31.03.2010
Experten verlangen mehr Diabetes-Prävention
Schon im Kindergarten und in der Schule sollte eine Aufklärungen zur Ernährung beginnen...
Deutschland ist aus Expertensicht ungenügend auf die sich ausbreitende Volkskrankheit Diabetes vorbereitet. Es fehlten umfassende Präventionsprogramme, die mehr als medizinische Aspekte berücksichtigen. Das sagte der Präsident des Weltkongresses zur Diabetes-Prävention, Professor Peter Schwarz, am Mittwoch in Dresden. Ein internationales Forscherteam habe jetzt Leitlinien für Präventionsprogramme erarbeitet, die auf dem Kongress vom 8. bis 11. April in Dresden vorgestellt werden. Zur der Tagung haben sich rund 1300 Teilnehmer aus 57 Ländern angesagt. Veranstalter des 6. Weltkongresses sind das Uni-Klinikum Dresden und die Dresden International University.
Schwarz zufolge gibt es in Deutschland derzeit rund 8,9 Millionen bekannte Diabetiker. Geschätzte weitere vier Millionen Menschen hätten ihre Krankheit noch gar nicht bemerkt. In zehn Jahren könnten es bereits 14 Millionen Diabetiker sein, die Dunkelziffer werde vermutlich bis dahin auf sechs Millionen steigen. In Sachsen seien derzeit rund 420 000 Einwohner betroffen, zuzüglich einer Dunkelziffer von 180 000. «Diabetes droht zu einer Epidemie zu werden», warnte Schwarz.
«Das können wir so nicht laufen lassen», warnte Schwarz. Die Prävention müssen schon in Kindergarten und Schule mit Unterricht zu Gesundheit und Ernährung beginnen. Ein praktisches Problem sei unter anderem, Menschen mit erhöhtem Diabetes-Risiko noch vor Ausbruch der Krankheit zu finden und zu behandeln. In Sachsen gebe es seit drei Jahren Erfahrungen. Per Fragebogen wurden im Zusammenspiel mit der AOK fast 600 Risiko-Patienten ermittelt. Laut Schwarz konnte dann bei mehr als jedem Zweiten der Ausbruch der Krankheit verhindert werden.
