15.02.2015
Glatzenbildung erhöht nicht das Risiko für Prostatakrebs
In der Vergangenheit wurde oft angenommen, dass Männer mit Glatze ein größeres Risiko für Prostatakrebs hätten - dies ist allerdings einer aktuellen Studie zufolge nicht der Fall, berichtet der BDI.
Männer, die frühzeitig ihr Kopfhaar verlieren, haben kein größeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, als Männer mit vollem Haar. Darauf macht der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) aufmerksam unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse aus den USA (siehe Prostate 2015, Band 75, Seite 415-423). „Für vorzeitigen Haarverlust bei Männern sind hohe Werte des männlichen Geschlechtshormons Dihydrotestosteron (DHT) verantwortlich. Andererseits sollen hohe DHT-Werte auch das Risiko für Prostatakrebs erhöhen. Deshalb wurde in der Vergangenheit oft angenommen, dass Männer mit Glatze ein größeres Risiko für Prostatakrebs hätten", erläutert Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. „Dies ist aber nicht der Fall, wie die Analyse einer Kohortenstudie mit über 32.500 Männern jetzt gezeigt hat."
Rauchen, Alkohol und genetische Belastung fördern Prostatakrebs
Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Studie zwischen 50 und 76 Jahre alt, und wurden rückblickend nach ihrem jeweiligen Haarstatus (weitgehend volles Haar/nur stirnseitig fortschreitender Haarverlust/sowohl stirnseitig als auch vom Scheitel kreisrund fortschreitender Haarausfall) im Alter von 30, 45 und 50 Jahren befragt. Haarverlust mit 30 Jahren gaben 20 Prozent an, mit 45 Jahren 46 Prozent und mit 50 Jahren 61 Prozent. Insgesamt erkrankten rund 7 Prozent (2306 Männer) im neunjährigen Studienverlauf an Prostatakrebs, wobei sie zum Zeitpunkt der Diagnose im Schnitt 69 Jahre alt waren. „Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Prostatakrebs wurde bei Männern mit Glatzenbildung nicht häufiger beobachtet als bei Männern mit voller Haarpracht - und zwar auch nicht in Abhängigkeit vom jeweiligen Alter, in dem der Haarausfall bei ihnen eingesetzt hatte. Demgegenüber haben sich bereits bekannte Risikofaktoren für Prostatakrebs - wie eine genetische Vorbelastung, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum - auch in dieser Studie bestätigt", betont Dr. Wesiack.
