13.04.2008
Haben Partnerinnen beschnittener Männer ein erhöhtes HIV-Risiko?
Eine Entfernung der Vorhaut verringert zwar die Gefahr einer Ansteckung beim Mann, für die Frau kann sie sich dagegen erhöhen...
HIV-positive Männer können neuen Studienergebnissen zufolge das Infektionsrisiko für ihre nicht-infizierten Partnerinnen nicht senken, indem sie sich beschneiden lassen. „Insbesondere während der Wundheilung besteht nach dem Eingriff sogar ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr", warnt Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).
Während beschnittene Männer ein geringeres Risiko haben, sich mit dem HI-Virus zu infizieren als unbeschnittene Männer, scheinen die Partnerinnen HIV-positiver, beschnittener Männer sogar ein höheres Risiko zu haben, sich ebenfalls mit dem Erreger anzustecken. Das gilt vor allem dann, wenn Paare ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, bevor die Wundheilung nach der Beschneidung richtig abgeschlossen ist. „HIV-Patienten sollten deshalb warten, bis die Wundheilung nach der Operation abgeschlossen ist, bevor sie wieder Sex haben", rät Dr. Walger.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte im Mai 2007 die Beschneidung von Männern im Kampf gegen die Immunschwäche Aids empfohlen. Die Entfernung der Vorhaut könne das Ansteckungsrisiko für heterosexuelle Männer um bis zu 60% senken, begründeten die WHO und das Aidsprogramm der Vereinten Nationen (UNAIDS) die Empfehlung. Für Frauen bereits infizierter Männer dagegen scheint der Eingriff die Infektionsgefahr nicht zu verringern.
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch unter www.hiv-info.de.
