01.11.2015

Digitale Dokumentation des Krankheitsverlaufs bei Rheuma verbessert Therapieerfolg

Rheumatologen machen gute Erfahrungen damit, wenn ihre Patienten die jeweiligen rheumatischen Beschwerden und den Krankheitsverlauf selbständig digital dokumentieren. Darauf weist der BDRh hin.

Immer mehr Rheumatologen machen gute Erfahrungen damit, wenn Patienten ihre jeweiligen rheumatischen Beschwerden und den Krankheitsverlauf selbständig digital dokumentieren. Darauf macht der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) aufmerksam. Mehrere Fallbeispiele dazu wurden kürzlich auf dem Kongress der European League Against Rheumatism (EULAR) 2015 in Brüssel vorgestellt - wie z.B. die Ergebnisse eines Pilotprojekts der Polytecnic Universität im italienischen Ancona (siehe Vortrag von Fausto Salaffi, veröffentlicht in: Annals of the Rheumatic Diseases 2015, Band 74/2, Seite 238): 21 Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA), die regelmäßig ihre Symptome digital erfassten und dann in Abhängigkeit von der daraus ermittelten Krankheitsaktivität konkrete und zeitnahe Therapieempfehlungen von Ihren behandelnden Ärzten bekamen, erreichten häufiger (38 gegenüber 25 Prozent) und schneller (innerhalb von 20 gegenüber 36 Wochen) eine so genannte Remission - das heißt eine Eindämmung ihrer Krankheitsaktivität - als RA-Patienten, die sich ebenfalls in Behandlung befanden, dabei aber ihre Symptome nicht digital erfassten. „Unserer Erfahrung nach verbessert das Führen eines digitalen Patiententagebuchs die Therapietreue der Patienten (sog. compliance) und kann deshalb auch zu besseren Therapieerfolgen führen", kommentiert Dr. Edmund Edelmann, Vorstandsvorsitzender des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis in Bad Aibling.

BDRh bietet Rheumatikern kostenloses digitales Patiententagebuch

Auch die Rheumatologen des BDRh bieten ihren Patienten die Möglichkeit an, ihre rheumatischen Beschwerden digital zu dokumentieren. „Unsere Patienten können sich die Praxis-App ‚Mein Rheumatologe‘ im Internet kostenlos auf ihr Smartphone herunterladen und erfassen dann wöchentlich - oder bei Schüben auch häufiger - die Dauer der so genannten Morgensteifigkeit ihrer Gelenke nach dem Aufwachen und die Stärke ihrer Schmerzen", berichtet Edelmann. Einmal pro Monat sollten die Patienten außerdem die Position aller ihrer von Schwellung betroffenen Gelenke durch Markierung der betroffenen Region auf einem digitalen Körperschema erfassen. Speziell für Patienten mit Rheumatoider Arthritis  und axialen Spondyloarthritiden bieten die Rheumatologen des BDRh zudem die Möglichkeit, digital mit einem standardisierten Fragebogen die jeweilige Krankheitsaktivität (den sog. disease activity index) zu ermitteln. Zur Einschätzung von physischen Funktionseinschränkungen können die Patienten einmal pro Jahr auch noch einen weiteren standardisierten, digitalen Fragebogen ausfüllen, in dem abgefragt wird, wie gut sie Alltagsaufgaben bewältigen können, z.B. welche Probleme das Auf- und Zudrehen von Wasserhähnen macht. „Die digitale Patientenselbstdokumentation kann die Kommunikation zwischen Patient und Arzt erheblich erleichtern und die Angaben über den Krankheitsverlauf optimieren. Das entlastet zum einen die Rheumatologen mit ihren überfüllten Wartezimmern und ausgebuchten Sprechstunden aufgrund der hohen Patientenzahlen. Andererseits profitieren auch die Patienten, die ihre Symptomatik regelmäßig digital dokumentieren und dann bei auftretenden Veränderungen der Krankheitsaktivität ihre Befunde zeitnah an den Arzt schicken, weil der behandelnde Rheumatologe auf diesem Weg gezielt eingreifen und damit falls erforderlich die Therapie schneller anpassen kann."

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.rheumatologen-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Internisten-im-Netz verlinken.