15.07.2007

Frühzeitige Herzdruckmassage erhöht Überlebensrate bei Herzstillstand

Wer einen bewusstlosen Menschen ohne Atmung Erste Hilfe leisten möchte, sollte sofort mit einer Herzdruckmassage beginnen. Dadurch erhöhen sich die Erfolgsquote der Wiederbelebungsmaßnahmen...

Geänderte Reanimationsempfehlungen der Bundesärztekammer stellen die Herzdruckmassage in den Mittelpunkt der Maßnahmen zur Reanimation. Wenn ein Laienhelfer Bewusstlosigkeit und fehlende Atmung festgestellt hat, sollte er einen Notarzt rufen und sofort mit einer Herzdruckmassage beginnen. Bislang wurde empfohlen, mit einer Atemspende zu beginnen und dem Patienten vor einer Herzmassage 2-mal Luft zuzuführen. „Die Atemspende hat sich in der Vergangenheit als Hürde für eine erfolgreiche Wiederbelebung durch Laienhelfer herausgestellt", erklärt Prof. Wolfram Delius vom Berufsverband Deutscher Internisten. Gerade Laien koste es oft viel Überwindung, so engen Körperkontakt mit einem Fremden aufzunehmen.

„Ein weiterer Grund für die zentrale Rolle der Herzdruckmassage ist die Tatsache, dass das Herz 80% der plötzlichen Kreislaufstillstände auslöst", so Prof. Delius. Deshalb sei es so wichtig, zunächst den Blutfluss wieder herzustellen und einen ausreichenden Blutdruck aufzubauen. Da das Blut in den ersten Minuten nach einem Herzstillstand in der Regel noch genügend Sauerstoff enthalte, sei der Blutfluss entscheidend, um den Körper mit dem lebenswichtigen Atemgas zu versorgen.

 

30-mal drücken, 2-mal beatmen...

Findet ein Laienhelfer eine leblose Person, sollte er durch lautes Ansprechen und leichtes Rütteln an den Schultern testen, ob sie bei Bewusstsein ist. Durch Überstrecken des Halses und durch Kontrolle von Brustkorbbewegungen, Atemgeräuschen und Luftbewegungen kann er überprüfen, ob die Person normal atmet. Dies sollte keinesfalls länger als 10 Sekunden dauern. Sofort nachdem er den Atemstillstand erkannt hat, sollte er mit 30 kräftigen Stößen mit der Herzmassage beginnen. Die früher empfohlenen 2 Beatmungen zu Beginn fallen weg. Bei einer Herzdruckmassage wird das Brustbein mit gestreckten Armen 4-5 Zentimeter 100-mal pro Minute in Richtung Wirbelsäule gedrückt. Dies entspricht einem Druck von 45-55 Kilogramm. Darauf folgen 2 Atemspenden in Form einer Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung. Dieser 30:2-Rhythmus wird bis zum Wiedereinsetzen der Spontanatmung oder dem Eintreffen eines Notarztes beibehalten.

Neu an den Empfehlungen ist auch, bei der Herzdruckmassage die Hände direkt auf die untere Hälfte des Brustbeins aufzusetzen. So soll das Auffinden des richtigen Druckpunktes für Laien einfacher werden.

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