus einen Durchschnittswert für den Effekt von Dehnungsübungen. Die Auswertung der gesammelten Daten ergab, dass Sportler nach dem Sport genauso viel Muskelkater hatten, unabhängig davon, ob sie sich zuvor gedehnt hatten oder nicht. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie die Übungen unmittelbar vor oder nach dem Sport durchführten. „Bislang gibt es keinen Beleg für einen Nutzen von Dehnungsübungen vor oder nach sportlicher Aktivität", schlussfolgert Prof. Halle. Denn auch das Verletzungsrisiko lasse sich durch Dehnen nicht verringern. „Die Ergebnisse betreffen allerdings nur Übungen unmittelbar vor oder nach dem Sport. Wer sich dagegen regelmäßig immer wieder dehnt, kann seinen Muskel- und Sehnenapparat möglicherweise doch gegen Verletzungen schützen", so der Sportmediziner. Dazu gebe es aber noch keine Untersuchungen.

Gerissene Muskelfasern lösen Schmerzen aus

Muskelkater tritt meist innerhalb eines Tages nach dem Sport auf und erreicht seinen Höhepunkt 2 Tage später. Zusätzlich zu den stechenden oder ziehenden Schmerzen kann die Muskulatur verhärten und anschwellen. Die Beschwerden wurden von Fachleuten lange Zeit als eine Verkrampfung der Muskulatur sowie Übersäuerung und Ansammlung von Milchsäure angesehen. Dehnungsübungen wurden deshalb empfohlen, um die Blutversorgung der Muskulatur und damit die Sauerstoffversorgung zu verbessern. Heute geht man dagegen davon aus, dass winzige Bestandteile von Muskelfasern durch ungewohnt starke Belastungen reißen. Dies könnte zu Entzündungen und einer Nervenreizung führen und so die Schmerzen verursachen.

Auch wenn eine positive Wirkung von Dehnungsübungen bis jetzt nicht bewiesen ist, sollte niemand auf Aufwärmübungen vor dem Sport verzichten. „Schnelles Gehen oder Aerobic-Übungen helfen dem Körper, sich auf die bevorstehende Anstrengung vorzubereiten", rät Prof. Halle. Zudem sind Dehn- und Lockerungsübungen, z.B. der Arme, zusätzlich zum Joggen eine sinnvolle Ergänzung und tragen dazu bei, den ganzen Körper zu trainieren. Auch wer sein Training langsam beginnt und nach und nach die Intensität seiner Übungen steigert, vermeidet einen zu abrupten Anstieg der Belastung von Muskulatur, Herz und Kreislauf.

 

 

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