10.10.2007

Gefährlicher Darmerreger hat Klinik-Patienten in Trier infiziert

Ein neuer gefährlicher Darmerreger wird nun bei weiteren Patienten vermutet ...

Eine besonders aggressive Variante des Darmbakteriums Clostridium difficile hat möglicherweise mehr Menschen in der Region Trier infiziert als bislang angenommen.

Der Erreger wurde bundesweit erstmals im April 2007 bei einem Patienten in Trier nachgewiesen. «Nach 4 möglichen Fällen, die uns gemeldet wurden, haben wir jetzt von 5 weiteren schweren Darmerkrankungen erfahren», sagte der Leiter des Gesundheitsamtes Trier, Harald Michels. Bislang sind 2 Menschen an der Darminfektion gestorben. Möglicherweise seien alle Patienten an dem besonders gefährlichen Bakterientyp erkrankt.

Die Darmerkrankung tritt in der Regel nach eine Behandlung mit Antibiotika auf und geht mit wässrigem Durchfall einher. In ihrer schweren Form kann sie eine gefährliche Entzündung des Dickdarms auslösen und zum trotz Behandlung zum Tod führen. In Trier musste 3 Patienten nach Darmversagen ein Stück des Dickdarms entfernt werden, um sie vor dem Tod zu bewahren.

Alle Krankenhäuser in der Region sind alarmiert, auf mögliche weitere Erkrankungen zu achten und diese zu melden. Seit 2002 ist die neue Variante der Erkrankung zunächst in den USA und Kanada, später auch in Großbritannien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden aufgetreten.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes in Trier besteht für Patienten in Krankenhäusern kein «wesentlich erhöhtes Risiko einer Infektion». Da es sich um eine «Schmierinfektion» handelt, trägt das Pflegepersonal Schutzkleidung und Handschuhe. Die Patienten müssen so lange isoliert in den Zimmern bleiben, bis 3 Stuhlgänge negative Ergebnisse gebracht haben.

Verschiedene Nachrichten zu Darmerkrankungen finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu.