13.06.2012
Frauen mit Herzschwäche profitieren von modernen Schrittmachern
Frauen mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) profitieren offenbar mehr von modernen Schrittmachern als Männer - das zeigt eine aktuelle, europäische Studie.
Frauen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz profitieren von der Implantation spezieller, neuartiger Schrittmacher (sog. Kardiale Resynchronisationstherapie) mehr als ihre männlichen Leidensgenossen: Ihre Gesamtsterblichkeit nach dem Eingriff ist geringer, ebenso wie die Rate neuerlicher Einweisungen ins Krankenhaus aufgrund einer Verschlechterung der Herzschwäche-Symptome. Dazu kommt bei Frauen eine deutlichere Verbesserung der Lebensqualität. Das zeigt eine europäische Studie (sog. MASCOT study - siehe A. Schuchert et al, Abstract V897, Clin Res Cardiol 101, 2012) unter Beteiligung des Friedrich-Ebert-Krankenhauses Neumünster und des Klinikums Coburg, die auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK) im April in Mannheim präsentiert wurde.
Die Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) ist eine neue Form von Herzschrittmachern für Herzschwäche-Patienten, mit denen sowohl die rechte als auch die linke Herzkammer stimuliert werden können. Studien zeigen, dass der Einsatz von CRT bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz und unter optimierter medikamentöser Therapie das Sterblichkeitsrisiko und die Anzahl der Krankenhausaufenthalte senkt.
Im Rahmen der MASCOT-Studie wurden in Krankenhäusern in Deutschland, Italien, Frankreich, Dänemark und Griechenland insgesamt 393 Patienten im Verlauf von zwei Jahren nach der CRT-Implantation beobachtet, 21 Prozent von ihnen waren Frauen. „Unabhängig von Unterschieden bei den Risikofaktoren und den individuellen Krankheitsvorgeschichten der Patienten war weibliches Geschlecht nach der CRT-Implantation verbunden mit weniger Krankheiten und geringerer Sterblichkeit. Das weist darauf hin, dass Frauen auf diese Therapie besser ansprechen", erklärt Studienleiter Prof. Dr. Andreas Schuchert von der Medizinischen Klinik des Friedrich-Ebert-Krankenhauses Neumünster.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
