02.05.2010
Etwa 10.000 deutsche Fans bei der WM in Südafrika – Gesundheitsmaßnahmen notwendig
Angesicht der Krankheitsgefahren im südlichen Afrika sollten Fußball-Fans Vorsichtsmaßnahmen treffen...
Nach Angaben der FIFA sind bisher mehr als 30.000 Karten für die Fußball-WM an deutsche Staatsbürger verkauft worden. Experten schätzen, dass jeder ausländische Besucher im Schnitt Eintrittskarten für 3 Spiele besitzt. Daher ist davon auszugehen, dass etwa 10.000 deutsche Fans bei der WM in Südafrika vor Ort sein werden. Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) rät zu einigen Vorsichtsmaßnahmen, die generell für Reisen ins südliche Afrika empfohlen werden. In den Wintermonaten Juni- September gibt es in Südafrika kein hohes Malaria-Risiko. Lediglich beim Besuch der Wildtier-Reservate im Osten (Krüger-Nationalpark) und Nordosten (Tembe- und Ndumu-Nationalpark) ist eine so genannte Standby-Medikation empfohlen - man sollte also die entsprechenden Malaria-Medikamente dabei haben. „Mückenstiche vermeidet man am besten durch das Tragen von langärmliger Kleidung. Bei Durchschnittstemperaturen von etwa 18° C am Tag und 7°C in der Nacht werden das die meisten Touristen sowieso tun. Wer neben den Fußballspielen auch die Nationalparks besucht, sollte sich zusätzlich mit Mückensprays oder Cremes vor den Moskitostichen schützen", rät Dr. Sebastian Dieckmann, Leiter der reisemedizinischen Ambulanz am Tropeninstitut in Berlin. Auch bei der Ernährung gibt es einige Verhaltensregeln zu beachten. „Die hygienischen Bedingungen unterscheiden sich natürlich von westeuropäischen Standards. Grundsätzlich rate ich zu original verschlossenen Getränken und bei frischem Obst und Salaten sollte darauf geachtet werden, dass dies nicht mit möglicherweise verunreinigtem Wasser in Berührung gekommen ist. Also besser selbst schälen als angeschnittene Portionen zu sich nehmen", erläutert Dieckmann. In Bezug auf Impfungen empfiehlt der Experte vor allem die Impfungen gegen Gelbsucht und auch Masern. „Hepatitis A ist in Afrika immer ein Thema - diese Impfung sollten alle Südafrika-Reisenden unbedingt haben. Seit Anfang des Jahres grassieren im südlichen Afrika die Masern. Wer diese noch nicht durchgemacht hat und keinen Impfschutz hat, sollte diese Impfung nachholen. Diese so genannte Kinderkrankheit verläuft bei Erwachsenen mit mehr Komplikationen als bei Kindern und ist nicht zu unterschätzen", warnt Dieckmann.
Impfstatus der Nationalspieler wird kontrolliert
Auch im Kreise der deutschen Nationalmannschaft werden medizinische Vorbereitungen für die Reise nach Südafrika getroffen. Prof. Dr. Tim Meyer, Mannschaftsarzt der DFB-Auswahl, legt ebenfalls Wert auf einen umfassenden Impfschutz der Spieler. „Die Spieler werden natürlich in ihren Vereinen medizinisch betreut. Wir überprüfen daher den Impfstatus, z.B. gegen Hepatitis, und werden gegebenenfalls noch fehlende Impfungen nachholen", berichtet Meyer, der Ärztlicher Direktor am Institut für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken ist.
Für Fußballer wie für Fans gilt, dass die Impfungen noch kurzfristig vor Reisebeginn gegeben werden können. „Sowohl die Impfungen gegen Hepatitis A als auch gegen Masern sind noch kurz vor dem Abflug nach Südafrika sinnvoll. Die Immunität baut sich bereits nach wenigen Tagen auf. Wer seine Reise bereits gebucht hat, sollte spätestens 10 Tage vor Reisebeginn zum Arzt gehen, dann ist man auf der sicheren Seite", empfiehlt Dieckmann.
