14.01.2015
Der Krankheit aufrecht begegnen
So lautet der Slogan einer europaweiten Aufklärungskampagne, die das Ziel hat, die Früherkennung von entzündlichem Rückenschmerz - insbesondere der axialen Spondyloarthritis - zu verbessern.
Die europaweite Initiative „Don't turn your back on it!" - im Deutschen heißt sie: „Der Krankheit aufrecht begegnen" - verfolgt das Ziel, das Bewusstsein für entzündlichen Rückenschmerz zu steigern und eine frühzeitige Diagnose der axialen Spondyloarthritis zu ermöglichen.
Bei axialer Spondyloarthritis können im Mittel drei bis vier Jahre - in einzelnen Fällen sogar an die zehn Jahre - bis zur Diagnose und richtigen Behandlung vergehen. Es ist also dringend erforderlich, Maßnahmen zu ergreifen, um eine frühzeitigere Diagnose zu erreichen.
Derzeit lebt jeder Fünfte in Europa mit Schmerzen im unteren Rückenbereich, die bereits mindestens drei Monate andauern und damit als chronisch gelten. Bei einem von zwanzig Betroffenen ist der chronische Rückenschmerz entzündlich bedingt. Entzündlich bedingte Rückenschmerzen werden häufig durch Autoimmunerkrankungen verursacht, die auftreten, wenn das Immunsystem des Körpers irrtümlich gesundes Körpergewebe angreift. Autoimmunerkrankungen, die besonders häufig mit Rückenschmerzen in Verbindung gebracht werden, sind nichtröntgenologische axiale Spondyloarthritis, ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew), Psoriasis-Arthritis und reaktive Arthritis (Reiter-Syndrom).
Die Symptome der entzündlichen Rückenschmerzen können Menschen im Alltag erheblich beeinträchtigen. Gewöhnliche Tätigkeiten im Beruf, beim Sport oder sogar das Schlafen können schwierig oder sogar unmöglich werden. Im Laufe der Zeit kann es sogar zu Bewegungseinschränkungen und in schweren Fällen zur Verknöcherung der Wirbel kommen.
Viele Menschen verwechseln entzündlich bedingte Rückenschmerzen mit mechanisch bedingten Rückenschmerzen und bemerken nicht, dass ihre Schmerzen eine entzündliche Ursache haben. Im Rahmen der Kampagne wurde anhand von fünf Fragen eine kleine Checkliste entwickelt (Symptom-Check), die Menschen mit chronischem Rückenschmerz - d.h. länger als drei Monate bestehenden Rückenschmerzen nutzen können, um herauszufinden, ob ihr Rückenschmerz entzündlich sein könnte. Der Symptom-Check kann natürlich auch im Arztgespräch eingesetzt werden, wenn es um die Frage geht, ob ein Rheumatologe oder ein anderer Facharzt hinzugezogen werden sollte.
Ein wichtiges Unterscheidungskriterium: Der entzündliche Rückenschmerz verschlimmert sich durch Inaktivität. Betroffene wachen oft nachts durch Schmerzen auf und leiden unter Morgensteifigkeit. Der Schmerz bessert sich erst nach dem Aufstehen. Im Gegensatz dazu verbessert sich der mechanisch bedingte Rückenschmerz in Ruhe und verschlechtert sich bei Bewegung.
Quelle: www.derkrankheitaufrechtbegegnen.de
