20.02.2011

Dünndarm-Blutungen: Abklärung per Videokapsel jetzt Kassenleistung

Bei unklaren Dünndarmblutungen lässt sich eine Untersuchung mit einer Videokapsel vornehmen, die von den Krankenkassen übernommen wird. Darauf weisen die Internisten vom BDI hin. 

Gesetzlich versicherte Patienten, die Blutungen des Dünndarms aufweisen, können die Ursache mit Hilfe einer Videokapsel ab sofort auf Kassenrechnung abklären lassen. So lautet der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 11.11.2010. Seit Februar 2011 wird die Leistung von ersten gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wie der DAK und TK für Patienten mit unklaren Dünndarmblutungen offiziell angeboten. Auf diese wichtige Erweiterung des GKV-Leistungskatalogs möchte der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) Patienten hinweisen.

„Bei der so genannten Kapselendoskopie schluckt der Patient eine kleine Videokapsel, die hochwertige Aufnahmen der Verdauungsorgane liefert. Durch die natürliche Darmbewegung wird die Kapsel im Verdauungstrakt weitergeleitet und übermittelt per Signal detaillierte Bilder an ein Aufzeichnungsgerät, welches der Patient am Körper trägt. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und kann den langen verschlungenen Dünndarm beleuchten, der durch eine Magenspiegelung und eine Dickdarm-Endoskopie nicht erschlossen werden kann", erklärt Dr. Siegfried Heuer, Vorsitzender der Sektion Gastroenterologie des BDI das moderne Verfahren. Voraussetzung des G-BA-Entscheids ist, dass die Untersuchung von  qualifizierten Ärzten mit hochqualitativen Kapselendoskopie-Systemen durchgeführt wird.

Blutungen des Dünndarms können vielfältige Ursachen haben. So können derartige Blutungen z.B. bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa oder aber bei Geschwüren, bösartigen Tumoren sowie bei Gefäßveränderungen, die vor allem ältere Menschen betreffen, auftreten. „Mit der Kapselendoskopie steht gesetzlich Versicherten künftig ein effektives und schonendes Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Viele Menschen mit Dünndarm-Blutungen haben einen hohen Leidensdruck, weil mit üblichen Endoskopie-Verfahren der Grund für ihre Abgeschlagenheit und ihre schlechten Eisenwerte oft nicht abschließend geklärt werden konnte. Per Videokapsel kann die Blutungsursache in der Regel zuverlässig ausgemacht werden und so können gezielt weitere diagnostische und therapeutische Schritte eingeleitet werden. Betroffene sollten sich diesbezüglich an ihren Gastroenterologen wenden", resümiert der niedergelassene Magen-Darm-Spezialist aus Bielefeld. Da der G-BA-Beschluss noch frisch ist, empfiehlt Dr. Heuer den Patienten, vor der Untersuchung die Kostenübernahme von ihrer Krankenkasse genehmigen zu lassen.

Der G-BA legt als oberstes Gremium fest, welche medizinischen Leistungen von der GKV übernommen werden. Die Beschlüsse des G-BA werden vom Bundesministerium für Gesundheit rechtlich geprüft und treten einen Tag nach Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.