15.04.2009

Deutsche gehen besonders häufig zum Arzt

Für längere Gespräche beim Arzt fehlt in Deutschland aber meist die Zeit...

Die Bundesbürger gehen mit rund 18 Praxisbesuchen im Jahr besonders häufig zum Arzt. Innerhalb von 3 Jahren stieg die Zahl der Arztbesuche um etwa 10%, heißt es in einer Studie Hannoveraner Forscher im Auftrag der Gmünder Ersatzkasse GEK. Pro Arztbesuch bleiben deshalb oft nur wenige Minuten für die Behandlung.

„International liegt Deutschland bei den Arztbesuchen wohl an der Spitze", sagte der GEK- Vorsitzende Rolf-Ulrich Schlenker unter Berufung auf Vergleichswerte. Oft nur „flüchtige Behandlungen" könnten ein Grund für die vielen Arztbesuche sein, sagte Schlenker. Vor allem für Patienten mit psychosomatischen Leiden wäre mehr Zeit wichtig. Positiv ist dagegen der GEK zufolge eine hohe Dichte und Akzeptanz der Versorgung.

Arztgespräche dauern oft nur wenige Minuten

Am Tag mit den meisten Arztbesuchen im Untersuchungsjahr 2007 - dem 1. Oktober - suchten allein 9,7 Millionen Menschen Rat in Praxen. Jeder Arzt musste rund 70 Patienten behandeln. Für den Einzelnen blieben im Schnitt 6 Minuten, wobei Hausärzte und Internisten gemessen an ihrem höheren Beratungsbedarf am wenigsten Zeit hätten. Im Langzeitschnitt seien es 12 Minuten pro Arztbesuch. Mehr als 92% der Menschen suchten binnen eines Jahres einen Arzt auf. Pro Werktag gebe es im Schnitt 5,2 Millionen Arztbesuche, so die Autoren. Jeder der 137.000 niedergelassenen Ärzte müsse im Schnitt normalerweise 38 Patienten behandeln. Knappe Beratungszeiten und steigende Arzneimittelverordnungen sind nach GEK-Einschätzung da „kaum verwunderlich".

Dabei ist der Montag wegen aufgeschobener Patientenanliegen vom Wochenende der geschäftigste Tag in den Praxen. Während im Schnitt täglich rund 4% einen Arzt aufsuchen, so seien es an Montagen 8% der Bevölkerung. Jeder 2. Bundesbürger nahm binnen eines Jahres zudem 4 oder mehr Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen in Anspruch.