02.09.2015
Eine Löschung des Rheuma-Gedächtnisses könnte zur Heilung führen
Ein Projekt zur Löschung des Rheuma-Gedächtnisses soll dem Ziel, Rheuma heilbar zu machen, näher kommen, und wird von der Rheumastiftung gefördert.
Rheumatische Krankheiten zeichnen sich häufig durch chronische Entzündungen aus, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift. Es sind Gedächtniszellen des Immunsystems, die das Krankheitsgeschehen immer wieder neu in Gang setzen. Ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, dieses „Rheuma-Gedächtnis" selektiv zu löschen, fördert jetzt die Rheumastiftung mit 50.000 Euro: Dr. rer. nat. Hyun-Dong Chang vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ), einem Institut der Leibniz Gemeinschaft, soll damit die Genregulation der Gedächtniszellen charakterisieren, um auf diesem Wege dem Ziel, Rheuma heilbar zu machen, näher zu kommen.
Eine medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems kann entzündlich-rheumatische Erkrankungen in vielen Fällen unter Kontrolle bringen. Sie sind jedoch bisher nicht heilbar, d. h. sie flammen oft wieder auf, wenn die Behandlung aufhört. Grund dafür sind spezifische Gedächtniszellen, die sich vermutlich in speziellen Nischen verstecken und die Krankheit jederzeit wieder aktivieren können. Ziel der Forscher ist es, die Entwicklung dieser Zellen zu krank machenden Gedächtniszellen genauer zu verstehen, um sie auf der Basis dieser Erkenntnisse gezielt ausschalten zu können. Im Fokus des Interesses stehen dabei so genannte T-Helfer-Zellen; das sind Immunzellen, die auch für die Gedächtnisentwicklung des schützenden Immunsystems (z. B. nach Infektionen oder Impfungen) eine wichtige Rolle spielen. Dr. Chang will versuchen, schützende von krank machenden T-Helfer-Zellen zu unterscheiden, denn Letztere sind für die Auslösung einer Immunreaktion gegen eigene Körperzellen verantwortlich.
Die Rheumastiftung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und der Deutschen Rheuma-Liga gegründet und hat sich das Motto „Rheuma heilbar machen" auf die Fahnen geschrieben. Neben der Versorgungssituation will die Rheumastiftung die Rheumaforschung unterstützen. Denn vor allem neue Forschungsergebnisse haben die Behandlungsmöglichkeiten von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in den letzten 20 Jahren revolutioniert.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
Foto: Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
