13.11.2008
Gastritis kann Magenkrebs hervorrufen
Wissenschaftler haben einen Botenstoff des Immunsystems entdeckt, der die Entstehung von Tumoren im Magen fördert...
Bild: Entzündungen der
Magenschleimhaut (rot; Quelle:
Prof. Richard Raedsch;
St. Josefs-Hospital, Wiesbaden).
Amerikanische Wissenschaftler haben in einer Untersuchung an Mäusen bestätigt, dass das so genannte Interleukin-1beta eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Magenkrebs spielt. Wird die Substanz aufgrund einer Genveränderung vermehrt gebildet, werden Immunzellen in der Magenwand aktiviert und es kommt häufiger zu Entzündungen der Magenschleimhaut. Als Folge davon steigt die Krebsrate im Magen. Interleukin-1beta ist ein Botenstoff des Immunsystems, der beispielsweise als Reaktion auf eine Infektion mit Helicobacter pylori gebildet werden könnte. Die Forscher vermuten, dass das Bakterium die Interleukin-1beta-Produktion ankurbelt und so zu Entzündungen und Krebs im Magen führen kann.
Angeborener Interleukin-Überschuss als Risikofaktor
Die Entdeckung liefert vermutlich eine Erklärung dafür, warum nur wenige Menschen mit Helicobacter im Magen auch tatsächlich Krebs entwickeln. „Menschen, die von Natur aus viel Interleukin-1beta bilden, sind besonders gefährdet. Das Bakterium könnte bei diesen Personen die Interleukin-1beta-Ausschüttung steigern. Die hohen Konzentrationen stimulieren dann die Zellen der Magenschleimhaut, sich ungehemmt zu vermehren", erklärt Prof. Richard Raedsch vom BDI.
Bild: Elektronenmikroskopische
Aufnahme von Helicobacter pylori
mit fadenförmigen Anhängen
(Geißeln; Quelle: Prof. Richard
Raedsch; St. Josefs-Hospital,
Wiesbaden).
Verschiedene Faktoren können die Entstehung von Magentumoren begünstigen. Dazu zählen neben einer einseitigen und salzreichen Ernährung auch übermäßiger Alkohol- und Tabakgenuss. Ein wesentlicher Faktor ist eine Helicobacter-Infektion. Das Bakterium gedeiht im Magen trotz der für andere Organismen tödlichen Magensäure und wird durch verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel, heutzutage vorwiegend bei Auslandsreisen, übertragen. In den meisten Fällen verursacht Helicobacter jedoch keine gesundheitlichen Probleme.
